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Kommunalpolitik
AfD Bitburg-Prüm erhofft sich drei Mandate im Kreistag

FOTO: dpa / Christophe Gateau
Bitburg-Prüm. Bisher hat die Alternative für Deutschland (AfD) im Eifelkreis keine große Rolle gespielt. Jetzt rüstet sich die Partei mit neuem Vorstand für die Kommunalwahl. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

16 Namen stehen Ende 2016 im Mitgliederregister der Alternative für Deutschland (AfD) im Eifelkreis. Während die Partei andernorts im Aufwind ist, zweistellige Ergebnisse erzielt, sitzt sie rund um Bitburg und Prüm bislang in keinem Gremium. Wenn es nach dem Vorsitzenden Freiherr Otto Hiller von Gaertringen geht, soll sich das aber spätestens im Mai 2019 ändern.

Vorsitzender von Gaertringen sagt: „Nimmt man die Ergebnisse der AfD im Kreis bei der Landtagswahl 2016 und der Bundestagswahl 2017 als Grundlage, rechnen wir uns sehr gute Chancen aus, mit mindestens drei Personen in den Kreistag einzuziehen.“

Doch wer Mandate erringen will, muss auch Personal haben. Dieses hat sich in der Zwischenzeit mehr als verdoppelt. 34 Mitglieder zähle der Kreisverband derzeit, sagt Hiller von Gaertringen, drei weitere Anträge würden bearbeitet: „Und die Zeichen stehen gut, dass diese Entwicklung anhält.“ Deshalb hat die Eifeler AfD bei ihrer Hauptversammlung auch beschlossen, den Vorstand auf zehn Köpfe auszuweiten.

Zum ersten Vorsitzenden wählte die Partei einstimmig den ehemaligen Bitburger Gymnasiallehrer Hiller von Gaertringen. Der führt den Kreisverband schon seit einigen Monaten kommissarisch. Wegen gesundheitlicher Ausfälle musste der ehemalige stellvertretende Vorsitzende den Posten übernehmen.

Zu seinen beiden Stellvertretern wählte die Versammlung Boris Schnee und John Fries. Der übrige Vorstand setzt sich aus zwei Schatzmeistern, zwei Schriftführern und drei Beisitzern zusammen.

Ziel dieser Vergrößerung soll es sein, sich besser für die kommende Kommunalwahl aufzustellen. Antreten wolle man zumindest bei der Kreistagswahl. Ob sich auch Kandidaten für die Verbandsgemeinderäte bewerben werden, sei unklar: „Wir prüfen derzeit, ob das sinnvoll wäre.“

Und wie will die AfD die Eifeler  für sich gewinnen? Die Arbeit am neuen Wahlprogramm hätte jedenfalls begonnen, sagt Hiller von Gaertringen. Noch dieses Jahr sollen die Programm vorliegen. „Die Schwerpunkte“, heißt es von dem ehemaligen Lehrer, „liegen in der Familien- und Jugendförderung, der Gesundheitsversorgung sowie der Stärkung des ländlichen Raumes.“

Mit fremdenfeindlichen Inhalten will die Partei in der Eifel offenbar nicht auf Stimmenfang gehen. „Innerhalb unseres Kreisverbandes gibt es keinen Rechtsruck“, sagt der Vorsitzende auf TV-Anfrage. Mitglieder würden vor der Aufnahme in die AfD Bitburg-Prüm daraufhin überprüft, ob sie „mit beiden Füßen auf dem Boden des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates stehen.“ Extremistische Aktivitäten habe es im Eifeler Kreisverband nie gegeben – „weder braun noch rot.“