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Blitzer an der B 51 bei Bitburg
Beweglich und manchmal teuer

Teure Fotos: Einer der beiden semi-mobilen Blitzer des Polizeipräsidiums steht derzeit an der B 51 in Bitburg.
Teure Fotos: Einer der beiden semi-mobilen Blitzer des Polizeipräsidiums steht derzeit an der B 51 in Bitburg.
BITBURG. Sie sind eckig, weiß und machen Bilder: die beiden semi-mobilen Blitzer des Polizeipräsidiums Trier. Warum einer davon so oft an der B 51 bei Bitburg steht, erfahren Sie hier. Von Ulrike Löhnertz
Ulrike Löhnertz

Autofahrer sind zwar lernfähig. Aber es scheint noch Luft nach oben zu sein. Denn der weiße Anhänger mit dem Kennzeichen RPL 4 5476, in dem sich eine sogenannte semi-mobile Blitzanlage befindet, die Temposünder im Bild festhält, steht immer wieder an der B 51. Genau genommen Richtung Trier an der Abfahrt zur B 50 hinter Stahl, wo Tempo 70 angesagt ist.

Seit dem 3. September ist der Dauergast wieder da. Schon im April 2018 stand die Anlage zwei Wochen dort, im Mai drei Wochen, im Juni zwei Wochen und im Juli erneut drei Wochen. Dass der Anhänger, der es in sich hat, immer wieder  dort steht, könnte bedeuten, dass dort immer noch zu schnell gefahren wird.

Auf diese Aussage will sich Norbert Heinz, Leiter der  Dienststelle Zentrale Verkehrsdienste beim Polizeipräsidium Trier, zwar nicht festlegen lassen, aber er sagt ganz allgemein: „Unser semi-mobiles Messgerät steht meist eine Woche an einer Stelle. Wenn wir aber beobachten, dass viele Fahrer  immer noch zu schnell unterwegs sind, bleibt es länger da.“

Also steht der weiße Anhänger, den man  – außer nachts   – schon von weitem sieht, noch immer dort. Seit mehr als zwei Wochen. Und warum ausgerechnet an dieser  Stelle? „Weil die B  51 eine hoch frequentierte Strecke ist, auf der oft zu schnell gefahren wird und auf der viele Unfälle passieren“, sagt Norbert Heinz, der die Dienststelle Zentrale Dienste im Bereich des Polizeipräsidiums Trier leitet. Etwa 30 Beamte arbeiten dort und beschäftigen sich neben Geschwindigkeitskontrollen schwerpunktmäßig mit LKW-Kontrollen und mit Abstandsmessungen.

Der semi-mobile Blitzer,  der sich im Inneren des Anhängers befindet und derzeit  in Bitburg steht, ist einer von zweien, der seit Mai 2017 im Bereich des Polizeipräsidiums im Einsatz ist.

Zehn dieser Trailer, wie die Aufbauten auf Rädern heißen, wurden  damals landesweit angeschafft und jeweils paarweise auf die  jeweiligen Präsidiumsbezirke verteilt. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen mobilen Blitzern:

Die Radarfallen sind gleich in einen Anhänger montiert, Polizisten können sie bequem an die  gewünschte Stelle transportieren und dort stehen lassen. Danach kommen die Anlagen  einige Tage ohne  Personal aus und müssen lediglich ab und an kontrolliert werden.

Dann werden die Akkus ausgetauscht sowie  Chipkarten mit den für Autofahrern unter Umständen teuren Bildern entfernt und neue eingesetzt.

Und: Wenn der Trailer nicht von erbosten Fahrern zerstört oder beschädigt wird oder – wie im April 2018 – Unbekannte nachts eine Fichte vor die Kamera pflanzen, macht er  Fotos von Temposündern. Und zwar ununterbrochen. Gerade nachts, so Heinz, böten die Anlagen Vorteile, da die Beamten nicht  auch noch Nachtdienst schieben müssten, um die Blitzanlagen zu betreuen.

Die Anlagen, die pro Stück rund 120 000 Euro kosten, bringen aber auch etwas. Zum Beispiel einen Blitzerrekord: So wurden 2015 rund 1,5 Millionen Mal Temposünder auf rheinland-pfälzischen Straßen ertappt.  Das führen Experten vor allem auf den Einsatz der neuen teilmobilen Anlagen zurück. Doch für Norbert Heinz  geht es vorrangig darum, einen langfristigen erzieherischen Effekt zu erzielen.

 „Wir hoffen, dass die Leute daraus lernen und sich langfristig an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten“, sagt er. Am Trierer Moselufer beispielsweise habe der verstärkte Blitzereinsatz diesen Effekt erzielt.  Schließlich gehe es um die Unfallprävention. „Die B 51 überhaupt, und gerade der Bereich rund um Bitburg, ist der gefährlichste Bereich im ganzen Präsidiumsbezirk“, sagt er.

Wie lange der Anhänger noch dort stehen wird, will er nicht sagen. Das ist ebenso geheim wie die Stelle, an die er anschließend gefahren wird.  Vielleicht wieder an der B 257 bei Daun, auf der B 51 am Trierer Berg oder an einer Autobahn-Baustelle? Heinz will sich nicht festlegen lassen.  Schließlich kündige man den Einsatzort der Anhänger grundsätzlich nicht an, damit sich die Fahrer nicht darauf einstellen könnten, sondern sich eben grundsätzlich an die Tempolimits hielten.

Übrigens: Vor dem zweiten Gerät haben die Fahrer derzeit Ruhe. Es ist in Reparatur. Wie lange, ist allerdings auch das Geheimnis der Beamten.