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Außen Scheune, innen Galerie

Das ist die alte Lagerhalle in Weidingen nach dem Umbau. Die Bauherren wurden dafür mit dem Baukulturpreis des Eifelkreises ausgezeichnet. Foto: privat
Das ist die alte Lagerhalle in Weidingen nach dem Umbau. Die Bauherren wurden dafür mit dem Baukulturpreis des Eifelkreises ausgezeichnet. Foto: privat
Weidingen. Ein gutes Beispiel, wie sich moderne Architektur an die Eifellandschaft und ihre typische Bauweise anpasst, ist die Ausstellungs- und Lagerhalle in Weidingen. Für das Gebäude, in dem moderne Kunst in einer stilisierten Lagerhalle ein Zuhause gefunden hat, haben die Architektin Anja Axt aus Trier und der Bauherr Max Hetzler aus Berlin den Baukulturpreis des Eifelkreises Bitburg-Prüm erhalten. Nora John

Weidingen. Das Gebäude in Weidingen wird zwar schlicht Lagerhaus genannt, es ist aber eigentlich viel mehr. Hier hat Architektin Anja Axt aus Trier einen Bau im Stil einer Feldscheune entworfen, die im Inneren Raum für die Lagerung und Ausstellung moderner Kunst bietet. Bauherr ist der Galerist Max Hetzler aus Berlin, der hier Kunstwerke eben nicht nur lagern, sondern auch zeigen möchte.
TV-Serie Baukultur


Für Architektin Anja Axt war bei diesem Auftrag die besondere Herausforderung, die Gestaltung des Neubaus am Erscheinungsbild der schon vorhandenen, unter Denkmalschutz stehenden Bausubstanz zu orientieren. "Es sollte explizit eifeltypisch sein", sagt die Architektin.
Sie entwarf eine Halle, die von außen durch ihre geschlossene Holzbauweise wie ein schlichter Heuschober wirkt. Das Besondere dabei: Die großen Scheunentore lassen sich verschieben und geben breite Fensterflächen frei. Ebenso die Tennenklappen, die - wenn sie hoch geklappt werden - Licht ins Gebäude lassen.
Das Innere ist ganz in Weiß und reduziert gehalten. So ist der Raum wandelbar und die dort ausgestellte Kunst kommt gut zur Geltung.
Einmal jährlich lädt der Bauherr Max Hetzler zu einem Sommerfest auf das Anwesen ein. Dieses Fest bildet den Auftakt zu einer einmonatigen Ausstellung. Danach schließen sich die Scheunentore wieder und das Gebäude wird erneut zum reinen Lagerraum.
Der Bauherr Max Hetzler hatte vor rund 25 Jahren den Altbau im Umfeld der neuen Lagerhalle erworben. Mittlerweile ist ein ebenfalls von Anja Axt geplantes Gästehaus dazugekommen.
In der Begründung für den Baukulturpreis heißt es: "Die Interpretation einer Feldscheune spielt mit regionalen Traditionen, der Funktion des Lagerns und einer sich beim Näherkommen offenbarenden, hohen Detailqualität mit überlegter baulicher Ausformung. Die Gegenpole Alt - Neu, Außen - Innen und dörfliche Umgebung - zeitgenössische Kunst werden gekonnt inszeniert."
Extra

In unserer TV-Serie Baukultur stellen wir in loser Folge Gebäude vor, die den Preis des Eifelkreises Bitburg-Prüm für Baukultur bekommen haben. Dabei handelt es sich um alte, wiederaufgebaute Häuser, aber auch um Neubauten, Privathäuser, Geschäftshäuser und öffentliche Bauten. Das Wichtigste ist, dass sich die Gebäude der in der Eifel üblichen Bauweise anpassen. noj