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MUSIK
Auf dem Weg nach Wacken

De Schoouten spielen bei der vierten Auflage von PickStock Kölsch- und Deutsch-Rock.
De Schoouten spielen bei der vierten Auflage von PickStock Kölsch- und Deutsch-Rock. FOTO: tv / Robert Klein
Pickließem. Woodstock oder PickStock? Die Frage erübrigt sich: Denn Woodstock ist vorbei, und PickStock lebt. Am Samstag geht es los.
Ulrike Löhnertz

Bethel? Keiner kannte den 4000-Seelen-Ort in den USA, bis 1969 dort 400 000 Hippies einfielen, um drei Tage lang mit Musik zu feiern. Das Festival Woodstock machte die Kleinstadt weltbekannt.

Ob es Pickließem genauso geht? Zumindest würde das die Macher des Festivals „PickStock“, das am Samstag, 28. Juli, stattfindet, nicht stören. Doch zunächst ist die Pickließemer Theatergruppe, die das Festival nun zum vierten Mal ausrichtet, schon ganz zufrieden mit der Resonanz.

Immerhin, berichtet Mitglied Robert Klein, habe man vor vier Jahren beim ersten Open-Air-Konzert „nur eine Band gehabt, und das Ganze hatte noch keinen Namen“. Das hat sich nun geändert. Eine Amerikanerin, die mit ihrem Mann in Pickließem wohnt, hat den Namen erfunden. Bei der vierten Auflage von PickStock sind schon vier Bands am Start.

Zudem hat sich die Ausstattung verbessert: Die erste Bühne war ein landwirtschaftlicher Anhänger, jetzt haben die Pickließemer eine professionelle Bühne. Ach ja, Campen ist natürlich auch möglich - ganz wie 1969 in Bethel.

Ein bisschen anders ist es bei den Zuschauerzahlen - statt 400 000 Menschen kamen in Pickließem in den vergangenen Jahren rund 300 auf das Festivalgelände, das vor dem Gemeindehaus, dem Mathieu-Molitor-Haus, liegt.

„Der jüngste Zuschauer letztes Jahr war sechs, der älteste 76 Jahre“, berichtet Klein. Es gab sogar Gäste aus dem Taunus. Und zwar rund 30 Leute der Feuerwehr Görsroth/Kesselbach, die prompt einen Preis für die weiteste Anreise bekamen.

Sie sind auch in diesem Jahr wieder dabei, ebenso wie die Jungs der Band „Prima Klima“. Klein: „Ihnen hat es letztes Jahr als Zuschauer so gut gefallen, dass wir sie überzeugen konnten, dieses Jahr zu spielen.“

Und was gibt’s zu hören? Rock, Metal und Pop und vielleicht auch etwas Marschmusik - schließlich ist neben den Bands „De Schouuten“, Jimmy Reloaded und Prima Klima auch die Feuerwehrkapelle Pickließem mit von der Partie.

Sie läutet den Abend ein, den viele Mitglieder des Theatervereins und weitere freiwillige Helfer möglich machen.

Und auch die Einwohner von Pickließem. Denn sie reagierten, so Klein, sehr verständnisvoll auf die Belästigung an PickStock durch Lärm und Verkehr.

Bei Woodstock war das übrigens ein bisschen anders: Da hagelte es Beschwerden, und schon im Vorfeld gab es Unterschriftenlisten gegen das Festival.

Davon kann in Pickließem keine Rede sein. Gut, ganz so groß ist das Festival ja auch nicht. Aber Robert Klein und seine Mitstreiter sind ja nicht am Ende ihrer Träume.

„Unser Vorbild ist Wacken, und wir wollen irgendwann so groß sein“, meint er - allerdings nicht ganz ernsthaft. Okay, Wacken hat ja auch mal ganz klein angefangen. Und Woodstock ist eh kein Maßstab für PickStock. Das war schließlich nur ein einziges Mal.