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Autoknacker nehmen Eifel ins Visier

Serientäter am Werk: 287 KFZ-Aufbrüche verzeichnet die Polizei Bitburg für das Jahr 2002.Foto: Heike Thelen
Serientäter am Werk: 287 KFZ-Aufbrüche verzeichnet die Polizei Bitburg für das Jahr 2002.Foto: Heike Thelen
BITBURG. Die Zahl der Straftaten im Einsatzgebiet der Polizei Bitburg ist laut der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr um rund 16 Prozent auf 3234 Fälle gestiegen. Mit einer Aufklärungsquote von über 60 Prozent liegt Bitburger Polizei über dem Landesdurchschnitt. Von unserem Redaktionsmitglied <br>DAGMAR SCHOMMER

Auf dieErfolge bei der Verbrechensaufklärung ist der Leiter derBitburger Polizeiinspektion, Friedel Jaeger, stolz. Nach derKriminalstatistik für das Jahr 2002 liegt die Aufklärungsquoteder Bitburger Polizei mit 60 Prozent sogar über demrheinland-pfälzischen Landesdurchschnitt von etwa 57 Prozent. "In diesem hohen Wert kommt die Motivation unserer Beamten zum Ausdruck", sagt der Bitburger Polizei-Chef. Haben seine Beamten 2002 doch sogar rund vier Prozent mehr Fälle aufgeklärt als im Vorjahr. "Und das, obwohl die Arbeit seit dem 11. September 2001 für uns schwieriger geworden ist, da wir auch an der Sicherung amerikanischen Einrichtungen wie der Housing und der Air Base beteiligt sind", erklärt Jaeger.

Drogen-Problematik auch in der Eifel ein Thema

Doch auch die Zahl der registrierten Straftaten ist im Zuständigkeitsgebiet der Bitburger Polizei um rund 16 Prozent auf 3234 Fälle gestiegen. Im Landesdurchschnitt hingegen wuchs die Zahl der Delikte "nur" um sieben Prozent auf rund 29 000 registrierte Fälle.

"Der relativ hohe Anstieg der Straftaten in der Eifel ist überwiegend auf eine Zunahme im Bereich der einfachen und schweren Diebstähle zurückzuführen und deshalb nicht Besorgnis erregend", sagt Jaeger. Bei den einfachen Diebstählen hätten die Ladendiebstähle und bei den schweren Diebstählen KFZ-Aufbrüche den Anstieg bewirkt. "In diesem Bereich hatten wir es verstärkt mit Serien zu tun, die überwiegend aufgeklärt wurden", beruhigt Jaeger.

Besorgnis erregend sei hingegen der Anstieg der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und damit zusammenhängend der Anstieg der Beschaffungskriminalität (hauptsächlich KFZ-Aufbrüche und Ladendiebstähle). Auffallend jung seien die Täter dieser Delikte: "Das geht mit etwa 14 oder 15 Jahren los. Die meisten sind nicht älter als 21 Jahre", sagt Jaeger. "Es ist eine Illusion, dass es Drogen-Delikte nur in Städten gibt." Auf diese besondere Problematik habe die Bitburger Polizei bereits ihr Augenmerk gerichtet. Mehr konnte Jaeger dazu wegen laufender Ermittlungen nicht sagen.

Auffallend sei, dass sich die Diebstähle aus Schulen, Sporthallen und Schwimmbädern von 17 auf 34 Fälle verdoppelt haben. "Es scheint eine Klientel zu geben, die sich zunehmend darauf spezialisiert", interpretiert Jaeger die Zahlen. Auch der Anstieg gestohlener (meist hochwertiger) Fahrräder ist für den Polizei-Chef bemerkenswert: "Das könnte ein Hinweis sein, dass sich in der Eifel, ähnlich wie in Großstädten, ein organisierter Fahrrad-Diebstahl entwickelt."

Wichtig ist ihm dass "die Bürger in der Eifel nach wie vor in einer der sichersten Regionen Deutschlands leben, wenn man die Straftaten in Relation zu den Einwohnern betrachtet". Zudem seien Delikte, die das subjektive Sicherheitsgefühl besonders berühren - wie Raubüberfälle und schwere Körperverletzung mit 328 Fällen auf relativ niedrigem Niveau geblieben.

Zudem ist bei diesen Delikt-Arten die Aufklärungsquote mit 90 Prozent besonders hoch.

Mit zahlreichen Hinweisen hätte die Bevölkerung die Ermittlungen unterstützt. Manchmal sei "der Tipp am Rande" sogar ausschlaggebend. Für dieses Jahr wünscht sich der Bitburger Polizei-Chef vor allem, dass die Personalstärke der Polizei nicht geschmälert wird.