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Zwölf Menschen sterben auf Eifeler Straßen

Zwölf Menschen sterben auf Eifeler Straßen

Die Polizei-Inspektionen Bitburg und Prüm haben am Freitag ebenfalls ihre Jahres-Unfallstatistiken vorgelegt. Grundsätzliches Fazit: Es wird nicht besser, beide Dienststellen verzeichnen mehr Unfälle als im Jahr davor.

Bitburg/Prüm. Stark befahrene Straßen ziehen sich durch die Dienstbezirke der Polizei-Inspektionen (PI) Bitburg und Prüm. Und im abgelaufenen Jahr verzeichneten die Beamten dort mehr Verkehrsunfälle als noch 2014: Im Bezirk der Inspektion Bitburg waren es 2519, ein Anstieg um 94 Fälle (3,88 Prozent). Das könne damit zusammenhängen, vermuten die Beamten, dass mehr Menschen auf das Auto umsteigen, weil sich "die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in unserem ländlichen Raum zunehmend schwieriger gestaltet".
Im Verhältnis noch einmal deutlich mehr Unfälle nahmen die Polizisten in der Abteistadt auf: 1559 waren es gegenüber 1445 im Jahr davor, vor allem außerhalb der Ortschaften, ein Anstieg um insgesamt 7,9 Prozent.
Die besonders traurige Nachricht dabei: Acht Menschen kamen im Bezirk Prüm ums Leben, bei jeweils zwei Unfällen auf den Bundesstraßen 51 und 410, in vier Fällen waren Autofahrer dabei zu schnell unterwegs. 2014 starben zwei Verkehrsteilnehmer. Verletzt wurden im abgelaufenen Jahr 218 Menschen, 70 von ihnen schwer.
In Bereich Bitburg sank die Zahl der Verkehrstoten von fünf auf vier. Doch auch hier waren die Bundesstraßen 51 und 257 mit jeweils einem tödlichen Unfall besondere Schwerpunkte. Bei drei der vier Unfälle war außerdem überhöhte Geschwindigkeit Unfallursache. Abgesehen von Unfällen beim Wenden oder Rückwärtsfahren (häufig auf einem Parkplatz) ist die verbreitetste Ursache bei der PI Bitburg aber wie im Vorjahr ein zu geringer Abstand: 19 Prozent der Unfälle sind darauf zurückzuführen.
Die auffälligste Gruppe bleiben junge Erwachsene, sagt Christoph Cremer, Chef der PI Prüm. Zwar stellen die 18- bis 24-Jährigen nur etwas mehr als acht Prozent der Gesamteinwohner, aber sie waren an mehr als 22 Prozent der Unfälle beteiligt (347 gegenüber 317 im Jahr davor). Und das seien auch die Unfälle, bei der die Personenschäden am gravierendsten waren. Dem gegenüber stehen die Unfälle mit Senioren, Verkehrsteilnehmern ab 65 also. Sie waren 181 Mal beteiligt (172 im Vorjahr), ein Mensch starb dabei, insgesamt stellt diese Altersgruppe aber nur gut elf Prozent der Verunglückten.
Etwas gegen den Trend stellt sich die PI Bitburg: Junge Fahrer im Alter von 15 bis 24 waren hier an 550 Unfällen (Vorjahr: 572; Rückgang von 23 auf 22 Prozent) beteiligt. Besonders traurig aber: Zwei der vier Todesopfer sind in dieser Altersgruppe zu finden. Bei den Unfällen im Raum Bitburg, an denen Senioren beteiligt sind, schwanken die Zahlen seit 2009 regelmäßig. Allerdings wurde 2015 mit 314 Verkehrsunfällen ein absoluter Hochpunkt gemessen. Dennoch "gibt es keine Anzeichen dafür, dass ältere Verkehrsteilnehmer grundsätzlich schlechtere Autofahrer sind", sagt Wolfgang Zenner von der PI Bitburg.
Anders sieht es bei den Motorradunfällen aus (Prüm: 45, wie auch 2014): An mehr als der Hälfte, 26, waren Fahrer beteiligt, die 45 Jahre und älter sind. Eine Entwicklung, sagt Cremer, die seit Jahren zu beobachten sei. Das bestätigen die Kollegen in Bitburg. Hier wurden bei 31 Motorradunfällen 26 Personen verletzt, die Hälfte davon zwischen 45 und 64 Jahren. Die Polizisten nennen es "die Wieder-Einsteiger-Problematik" - meist Männer, die also in reiferen Jahren noch einmal aufs Motorrad steigen.
Ebenfalls gestiegen ist im waldreichen Prümer Dienstbezirk die Zahl der Wildunfälle, von 564 auf 629, das sind 40,3 Prozent von allen. Im Gebiet der PI Bitburg machen Wildunfälle 35,6 Prozent der Vorfälle aus. Das sind 895 Unfälle im Vergleich zu 827 im Vorjahr, ein Anstieg von 1,5 Prozent.
Die Prümer setzen bereits auf verstärkte Überwachung, vor allem an der B 51, wo gerade auf dem Stück zwischen Olzheim und Stadtkyll, sagt Cremer, gerast werde: "Da sind Geschwindigkeiten von 180 Stundenkilometern keine Seltenheit." Also werde dort öfter mal ein Radarwagen stehen. Und für die jungen Fahrer werde man weiter Aufklärung anbieten. Bei der PI Bitburg will man sich mit der Beurteilung möglicher Unfallschwerpunkte noch bis Mitte 2016 Zeit lassen.
Die Autobahnpolizei Schweich nahm 2015 944 Unfälle auf, 215 mehr als 2015. 20 Menschen erlitten schwere und 148 leichte Verletzungen. 2015 verloren zwei Menschen ihr Leben bei Unfällen auf der Autobahn.Extra

Die Bezirke der Polizei-Inspektionen (PI) Bitburg und Prüm sind - bezogen auf die Fläche - die beiden größten in Rheinland-Pfalz: Die Beamten in Bitburg betreuen die Stadt, die Verbandsgemeinden Bitburger Land, Südeifel und Speicher mit einer Gesamtfläche von 895 Quadratkilometern - hinzu kommt der A 60-Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Waxweiler und Spangdahlem. Die Beamten der Inspektion Prüm sind zuständig für die Verbandsgemeinden Arzfeld, Prüm, Obere Kyll (Landkreis Vulkaneifel) und für die A 60 zwischen den Anschlussstellen Waxweiler und dem Grenzübergang Steinebrück, insgesamt 870 Quadratkilometer. Der Bezirk grenzt zudem an Luxemburg, Belgien und Nordrhein-Westfalen. Mit der A 60 und B 51, sagt PI-Chef Christoph Cremer, "verlaufen neben der B 265, B 410 und B 421 stark frequentierte Verkehrsadern mit bedeutendem Anteil an Durchreisenden durch den Dienstbereich". Die Polizeiautobahnstation Schweich betreut folgende Streckenabschnitte (150 Kilometer): A 1 Anschlussstelle (ASS) Kelberg bis ASS Nonnweiler und ASS Hermeskeil bis ASS Kelberg; A 48: ASS Ulmen bis Dreieck Vulkaneifel; A 60: ASS Spangdahlem bis Kreuz Wittlich; A 64: Staatsgrenze Luxemburg bis Übergang in die B 52 bei Trier-Ehrang; B 52: Übergang A 64 bis Auffahrt A 602; A 602: Stadtgrenze Trier bis Autobahndreieck Moseltal/A 1; L 150: Abfahrt A 602 in Richtung Longuich. Der Dienstbereich umfasst auch die Rast- und Tankanlagen Eifel Ost/West und Hochwald Ost/West sowie 18 kleinere Rastplätze. fpl/utz