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Ärger auf ganzer Breite

Die volle Breitseite: Der Prümer Oberkommissar Diethard Funk demonstriert am Dienstwagen, wie groß die Schäden an den Autos sind. Foto: Fritz-Peter Linden
Die volle Breitseite: Der Prümer Oberkommissar Diethard Funk demonstriert am Dienstwagen, wie groß die Schäden an den Autos sind. Foto: Fritz-Peter Linden
STADTKYLL/PRÜM. Schwere Sachbeschädigung an 23 Fahrzeugen in Stadtkyll: Gut eine Woche nach der Tat (der TV berichtete) ermittelt die Prümer Polizei weiter auf Hochtouren. ARRAY(0x186727c18)

Zuerst war die Rede von acht Fahrzeugen. Dann stieg die Zahl auf zwölf - und gegen Ende der vorigen Woche waren es 23. So viele Geschädigte hatten sich zumindest bis dahin bei der Prümer Polizei gemeldet. Alle Autos wurden in der Nacht von Samstag, 22. Oktober, auf den folgenden Sonntag zerkratzt, zum Teil auf ganzer Seitenlänge, zum Teil ließen sich die Unbekannten auch an den Motorhauben aus. Der Sachschaden? "Mindestens 25 000 Euro", sagt Oberkommissar Diethard Funk von der Prümer Inspektion.Die Kosten trägt die Gesellschaft

Ein böses Erwachen für die Besitzer: "Hohlköpfe" - eine der noch zurückhaltenderen Bezeichnungen unter den Betroffenen für die Täter. Pro Fahrzeug müssen die Geschädigten mit bis zu 1200 Euro Reparaturkosten rechnen. Zwar springen die Versicherungen in den meisten Fällen ein - "aber am Ende steigen dann wieder die Prämien", sagt Funk. "Insofern bleiben wir alle auf dem Schaden sitzen." Für die Prümer Beamten ist die Tatserie alles andere als ein Fall von spontaner Sachbeschädigung: "Man muss hier von erhöhter krimineller Energie ausgehen", sagt Funk. "Normalerweise kriegt jemand nach dem ersten oder zweiten Auto ein schlechtes Gewissen. Hier aber war das nicht so - die haben gnadenlos weitergemacht. Und jedesmal neu die Tatentscheidung getroffen." Ähnlich gnadenlos, schätzt Funk, dürfte deshalb das Strafmaß ausfallen - sofern sich die Täter fassen lassen. Die Prümer Beamten appellieren deshalb erneut an alle Bürger, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen und mitzuteilen, was ihnen am fraglichen Wochenende aufgefallen ist. Denn auch scheinbar nebensächliche Beobachtungen könnten dazu führen, dass man die Verantwortlichen dingfest macht. Zumal der Weg, den sie bei ihrer nächtlichen Zerstörungs-Tour genommen haben, weitgehend geklärt ist. Er führte quer durchs Dorf: Auelstraße in Höhe des Parkplatzes am Plus-Markt, danach Kurallee, Raiffeisenplatz, Prümer-, Tal- und Wiesenstraße. Überall seien dort "wahllos" Autos beschädigt worden - und überall, betont die Polizei, besteht die Chance, dass die Täter gesehen oder gehört wurden. Der Stadtkyller Fall scheint unterdessen ein statistischer "Ausreißer" zu sein: Eine auffällige Zunahme an Sachbeschädigungen bei PKW insgesamt sei für die vergangenen Jahre nicht festzustellen, heißt es bei der Prümer Inspektion. Im Oberen Kylltal lag die Zahl pro Jahr bei durchschnittlich zehn Fällen. Letzte und gute Nachricht: Viele dieser Taten werden aufgeklärt. "Unsere Quote in diesem Bereich ist gut", sagt der stellvertretende Dienststellen-Leiter Josef Junk und versichert auch im aktuellen Fall: "Wir nehmen die Sache ernst. Und wir arbeiten mit voller Kraft an der Aufklärung. Dafür brauchen wir allerdings auch die Bürger." Die Polizei ruft erneut dazu auf, Beobachtungen zu melden. Telefon: 06551/9420.