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B 50: Eine der gefährlichsten Strecken

Bitburg. 186 Unfälle wurden im vergangenen Jahr auf dem B-50-Abschnitt zwischen Binsfeld und Vianden registriert. Trotz leichter Zunahme gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der dabei schwer verletzten oder getöteten Verkehrsteilnehmer erneut zurückgegangen. Dennoch zählt die Strecke nach wie vor zu den gefährlichsten des Landes.

Bitburg. Mehr als zehn Millionen Euro sind in den vergangenen zehn Jahren in den 51 Kilometer langen B-50-Abschnitt zwischen Vianden und Binsfeld investiert worden (siehe Hintergrund). Und es scheint, als seien diese Investitionen sinnvoll gewesen. Denn die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen schwer verletzt oder sogar getötet wurden, hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Waren es beispielsweise 2009 noch 59 Verkehrsteilnehmer, die bei Unfällen zu Schaden kamen (21 davon wurden schwer verletzt), so sind es 2011 "nur" noch 46 Menschen gewesen (darunter neun Schwerverletzte).
Auch die Zahl der Getöteten ist zurückgegangen. 2009 waren es drei, 2010 zwei und im vergangenen Jahr einer. Wobei die drei Toten 2009 auch ein tragisches Extrem waren. So kamen beispielsweise 2006 und 2008 gar keine Verkehrsteilnehmer ums Leben.
Doch auch wenn von der Polizei insgesamt 186 Unfälle und damit sechs mehr als im Vorjahr erfasst wurden, so ist bei den Unfällen tendenziell ein Rückgang zu verzeichnen. 2009 waren es noch 226 Unfälle, 2005 sogar 273, so dass im Vergleich dazu im vergangenen Jahr 30 Prozent weniger Unfälle passiert sind als noch vor sechs Jahren.
Auch die Zahl der Schwerverletzten hat sich gegenüber 2005 (25) mehr als halbiert. "Eine Detailanalyse wird zeigen, ob die Rückgänge flächendeckend sind oder ob es regional besondere Veränderungen gibt", sagt Ulrich Müller, Leiter der Verkehrspolizei in Wittlich, der die Zahlen jährlich auswertet und in den kommenden Wochen die Unfallstatistik 2011 noch etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte.
Was Müller bei dieser Auswertung immer wieder auffällt, ist, dass die Unfallzahl auf dem Abschnitt Bitburg - Binsfeld (124) zwar deutlich höher ist als zwischen Bitburg und Vianden (62), Letzteres aber der Abschnitt ist, wo in der Regel die schwersten Unfälle passieren. Dazu zählt auch der Unfall im April 2011 zwischen Obersgegen und Geichlingen, bei dem ein 39-jähriger Motorradfahrer getötet wurde. "Wir führen das auf den relativ guten Ausbauzustand und das geringere Verkehrsaufkommen im Vergleich zur B 50 zwischen Bitburg und Binsfeld zurück", erklärt Müller. "Die Geschwindigkeiten sind einfach höher und damit auch in aller Regel die Unfallfolgen."
Insgesamt aber ist der durch den Eifelkreis verlaufende B-50-Abschnitt sicherer geworden. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass dieser Teil der Bundesstraße nach wie vor zu den gefährlichsten Abschnitten des Landes gehört, was die Verletztenquote betrifft. Der Anteil der Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen, lag im vergangenen Jahr nämlich bei 16,7 Prozent und damit deutlich höher als der Landesschnitt mit knapp zwölf Prozent oder aber der Durchschnitt aller Unfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bitburg (11,63 Prozent).
Auch die oft als bedrohlicher empfundene B 51 ist, was die Verletzungsquote bei Unfällen betrifft, weniger gefährlich als die B50. Dort lag der Anteil an Unfällen mit Personenschaden laut Müller bei rund 14 Prozent. Und bei der ebenfalls durchs Kreisgebiet verlaufenden B 257 waren es sogar nur sieben Prozent.Extra

Investitionen: Zu den größten Bauprojekten der vergangenen Jahre zählen entlang der B 50 die Ausbauarbeiten zwischen Roth und Obersgegen (1,46 Millionen Euro), bei Sinspelt (1,8 Millionen Euro) und bei Geichlingen (1,55 Millionen Euro). Für rund 750 000 Euro wurde 2011 zudem außerhalb der Ortslage Oberweis die Fahrbahn erneuert. Weitere zwei Millionen Euro sind in den vergangenen beiden Jahren in den Abschnitt zwischen Bitburg und Dudeldorf investiert worden, wo unter anderem eine Kurve entschärft, die Entwässerung optimiert und bei Dudeldorf eine Kreuzung durch einen Kreisverkehr ersetzt wurde. Für mehr Sicherheit soll auch der Kreisverkehr sorgen, der derzeit im Osten Bitburgs an der Anschlussstelle Albachstraße für 650 000 Euro errichtet wird.uheExtra

An 75 und damit 40,3 Prozent aller im vergangenen Jahr registrierten Unfälle auf der B 50 waren Tiere beteiligt. Im Gegensatz zum Gesamtunfallaufkommen, das in dem Abschnitt Bitburg - Binsfeld deutlich höher ist als zwischen Bitburg und Vianden, ist es bei den Wildunfällen genau umgekehrt. Auf der Strecke Bitburg - Vianden wurden im vergangenen Jahr 31 Wildunfälle (50 Prozent der 62 dort erfassten Unfälle) gezählt, zwischen Bitburg und Binsfeld waren es von den insgesamt 124 Unfällen lediglich 44 (35,5 Prozent). Die hohe Dichte an Wildunfällen im westlichen Verlauf ist damit zu erklären, dass die B 50 dort durch mehrere Waldgebiete führt. uhe