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Infrastruktur
Anlieger am Rautenberg müssen noch viel Geduld aufbringen

Die Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen am Rautenberg dauert noch bis Ende des Jahres. Dann wird eine provisorische Straßendecke aufgetragen.
Die Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen am Rautenberg dauert noch bis Ende des Jahres. Dann wird eine provisorische Straßendecke aufgetragen.
Bitburg. Die Erneuerung von Abwasser- und Wasserleitungen dauert noch bis Ende des Jahres. Und das nächste Bauvorhaben steht schon in den Startlöchern. Von Maria Adrian
Maria Adrian

In Bitburg ist es zurzeit sehr schwierig, einen kostenlosen Parkplatz zu finden. Das liegt auch an den vielen Baustellen. Seit der letzten Juliwoche ist am Rautenberg kein Parken und kein Durchkommen für Nicht-Anlieger möglich. Dort werden Abwasser- und Wasserleitungen erneuert. „Diese Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis Ende des Jahres“, sagt Werkleiter Bernd Goeblet. Immer natürlich vorausgesetzt, dass die Witterung mitspielt.

Wenn  alles fertig ist, bekommt die Straße eine provisorische Deckschicht und wird wie ein Flickenteppich aussehen. „Es herrscht eine gute Stimmung auf der Baustelle und man nimmt Rücksicht aufeinander“, betont Goeblet und möchte alle Beteiligten ausdrücklich loben und den Anliegern für ihre Geduld danken. So weit, so gut.

Nur, mancher Anlieger versteht nicht, dass die Straße, nachdem die Leitungen verlegt sind, nicht gleich auch richtig ausgebaut wird.

„In zwei Jahren reißen die hier wieder alles auf“, sagt ein Anwohner verärgert. Er möchte namentlich nicht genannt werden. Und: „Das ist doch Verschwendung von Steuergeld.“ Das könnte  doch alles in einem Abwasch gemacht werden, findet auch Franz Sander.

„So einen Straßenausbau kann man nicht spontan in Angriff nehmen, das braucht einen gewissen Planungszeitraum“, sagt hingegen  Bauamtsleiter Berthold Steffes. Zudem müssten Fördermittel generiert werden, und auch das brauche Zeit.

Der Ausbau sei zwar im Investitionsplan 2017 berücksichtigt und für 2022 angedacht, ob es  aber tatsächlich 2022 dazu komme, da sei er noch nicht sicher.

Außerdem werde ja am Rautenberg in diesem Jahr noch eine weitere Baustelle eingerichtet. „Die Firma Eifelhaus möchte noch 2018 mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses auf der Freifläche zu Edeka beginnen“, sagt Steffes. Der Zulieferverkehr durch schwere LKW mit Baumaterial  und ein Kran würden die Straße auch noch  erheblich beanspruchen.

Da der Bau des Wohn- und Geschäftshauses etwa 18 bis 20 Monate dauern werde, würde ein richtiger Ausbau nach Abschluss der Sanierung von Abwasser- und Wasserleitungen noch viel weniger Sinn haben, sagt der Bauamtsleiter.

Die Straße sei durch Frostschäden sehr mitgenommen, und auch die Gehwege seien in keinem guten Zustand. Und das alles werde den Ausbau auch für die Anlieger immens teuer machen, gibt Steffes zu bedenken. „Daher werden wir auch in Anliegerversammlungen selten gefeiert.“  Die Arbeiten der Werke hingegen kosteten die Anlieger kein Geld.

Dass der Straßenausbau so immens teuer geworden sei und sich die Kosten in den letzten acht Jahren mehr als verdoppelt hätten, auch dafür hat Steffes eine Erklärung: Das liege laut Steffes auch an den stark gestiegenen Kosten für die Entsorgung von teerhaltigen Baustoffen.