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Alsdorfer Bürger packen es selbst an

Alsdorf. Die Liste dessen, was in der 440-Einwohner-Gemeinde Alsdorf in den vergangenen zehn Jahren umgesetzt wurde, ist lang. Mehr als 2,5 Millionen Euro nahm der kleine Ort zur Verbesserung der Lebensqualität in die Hand. Mit der Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses am letzten August-Wochenende ist das vorerst letzte große Vorhaben abgeschlossen. Nina Ebner

Alsdorf. Sanierungsbedürftige Straßen mit Schlaglöchern - die sucht man in Alsdorf (fast) vergebens. Nahezu jede Straßen ist frisch geteert, neue Kanäle und Wasserleitungen wurden verlegt, viele Gehwege neu angelegt. "Hier gibt es keine Straße, die nicht aufgerissen wurde", sagt Manfred Rodens, seit 2004 Ortsbürgermeister der 440-Einwohner-Gemeinde in der Verbandsgemeinde Irrel. Ein Mammutprojekt, das 2006 begonnen wurde, bis 2013 endgültig abgeschlossen werden soll und allein den Ort rund 1,6 Millionen Euro kostet. Dass sich der Ärger bei den Alsdorfern, die aufgrund der Einführung von wiederkehrenden Beiträgen einen Großteil der Maßnahmen für den Straßenausbau mitfinanzieren mussten, in überschaubaren Grenzen hielt - darauf ist der Ortschef stolz: "Das war für viele Bürger eine große finanzielle Belastung, dennoch haben die Leute im Dorf das mitgemacht, und viele haben in diesem Zuge gleich ihre Höfe und Fassaden mitsaniert."
Tausende ehrenamtliche Stunden


Und nicht nur das: Frei nach dem Motto des Ortsbürgermeisters, dass die schönste Straße nichts nütze, wenn es sonst im Ort nichts gebe, fanden sich in den vergangenen Jahren immer wieder Freiwillige, die in ihrer Freizeit mitanpackten, wenn es darum ging, im Ort ein neues Projekt umzusetzen und so die Gemeindekasse zu entlasten. Sei es, als 2005 der Kinderspielplatz ausschließlich mit Eigenleistungen neu gestaltet und modernisiert wurde, als dieser 2008 weitere Spielegeräte hinzubekam oder in diesem Jahr neu umzäunt wurde. Sei es, als 2007 und 2008 die Leichenhalle auf dem Friedhof ebenfalls ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit saniert wurde und 2010 der Parkplatz und die Gehwege des Friedhofs neu angelegt wurden. Oder als in diesem Frühjahr die Dorfchronik nach jahrelanger Arbeit vorgestellt werden konnte. Auch in und um die Pfarrkirche wurde immer wieder gewerkelt.
Viele Tausende ehrenamtliche Stunden sind so zusammengekommen, sagt Rodens. Der Ortsbürgermeister führt das große Engagement der Alsdorfer vor allem auf das rege Vereinsleben zurück: "Die Leute hängen eng zusammen - und sie wollen einfach, dass der Ort noch schöner wird." 2,5 Millionen Euro, überschlägt Rodens, konnte die Gemeinde auch dank der Mithilfe vieler Bürger in die Verbesserung der Lebensqualität im Ort investieren. Dazu gehört auch, dass am letzten August-Wochenende das vorerst letzte große Vorhaben mit einer Feier (siehe Extra) abgeschlossen wird: der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses mit angeschlossenem Gemeindelager, mit dem im Frühjahr 2010 begonnen worden war. Allein hier haben sich rund 40 Helfer - die meisten Mitglieder in der freiwilligen Feuerwehr - mit etwa 2500 Stunden an Eigenleistungen eingebracht und so den Gemeindeanteil an dem mehr als 200 000 Euro teuren Projekts gesenkt.
Und auch wenn Ortsbürgermeister Rodens sagt, der Ort und seine Bürger sollten nach der feierlichen Einweihung erst einmal durchschnaufen: Pläne für die Zukunft, um Alsdorf noch schöner zu machen, gibt es genug. Das Festprogramm zur Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Alsdorf: Samstag, 27. August: 18.30 Uhr Messe für die Kameraden der Feuerwehr Alsdorf mit dem Kirchenchor Alsdorf; 19.30 Uhr kirchliche Einsegnung des Gerätehauses des Gemeindelagers sowie eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF). Sonntag, 28. August: 10 Uhr Wandertag des Kreisfeuerwehrverbandes; 10.30 Uhr Ortsbürgermeister- und Wehrführerbesprechung; ab 11.30 Uhr Fahrzeugausstellung mit Aktion "Rauchmelder retten Leben"; 12 Uhr Mittagstisch; 14 Uhr Schauübung der Stützpunktfeuerwehr, Schlüsselübergabe Gerätehaus und TSF, musikalische Begleitung durch den Musikverein Alsdorf.