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Behandlung übers Internet: Telemedizin für Herzpatienten

Bitburg. Eine chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Das Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg bietet diesen Patienten jetzt die Teilnahme an dem Projekt "EHeR-versorgt" an, bei dem eine telemedizinische Betreuung die herkömmliche ärztliche Behandlung ergänzt.

Bitburg. Eine chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Die Patienten leiden unter Atemnot, Müdigkeit und einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit. Schon Treppensteigen kann zu einer großen Belastung werden. "Diese Patienten brauchen eine gute medizinische Betreuung, damit sich ihre Erkrankung nicht verschlechtert", sagt Professor Rainer Zotz, Chefarzt der Kardiologie des Marienhaus Klinikums Eifel Bitburg.
Zotz bietet diesen Patienten von nun an die Teilnahme an dem Projekt "EHeR-versorgt" an. Der Projektname steht für: Etablierung eines Versorgungskonzeptes für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und/oder Herzrhythmusstörungen in Rheinland-Pfalz. Das Gesundheitsministerium hat diese Studie ins Leben gerufen.
"Gerade in dem strukturschwachen Landkreis Bitburg-Prüm müssen Patienten oftmals weite Wege zu ihrem behandelnden Arzt zurücklegen", sagt Zotz. Die Telemedizin (siehe Extra) könne die herkömmliche ärztliche Betreuung sinnvoll ergänzen, niemals aber ersetzen, erklärt der Kardiologe.
Deshalb holt er den Hausärzteverband und die niedergelassenen Ärzte auch mit ins Boot, wenn es um die Aufnahme der Patienten ins Projekt geht.
Leistungsfähigkeit nimmt ab


Die Voraussetzungen dafür sind genau festgelegt: Unter anderem müssen die Patienten eine Herzschwäche mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von maximal 35 Prozent aufweisen. Das bedeutet, dass die linke Hauptkammer des Herzens höchstens 35 Prozent Blut in den Körper pumpt. Zotz: "Diese Patienten kommen oft ins Krankenhaus, weil sie selbst in Ruhe unter Luftnot leiden, nur noch hochgelagert schlafen können, geschwollene Beine haben und ihre Leistungsfähigkeit dramatisch abnimmt. Nach Behandlung im Krankenhaus geht es ihnen danach meist wieder besser.
Zotz: "Das telemedizinische Projekt bietet hier zusätzlich eine engmaschige Überwachung, damit kritische Veränderungen sofort registriert und schon im Anfangsstadium behandelt werden können." Die Studie läuft für jeden teilnehmenden Patienten über ein halbes Jahr. Die wissenschaftliche Auswertung übernimmt das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering. red
Extra

Die Teilnehmer müssen sich täglich wiegen und den Blutdruck messen. Über ein mit dem Internet verbundenes Gerät werden die Daten an das Telemedizinzentrum des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern gesendet und dort ausgewertet und überwacht. Im Falle einer Veränderung werden die Teilnehmer angerufen und die Ursache der Veränderung abgeklärt. red