| 20:38 Uhr

Bis Herbst 2017 soll die Kita Speicher stehen

Speicher. Seit Jahren plant Speicher den Bau einer neuen Kita auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule. Und immer wieder gab es Rückschläge und Planungsänderungen. Nun aber wurde er endlich eingereicht: der Bauantrag. Im Sommer soll das Hauptschulgebäude abgerissen und mit dem Bau der 4,8 Millionen teuren Kita begonnen werden. Uwe Hentschel

Speicher. 143 Glühbirnen hängen an den Deckenleuchtern im großen Sitzungssaal des Speicherer Rathauses. Hätte man bei jedem Sitzungstermin, bei dem auch das Thema Kita Speicher auf der Tagesordnung stand, eine dieser Glühbirnen herausgedreht, so hätten die Sitzungsteilnehmer wohl irgendwann im Dunklen gesessen. Denn mit dem Bau einer neuen Kita in Speicher beschäftigen sich Stadtrat, Verbandsgemeinderat und auch die entsprechenden Ausschüsse schon seit vielen Jahren. Und die jüngste Sitzung des Stadtrats setzt diese Tradition fort.

"Wir haben das Thema in den letzten fünf Jahren ja schon einige Male behandelt", meint auch Architekt Franz Heinz. Im vergangenen September hatte er den damals aktuellen Stand der Planung zuletzt vorgestellt. Nun nimmt er schon wieder mit einer Präsentation die Leinwand des Sitzungssaals in Anspruch. Erneut wurde die Planung etwas geändert, den entsprechenden Vorgaben und Wünschen angepasst. Und dennoch ist dieser Plan, auch wenn er vielleicht an der ein oder anderen Stelle im Detail doch noch verändert wird, etwas ganz Besonderes. Denn dieser Entwurf, der den Bau einer elfgruppigen Kita für 4,8 Millionen Euro vorsieht, ist der Plan, der wenige Tage später gemeinsam mit dem Bauantrag bei der Behörde eingereicht wird. Auf ihrem Weg zur neuen Kita hat die Stadt Speicher damit eine entscheidende Hürde hinter sich. Eine von vielen Hürden.

Lange wurde - zum großen Frust der Eltern - über den Standort und die Größe der neuen Kita verhandelt. Als das dann geklärt war, stellte sich heraus, dass es bei den Änderungen der Grundbuch-Verhältnisse am geplanten Kita-Standort in der Vergangenheit Versäumnisse gab, sodass sich allein dadurch die Planung um weit mehr als ein Jahr verzögerte. Und ein weiterer Rückschlag für die Stadt Speicher war schließlich vor gut einem Jahr die Ankündigung der Kita-Einzugsgemeinden Preist und Beilingen, aufgrund der hohen Kosten die Beteiligung am Neubau noch einmal zu überdenken. Beilingen will, dass die dortigen Kinder zukünftig die Kita in Herforst besuchen, und hatte dazu auch einen entsprechenden Antrag an den Jugendhilfeausschuss des Kreises gestellt, der jedoch abgelehnt wurde. Und Preist spielt mit dem Gedanken, sich entweder der Kita in Orenhofen anzuschließen oder aber eine eigene Kita zu errichten.

Wie die VG-Verwaltung auf Anfrage mitteilt, ist nach wie vor offen, wie es mit Preist und Beilingen weitergeht. "Wir sind laufend in Gesprächen und hoffen, dass wir noch irgendwie zu einer Einigung kommen", sagt der zuständige Fachbereichsleiter Harald Knopp. Auf den Bau der Kita in Speicher habe diese Ungewissheit jedoch keinen Einfluss. Der Kreis sehe die Notwendigkeit der Kita in dieser Größenordnung gegeben und habe deshalb der Stadt den Auftrag erteilt, das Gebäude zu errichten, so Knopp.

Bevor die Kita gebaut werden kann, muss jedoch zunächst das leer stehende Hauptschulgebäude abgerissen werden. "Mit dem Abriss könnte man schon morgen beginnen", sagt Planer Heinz, "doch es ist sinnvoller, damit bis kurz vor Baubeginn zu warten." Der Architekt geht davon aus, dass das Baugenehmigungsverfahren, für das noch die statischen Berechnungen und die Entwässerungsplanung nachgereicht werden müssen, bis Mitte Mai abgeschlossen sein wird. Bei einer unmittelbar darauf folgenden Ausschreibung sieht er den Baubeginn nach den Sommerferien. Und da es sich bei der neuen Kita um einen eingeschossigen Bau handle, sei die Bauzeit auch überschaubar, erklärt Heinz: "Eine Fertigstellung im Herbst 2017 halte ich für realistisch."