Zwitschern zwischen zwei Zwetschgenzweigen

Zwitschern zwischen zwei Zwetschgenzweigen

Gezwitschert werden darf beim 26. Geichlinger Quetschenfest am Samstag und Sonntag, 3. und 4. September, mit Sicherheit auch. Im Vordergrund steht aber das Essen - wenigstens als Grundlage -, zumal der Erlös aus dem Kuchenverkauf gespendet wird.

Geichlingen. Was man aus ihnen nicht alles machen kann: Kasselerrücken mit glasierten Zwetschgen, Zwetschgen-Marillen-Wurst, ja, sogar Zwetschgen-Knödel soll es geben. Für die Geichlinger zählt aber nur eins: Kuchen - viel, viel Kuchen. Denn es ist Spätsommer. Es ist Saison. Und es ist wieder Zeit für das traditionelle - in diesem Jahr zum 26. Mal stattfindende - Zwetschgen-, pardon, Quetschenfest.
"Das hat feste Tradition", sagt Frank Blasen, Vorsitzender des Fördervereins der FFW Geichlingen - "fast schon eine Art Dorffest, auch wegen des Bauernmarktes." Er und sein emsiges Team vom Förderverein sind es nämlich, die das Spektakel organisieren und zum großen Schlemmen einladen.
Höchstpersönlich werden hier die Quetschen entsteint, geschnippelt und auf den selbst zubereiteten Teig gelegt. "Wir arbeiten sozusagen im Schichtdienst", erklärt Blasen. Etwa vier Frauen seien für den Teig verantwortlich, acht weitere belegten. Und die Männer? Probieren … bestimmt auch mal - müssen aber zuerst noch am Ofen schwitzen. "Das Besondere dabei ist, dass wir keinen Elektro-Ofen oder dergleichen verwenden: Wir heizen einen Steinofen (!) mit Holz an, lassen die Glut fast ausgehen und schieben dann erst den Kuchen rein." So entfalte der süße Zwetschgen-Leckerbissen ein eigenes, intensives Aroma.
Vier- bis Fünfhundert Kuchen gehen an diesem speziellen Wochenende für gewöhnlich über den Tisch. Das bedarf einer Menge Quetschen.
Früher seien die auch alle noch in der Region gepflückt worden, sagt der Vereinsvorsitzende. "Aber die reichen heute natürlich nicht mehr aus", lacht er. "Heute beziehen wir sie von einem Großhändler aus dem Rheinland." Verübeln kann's ihnen freilich niemand, ist doch allein die Durchführung des über die vielen Jahre hinweg immer gut besuchten Festes ein Knochenjob. "Als Verein würden wir das gar nicht mehr alleine stemmen können. Deshalb freue ich mich immer über die hohe Beteiligung unserer freiwilligen Helfer."
Und am Ende sind nicht nur die Mägen gestopft und die Lust auf das ein oder andere süße Pfläumchen gestillt, auch die gute Sache berücksichtigen die Macher: Der Erlös aus diesem und dem letzten Jahr geht an die Gemeinde - und zwar in Form eines Defibrillators für die Öffentlichkeit, für rund 1000 Euro. Kuchen essen für den guten Zweck. Also wem das nicht schmeckt! jok
Extra

Der Kuchenverkauf beginnt am Samstag ab 14 Uhr. Abends wollen die Rockpiloten für den "ultimativen Party-Spaß" im Gemeindehaus sorgen. Am Sonntag eröffnet um 11.30 Uhr der Bauern- und Handwerkermarkt. Über 30 Aussteller zeigen ihr handwerkliches und landwirtschaftliches Geschick. Außerdem steht der Tag im Zeichen der Elektromobilität. Sogenannte Segways, E-Bikes und E-Autos werden vorgestellt. Gratis-Schnupperfahrten mit den Ersteren sind möglich. Im alten Pfarrheim erwartet die Besucher eine Sammlung Geichlinger Fotografie, Malerei und Literatur - mit Kunstwerken von Willy und Matthias Laros sowie Schriftstücke des berühmten Geichlinger Heimatdichters Peter Freppert. Für die kleinen Gäste stehen unter anderem eine Hüpfburg und Ponys bereit. Auch dabei: Clown "Filou". jok

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