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Stadtentwicklung
Was passiert da in der Bitburger Saarstraße? - Aus Autohaus mach Mehrfamilienhaus

Einen Sitzplatz findet hier jeder. Zum Verweilen lädt das Gelände in der Saarstraße (oben) allerdings nicht gerade ein. Auch das ehemalige Autohaus Arend (unten) soll bald zu einem Wohnpark werden.
Einen Sitzplatz findet hier jeder. Zum Verweilen lädt das Gelände in der Saarstraße (oben) allerdings nicht gerade ein. Auch das ehemalige Autohaus Arend (unten) soll bald zu einem Wohnpark werden. FOTO: Christian Altmayer / TV
Bitburg. An der Bitburger Saarstraße werden in den nächsten Jahren zwei neue Wohnblocks entstehen. Sie sollen dort gebaut werden, wo früher Wagen verkauft wurden. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Es gibt derzeit wenig Gutes zu sagen über jenes Grundstück in der Saarstraße. Aber eines schon: Genug Sitzgelegenheiten gibt es. Ein Sessel steht mitten auf dem Asphalt. So als ob dort gerade noch ein Großvater sein Nickerchen gemacht hätte. Einige Meter weiter stapeln sich zerschlissene Sofas. Eine Gartenbank liegt, zwischen gelben Säcken, auf dem Zugang zu einer Rampe.

Man könnte meinen, das Gelände gehörte früher einem Möbelhändler. Tatsächlich wurden hier, neben dem Fahrradgeschäft Hoffmann, bis vor einem halben Jahr noch Gebrauchtwagen verkauft. Inzwischen sind die Häuser verlassen. Löcher klaffen in den Fensterscheiben. „Anfang“ steht auf dem Schild an der Wand, in das sich der Rost gefressen hat. Dabei sieht hier alles eher nach Ende aus.

Das ehemalige Autohaus Arend in der Bitburger Weiherstraße.
Das ehemalige Autohaus Arend in der Bitburger Weiherstraße. FOTO: Christian Altmayer / TV

Und das Ende ist tatsächlich nah. Es kommt in Form einer Abrissbirne. In den kommenden vier Wochen will die Dockendorfer Firma Eifel-Haus das verfallene Gebäude dem Erdboden gleichmachen. Und mit dem Abriss nimmt auf dem Gelände ein Großprojekt seinen Anfang. Das Schild passt also doch. In etwa zwei bis drei Jahren, schätzt Geschäftsführer Alois Peters, werde das Areal nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Wenn das erste Gebäude gefallen ist, ist das zweite Haus auf dem Gelände dran. Diesen Bau will Peters renovieren lassen, wie er sagt.  Er gehört zur Mötscher Straße. Wer vom Werkzeugmarkt Riewer auf die gegenüberliegende Straßenseite schaut, hat die Immobilie direkt im Blick. Rund 12 Millionen investiere Eifel-Haus  zusammen mit der Volksbank in den neuen „Wohnpark Maximim“, sagt der Chef. In zwei Blocks „mit viel Grün drumherum“ werden hier laut Peters 40 Wohnungen entstehen. Wie viel der Quadratmeter einmal kosten soll, könne er noch nicht sagen. Schon bald werde das Verkaufsangebot aber auf Online-Immobilienportalen zu finden sein.

Konkurrieren wird der neue Wohnpark wohl mit einem weiteren Komplex in direkter Nähe. Ganz so gewaltig wird das Projekt, das die Bitburger Firma Arend in der Weiherstraße plant, zwar nicht. Doch die Bauvorhaben ähneln sich trotzdem. Zum einen liegen sie nur 400 Meter voneinander entfernt. Zum anderen soll auch in dieser Abzweigung der Saarstraße ein ehemaliges Autohaus zwei Mehrfamilienhäusern weichen. 25 Wohneinheiten plant Unternehmer Johannes Arend dort, wo er zuvor Wagen verkaufte.

Um den Weg für diesen Bau frei zu machen, musste der Stadtrat im Sommer des vergangenen Jahres den Bebauungsplan ändern. Denn zuvor war die Fläche als Sondergebiet für den Einzelhandel ausgewiesen und nicht als Wohngebiet. Die Änderung ist nun durch. Mit den Arbeiten kann es also losgehen.