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110 Kilo Unberechenbarkeit - Bitburger Wrestler kehrt in die Heimat zurück

Freut sich auf den Wettkampf in seiner Heimatstadt: „Bad Bones“ John Klinger. Foto: privat
Freut sich auf den Wettkampf in seiner Heimatstadt: „Bad Bones“ John Klinger. Foto: privat
Bitburg. Er ist 1,80 Meter groß, 110 Kilo schwer. "Bad Bones" John Klinger zählt zu den besten Wrestlern Europas. Der gebürtige Bitburger kehrt nun in die Heimat zurück. Am Samstag kämpft er in der Stadthalle. Barbara Cunietti

Bitburg. Ein blonder Gladiator in knallgelben Unterhosen feuert das Publikum an. Er stemmt seinen Gegner über die Schulter und schleudert ihn auf den Ringboden. Die Wrestling-Legende Hulk Hogan jubelt im Fernsehen. Ein Vierjähriger in einem Bitburger Wohnzimmer schaut zu. Er will sein Hemd zerreißen, wie der blonde Riese im Ring es macht.
Es sind diese Szenen, die das Leben von John Klinger bestimmt haben. "Von da an wusste ich, dass ich das auch machen wollte”, sagt er. Heute ist er Profi-Wrestler. Nach Kämpfen in Japan, Amerika, Afrika, England und ganz Deutschland kehrt der 29-Jährige am Samstag in seine Heimatstadt zurück: Bei der "Drive of Champions”-Tour von wXw (Westside Xtreme Wrestling) bestreitet er am Samstag, 5. April, in der Bitburger Stadthalle den Hauptkampf des Abends.

Um in die Welt des Wrestlings Fuß zu fassen, fing Klinger zuerst mit dem Ringen an. "Das war mir aber nicht genug", sagt der Kämpfer. In Weinheim entdeckt er 2004 eine Wrestling-Schule, dort trainiert er an den Wochenenden. Die zweieinhalb Stunden lange Fahrt nimmt er in Kauf. "Man sucht sich diesen Weg nicht aus, das Wrestling sucht dich aus", sagt Klinger. Aus ihm wird nun "Bad Bones". Der Name ist eine Hommage an seine verstorbene Tante; sie hatte ihn vorgeschlagen. Seine Familie habe ihn von Anfang an unterstützt - "hundertprozentig, sonst geht es nicht".Ein Sieg zu Beginn der Karriere


Es dauert dann nicht lange bis zum ersten Kampf. "Es war 2005 in Weinheim, ich war sehr nervös", erzählt Klinger. Gleich am Anfang ein Sieg - doch für ihn war es kein guter Kampf. Ein Grund mehr, um sich zu verbessern. "Wrestling ist mein Leben", sagt Bad Bones.

Denn Wrestler ist er hauptberuflich, trotz seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Diätassistenten. Bis zu drei Stunden verbringt er täglich im Fitness-Studio. 1,80 Meter groß, 110 Kilo schwer: Wenn so ein Mann auf den Rücken eines Gegners springt, hinterlässt er Spuren. Egal ob das Boxen, Treten, Schlagen, Klammern und Halten abgesprochen ist. ,"Wrestling ist Kampfsport mit Unterhaltungselementen", sagt Bad Bones. "Es wird eine Show geboten, doch die Schmerzen sind echt." Die Aktionen im Ring benötigen jahrelanges Training, um sicher und glaubwürdig ausgeführt werden zu können.

Zur Show gehört auch die Geschichte eines Kämpfers. Jeder hat einen besonderen Charakter. Bad Bones ist der Unberechenbare. Er kann böse oder gut sein, wie es den Zuschauern gefällt. "Wrestler brauchen Charisma, sie müssen mit dem Publikum interagieren können", erklärt er. Der Schläger, der Schmierige, der Clown: "Man muss einzigartig sein", sagt Klinger. Erst vor wenigen Wochen feierte er seine Kampfpremiere bei TNA (Total Nonstop Action Wrestling), dem zweitgrößten amerikanischen Verband. "Ein Vertrag mit TNA ist mein Traum", sagt er.
TNA produziert wöchentlich Wrestling-Shows für das amerikanische Fernsehen. Vielleicht wird auch Bad Bones dort zu sehen sein. Dort, wo sein Traum angefangen hat.Extra

Der Veranstalter des Wrestling-Abends ist Westside Extreme Wrestling (wXw), ein deutscher Wrestling-Verband mit Sitz in Oberhausen. Ein Kampf nach wXw-Reglement dauert zwischen zehn und 30 Minuten ohne Runden oder Pausen. Verloren hat, wer aufgibt, wer dreimal klopft oder wer drei Sekunden lang auf beiden Schulterblättern zu liegen kommt. "Wir wollen eine geile Show liefern", sagt Bad Bones. Termin ist am Samstag, 5. April, in der Stadthalle in Bitburg. Beginn ist um 20 Uhr. Tickets gibt es ab 13 Euro. bc