| 20:38 Uhr

Beratung in allen Lebenslagen

Eva Maria Wendling berät Menschen, die wegen ihrer Arbeitslosigkeit Hilfe brauchen. TV-Foto: Stefanie Glandien
Eva Maria Wendling berät Menschen, die wegen ihrer Arbeitslosigkeit Hilfe brauchen. TV-Foto: Stefanie Glandien
Bitburg-Prüm. Arbeitslos, hilflos, orientierungslos: Wer plötzlich ohne Job dasteht, der geht zum Arbeitsamt. Doch nicht jeder findet sich im Behördendschungel zurecht. Eine Anlaufstelle bei Fragen rund um die Erwerbslosigkeit ist die Arbeitsloseninitiative (Alibi) im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Stefanie Glandien

Bitburg-Prüm. "Wir bieten Ihnen Betreuung und Begleitung in allen Lebenslagen" heißt es verheißungsvoll in einem Flyer der Beratungsstelle der Arbeitsloseninitiative (Alibi) im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Geworben wird für ein Projekt mit der Abkürzung BIL, was so viel bedeutet wie berufliche Integration langfristig erwerbsloser Menschen.
Doch der Verein Alibi ist vor allem auch bekannt als Anlaufstelle bei Fragen rund um die Erwerbslosigkeit. "Ob es um das Ausfüllen von Anträgen geht, Unterstützung bei Bewerbungen oder nur das Bedürfnis zu reden - jeder kann zu mir kommen. Wenn ich nicht weiterhelfen kann, habe ich zumindest einen Tipp, an wen man sich wenden kann", sagt Eva Maria Wendling. Die gelernte Bürokauffrau und Diplom-Pädagogin steht seit 2011 Hilfesuchenden zweimal wöchentlich je vier Stunden mit Rat und Tag zur Seite. Und das kostenlos, denn das Angebot wird aus privaten Spenden und mit Mitteln der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe finanziert.
Viele ältere Menschen


Im vergangenen Jahr ließen sich 265 Menschen von ihr beraten. Im Durchschnitt waren es eher ältere Menschen. Darunter zum Beispiel ein alleinerziehender Mann Anfang 50, der unter anderem an Rheuma litt. Schon den Alltag mit den zwei Kindern zu bewältigen, wovon eins ebenfalls chronisch krank ist, gestaltete sich schwierig.
Nun stand noch ein Umzug in eine andere Wohnung an, doch die Kostenübernahme für den Hartz-IV-Empfänger war ungeklärt. Nur ein Fall, um den sich Eva Maria Wendling gekümmert hat. Unter ihren Klienten sind auch viele Selbstständige, die nicht für die Rente vorgesorgt haben. "Es gibt leider viele, die das versäumen", sagt die Beraterin. Darunter auch eine Witwe, die nach dem Tod ihres selbstständigen Mannes vor dem Nichts stand. Das Geschäft musste verkauft werden. Die Witwe bekommt zu ihrer kleinen Rente nun noch eine Grundsicherung, damit das Einkommen für ihren Lebensunterhalt reicht. "Man sollte schon in jungen Jahren alle Dokumente aufheben für Zeiten, die man später für die Rente angerechnet haben möchte. Wer das nicht macht, hat es später schwer, den Nachweis zu bringen", rät Eva Maria Wendling.
Infos über Rentenversicherung


Wer sich schon vor Renteneintritt über seine spätere Versorgung informieren möchte, sollte sich an die Deutsche Rentenversicherung wenden, die auch in den Verwaltungen vor Ort zu verschiedenen Terminen Beratungen anbietet. Die Termine werden in den Amtsblättchen bekanntgegeben. Die Caritas bietet außerdem noch Schuldnerberatungen an.Extra

Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) muss jeder vierte Vollzeitbeschäftigte im Eifelkreis Bitburg-Prüm künftig mindestens 47 Jahre lang arbeiten, um eine Rente zu bekommen, die knapp oberhalb der Grundsicherung liegt. Laut DGB arbeiten im Kreis 25 Prozent der Vollzeitbeschäftigten (4595 Menschen) zu einem Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 1890 Euro im Monat. Die Durchschnittsrente lag im Zugangsjahr 2012 in der Region Trier bei 881 Euro (Männer) und 427 Euro (Frauen). Quelle: DGB Region Trier. sn