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Bitburg bleibt Caritas-Standort

Winfried Wülferath zeigt, wie klein die Büros für die Verwaltungsleute am Standort Brodenheckstraße in Bitburg sind. TV-Foto: Dagmar Schommer
Winfried Wülferath zeigt, wie klein die Büros für die Verwaltungsleute am Standort Brodenheckstraße in Bitburg sind. TV-Foto: Dagmar Schommer
Die Gerüchteküche brodelt, seit bekannt wurde, dass der Caritasverband Westeifel seinen Verwaltungsstammsitz von Bitburg nach Gerolstein verlegt. Im Gespräch mit dem TV stellt Caritas-Geschäftsführer Winfried Wülferath klar: "Bitburgs Politik hat nichts falsch gemacht."

Bitburg. (scho) Zunächst mal die Fakten: Ende des Jahres wird die Zentrale des Caritasverbands Westeifel von Bitburg nach Gerolstein verlegt, wo die Firma Bautec für den Caritasverband einen Neubau am Marktplatz errichtet (der TV berichtete). Konkret bedeutet dieser Standort-Wechsel, dass zehn Mitarbeiter, die im Bereich Verwaltung, Buchhaltung, Öffentlichkeitsarbeit tätig sind, von Bitburg nach Gerolstein ziehen.

"Kein einziger Beratungsdienst wird von Bitburg abgezogen", sagt Geschäftsführer Winfried Wülferath, der deshalb im Wechsel des Verwaltungs-Sitzes auch keine Absage an den Standort Bitburg sieht: "Wir haben uns auch in Bitburg viele Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen, aber entweder es hat räumlich, preislich oder zeitlich nicht so gut gepasst. Wir haben uns für das für uns passendste Angebot entschieden."

Ob die "Tafel", Familienhilfe, Schwangeren- oder Schuldnerberatung, Suchtpräventionsfachstelle oder aufsuchende Jugendsozialarbeit: Mehr als 20 verschiedene Beratungsdienste bietet der Caritasverband in Bitburg an. So viele wie an keinem anderen Standort des Verbands. Rund 40 Mitarbeiter sind in diesen Diensten in Bitburg beschäftigt - und die bleiben alle. Mit einem Gerücht möchte Wülferath aufräumen: "Die Bitburger Politik hat keinen Fehler gemacht. Die Stadt hat sich eingesetzt, uns hier zu halten. Wir hatten und haben ein gutes Verhältnis zu Bürgermeister Joachim Streit wie auch zu seinem Nachfolger Joachim Kandels."

Zugeknöpfter gibt er sich bei der Frage nach den "kirchlichen Partnern", mit denen angedacht war, gemeinsam das alte Gebäude des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) zu nutzen. "Nachdem einer der Partner, der vor hatte, ein Drittel der Fläche zu nutzen, abgesprungen war, war die Sache uninteressant", sagt Wülferath und ergänzt: "Wir wollten nicht als Vermieter auftreten und uns Ersatz suchen."

Auch die Rolle des Sanierers wollte der Caritasverband nicht übernehmen. Wer aber die kirchlichen Partner waren, darüber hüllt sich Wülferath in Schweigen: "Es gab keinen Streit. Das ist doch normal, dass man eine Idee hat, die man gemeinsam prüft und vielleicht dann doch zu einem anderen Ergebnis kommt."

Ein wichtiger Aspekt sei auch gewesen, dass das Gebäude in der Brodenheckstraße dem Caritasverband gehört. Wäre er von dort mit Verwaltung und den Mitarbeitern der Dienste ausgezogen, hätte er für das eigene Gebäude andere Mieter finden müssen. "Das wäre nicht leicht geworden", sagt Wülferath, der sich selbst - obgleich er in Gerolstein wohnt - keinen persönlichen Vorteil von dem Verwaltungsumzug verspricht: "Dafür pendele ich viel zu viel zwischen den verschiedenen Standorten in Arzfeld, Prüm, Daun und Gerolstein."

Für die frei werdenden Büros in Bitburg hat der Verband bereits Verwendung: "Dann können die fünf Mitarbeiter von Schuldnerberatung und Migrationsdienst, für die wir in der Trierer Straße Räume anmieten mussten, hier her ziehen."