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Am Beckenrand wird keiner reich

Springen vom Beckenrand ist verboten und derzeit aufgrund des noch fehlenden Wassers auch nicht zu empfehlen. In spätestens drei Wochen soll im Cascade allerdings die Freibadsaison eröffnet werden. TV-Foto: Uwe Hentschel
Springen vom Beckenrand ist verboten und derzeit aufgrund des noch fehlenden Wassers auch nicht zu empfehlen. In spätestens drei Wochen soll im Cascade allerdings die Freibadsaison eröffnet werden. TV-Foto: Uwe Hentschel
Rund 267 000 Besucher hat das Bitburger Cascade-Erlebnisbad im vergangenen Jahr gehabt. Umgerechnet auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat damit jeder Gast 2,93 Euro Verlust verursacht. Grund dafür sind unter anderem die hohen Energiekosten, die für 2007 bei 460 000 Euro liegen. Ein zusätzliches Blockheizkraftwerk soll helfen, Geld einzusparen. Von unserem Mitarbeiter Uwe Hentschel

Bitburg. Ein öffentliches Schwimmbad, das ohne Verluste wirtschaftet, kenne sie nicht, sagt Elfriede Grewe, Geschäftsführerin des Cascade-Erlebnisbads. Jedoch habe sie einen Kollegen in Köln, der das derzeit versuche. Ob er damit Erfolg hat, muss sich zeigen. Doch da die Schwimmbad-Chefin nicht vorhat, die Eintrittspreise um drei Euro anzuheben, wird sich dieses ehrgeizige Projekt auf die Bitburger Einrichtung nicht übertragen lassen. Um die 2,93 Euro Kosten hat jeder Cascade-Besucher im vergangenen Jahr verursacht. Für 2008 soll dieser Wert laut Plan bei 3,12 Euro liegen."Damit liegen die Kosten bei rund 60 bis 70 Prozent des Umsatzes", sagt Grewe, und für ein Schwimmbad dieser Größenordnung sei dieses Verhältnis akzeptabel. Diese Kosten habe die Einrichtung schon vor dem Umbau zum Cascade verursacht, fügt sie hinzu, "und damals bestand das Schwimmbad nur aus einem rechteckigen Becken". Seitdem hat sich viel verändert - innen und außen. Doch das, was sich mit am meisten entwickelt hat, sind die Energiekosten. Lagen diese 2004 noch bei 380 000 Euro, so rechnet Elfriede Grewe für 2008 mit gut 100 000 Euro mehr.Um diese Kosten zu drücken, sei deshalb für dieses Jahr die Anschaffung eines zweiten Blockkraftheizwerks (BHKW) vorgesehen, sagt die Geschäftsführerin, die sich davon deutliche Einsparungen bei den Ausgaben für Strom erhofft, so dass von den Gesamterlösen aus Schwimmbad, Sauna, Massage, Solarien, Shop und Miete, die seit einigen Jahren bei knapp über 1,5 Millionen Euro liegen, nicht ein Großteil am Stromzähler dann wieder abgezogen wird. Es sei in diesem Zusammenhang auch seitens der Kreisverwaltung geprüft worden, ob ein größeres BHKW, über das weitere öffentliche Gebäude mitversorgt werden könnten, im Endeffekt für die Stadt günstiger wäre. Doch letztendlich sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass das unterm Strich kaum etwas ausmache, erklärt Grewe.Die Instandhaltungs-Kosten steigen

Das neue Blockheizkraftwerk soll also die Energiekosten drücken. Worauf es jedoch keinen Einfluss hat, sind die Ausgaben für die Aufrechterhaltung des Betriebs im Cascade, das mittlerweile zwölf Jahre alt ist. "Die Instandhaltungs-Kosten steigen natürlich mit zunehmendem Alter", sagt die Geschäftsführerin. 2007 waren es 135 000 Euro, und für 2008 sind auch schon 123 000 Euro eingeplant. So laufen derzeit beispielsweise im Außenbereich Arbeiten am Planschbecken. Allzu lange können sich die Handwerker dort jedoch nicht mehr aufhalten, denn spätestens am 21. Mai soll die Freibadsaison eröffnet werden. Und dann zeigt sich wieder, dass trotz der zukünftig zwei Blockheizkraftwerke die Abhängigkeit vom größten Energieversorger, nämlich der Sonne, nach wie vor gegeben ist.