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Kolumne Pitter
Bit-Hätten-mehr-verdient

FOTO: TV / Werhan, Michael
Bitburg hat jetzt ein neues Problem: „gefährdete Wohngebiete“. Und unsere Bitburger, wie sie nun mal so sind, hängen sich jetzt richtig rein, die „gefährdeten Wohngebiete“ zu schützen. Die legen jetzt einfach fest: Da, wo ein mal kleine Häuser mit spitzen Dächern gebaut wurden, dürfen auch in Zukunft nur kleine Häuser mit spitzen Dächern gebaut werden.

Bei einem Rundgang durchs Städtchen hab’ ich mich an einem dieser tiefgründigen Baustellen-Löcher gefragt, in das womöglich wieder einer dieser bösen „Schuhkarton-Klötze“ gebaut wird: Sollten die Bitburger nicht auch ihre letzten Bauernhöfe wie Gründerzeithäuser unter Denkmalschutz stellen? Und was ist mit dem historisch-typischen Gelände „Gerlindes Flowershop“ in der Kölner Straße? Müssten so historisch gewachsene Ecken mit Großstadtflair nicht auch schnellstmöglich geschützt werden? Natürlich reicht Bitburg mit seiner dynamischen Stadtentwicklung noch nicht ganz an Berlin oder New York. Aber weit entfernt davon ist man auch nicht mehr. Jetzt, wo die alten Römertore wieder ausgegraben werden und zum Wahrzeichen wie das Brandenburger Tor werden und wir am Beda-Platz endlich unseren Central Park direkt neben der Wall Street bekommen, meine ich sowieso, dass man sich in der Hauptstraße eh schon fühlt wie auf dem Ku’ Damm. Und mal ehrlich: Der Glockenturm macht sich doch ganz gut als Freiheitsstatur. Man könnte ihn ja mal „Bitbörg, Bitbörg“ glockklingeln lassen: „If you can make it here, you make it everywhere“, wie der Ami sagt. Auf jeden Fall sollte die Stadt, die niemals schläft, sich bei ihrem ganzen unkontrolliertem Wachstum auch mal Gedanken über einen Fluss und einen Hafen machen. Bis dahin findet ihr mich auf meiner Schiffsschaukel an der Kyll (so viel Seegang gönn’ ich mir) und dann gucke ich auf die Skyline von Bit-Hätten-mehr-verdient. Prost, ihr Eifelmatrosen und Matrosinnen, unsere Zeit wird kommen. Euer

FOTO: TV / Werhan, Michael