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Menschen
Auf Hund und Hühner gekommen

Monika Fink freut sich über die frischen Eier, die das Huhn Frieda und ihr sieben Kolleginnen jeden Tag legen.
Monika Fink freut sich über die frischen Eier, die das Huhn Frieda und ihr sieben Kolleginnen jeden Tag legen. FOTO: Uwe Hentschel
Idesheim. TV-Reihe „Was macht eigentlich...?“ – heute: Monika Fink. Nach ihrem Rückzug aus Mainz widmet sich die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Monika Fink ihrem Ehrenamt – und anderen Dingen, die ihr Spaß machen. Von Uwe Hentschel

Nach der Freude über den Besuch sucht sich Nala erst einen neuen Gegenstand und dann die dazu passende Beschäftigung. Die junge Labradorhündin wird recht schnell fündig, legt sich hin und dann los. Ein Handfeger muss herhalten. Genüsslich kaut sie an dem Teil herum, von dem eine Viertelstunde später nicht viel mehr übrigbleibt als Borsten und vollgesabbertes Kunststoffgranulat.

„Oh, Nala“, stöhnt Monika Fink grinsend, sucht dann das zum einstigen Handfeger gehörende Gegenstück und schiebt das gekaute Werk mit der Hand auf die Kehrschaufel. Der Hund freut sich über die Aufmerksamkeit, wedelt mit dem Schwanz und hält dann nach der nächsten Beschäftigungsmaßnahme Ausschau.

„Nala kommt öfters zu Besuch“, sagt Fink. Der braune Labrador ist nicht ihr Hund, sondern gehört einer ihrer Töchter. Wenn sie nicht da ist oder im Urlaub, kümmert sich die Mutter um den Hund. Die Zeit dazu hat Fink. Also meistens. Und die nutzt die 66-Jährige auch. Vor allem zum Lesen. Am liebsten historische Romane, wie sie sagt. Und sie fährt gerne mit ihrem neuen E-Bike. „Eine feine Sache“, meint Fink, während sie im Garten sitzt, das schöne Wetter genießt und nicht einmal ansatzweise den Eindruck erweckt, als würde ihr die Arbeit in Mainz fehlen.

Mehr als 13 Jahre war die gebürtig aus der Gegend bei Wuppertal stammende Wahl-Idesheimerin SPD-Landtagsabgeordnete. Ende 2014 hat sie dann ihr Mandat vorzeitig niedergelegt und den Posten für einen Jüngeren, Nico Steinbach, freigemacht. Der Grund: Steinbach sollte die Chance haben, sich auf die im Jahr darauf bevorstehende Landtagswahl vorzubereiten.

Bereut hat sie ihren freiwilligen Rückzug aus der Landespolitik nicht. Im Gegenteil: „Das war eine meiner besten Entscheidungen“, sagt Fink. So lange im Amt bleiben, bis man sie irgendwann hinausschiebe, das sei nie ihr Ziel gewesen. Das tiefe Loch, vor dem sich viele beim Abschied aus dem Berufsleben fürchten, wurde bei Fink mit so viel Aufgaben gefüllt, dass sie da erst gar nicht hineinfallen konnte. Zum einen, weil sie als Mitglied des Kreistags und des VG-Rats Bitburger Land nach wie vor politisch aktiv ist. Zum anderen durch ihre Tätigkeit als Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Bitburg-Prüm.

Als solche war sie vor zwei, drei Jahren auch maßgeblich an der Koordination der Flüchtlingshilfe beteiligt. Es war eine stressige Zeit, doch im Nachhinein ist Fink froh, dass es so gekommen ist. „Dadurch hatte ich überhaupt keine Zeit, darüber nachzudenken, was ich jetzt mit meiner Zeit mache“, sagt sie.

Nicht lange nachdenken muss die ehemalige Abgeordnete auch auf die Frage, welches für sie wichtige Projekt sie in ihrer Amtszeit nicht abschließen konnte. „Das Gesundheitszentrum in Neuerburg hätte ich noch gerne mit zu Ende gebracht, weil da auch viel Herzblut reingeflossen ist“, sagt Fink. Sie sei aber guter Dinge, dass es dort zu einer guten Lösung kommen werde. Zumal ihr Nachfolger da auch sehr engagiert sei.

Und während die ehemalige Landtagsabgeordnete von sozialpolitischen Themen, die ihr nach wie vor wichtig sind, und der enormen Hilfs- und Spendenbereitschaft der Eifler Bevölkerung nach der Unwetterkatastrophe erzählt, wird sie auf einmal von einem aufgeregten Gackern unterbrochen. „Ah, da hat grad ein Huhn ein Ei gelegt und sagt jetzt den anderen Bescheid“, freut sich Fink.

Seit kurzer Zeit ist sie stolze Besitzerin von acht Hühnern und einem Hahn, die sich mit zwei Kaninchen und zwei Laufenten ein Gehege teilen. Fehlen eigentlich nur noch Ziegen, dann wäre der Streichelzoo perfekt. Jeden Tag acht frische Eier. Die werden in der Familie und in der Bekanntschaft verteilt. „Die kann ich alleine ja gar nicht alle essen“, sagt Fink, die ganz begeistert ist von ihrem neuen Hobby. „Man schmeckt bei den Eiern wirklich einen Unterschied, die sind einfach lecker.“

Der Hahn heißt übrigens Felix. Von den Hühnern hat bislang nur eines einen Namen. Nämlich Frieda. Wenn Fink „Puuut-put-put-put“ ruft, ist Frieda die erste, die kommt. „Den Namen hat ihr meine Enkeltochter gegeben“, erklärt Fink. Dann geht sie ins Freilandgehege und nimmt Frieda auf den Arm. Die junge Labradordame steht auf der anderen Seite des Zauns und schaut interessiert ins Gehege, wo ganz schön was los ist. Scheint, als wüsste auch Nala, wie sie ihre Freizeit gestalten könnte.