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Bitburg
Bitburg braucht mehr Platz für Sport

Braucht die Stadt noch mehr Baustellen, wie diese der neuen Turnhalle der Grundschule Bitburg-Süd.
Braucht die Stadt noch mehr Baustellen, wie diese der neuen Turnhalle der Grundschule Bitburg-Süd. FOTO: Uwe Hentschel
Bitburg . Neue Hallen braucht die Stadt. Beim ersten Bitburger Sportgespräch erklären Vereinsvertreter, warum die Räume für Aktivitäten nicht ausreichend sind. Manche Sportarten verlieren deswegen bereits Mitglieder. Stefan Henn vom Institut für Sportstättenentwicklung informiert – und wird teilweise widerlegt.  Von Lydia Vasiliou

Peter Fabry brachte es auf den Punkt: „Wir sind auch Gastgeber in Bitburg und wollen ordentliche Räume präsentieren“. Und darum ging es unter anderem auch beim ersten Sportgespräch in Bitburg. Rund 30 Mitglieder von Vereinen kamen ins Rathaus, um sich die Präsentation von Stefan Henn vom Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) aus Trier anzuhören.

Beauftragt wurde das Institut von der Stadt, „denn wir haben festgestellt, dass bei den Diskussionen über die Sportplätze, zum Beispiel in Stahl und Mötsch, Unterstützung von professioneller Seite nötig war“, sagte Bürgermeister Joachim Kandels und er sei begeistert, dass sich die Vereine so gut mit einbringen. Klar, dass bei so viel Insider-Wissen der Referent des ISE reichlich zum Mitschreiben hatte.

Dessen wissenschaftliche Ausführungen bei der Bedarfsermittlung und der inzwischen erfolgten Auslastungsanalyse der gesamten Sportstätten in Bitburg ließen grundlegende Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten erkennen. Aber wo der Schuh wirklich drückt, konnte er dann von den überwiegend männlichen Vereinsmitgliedern erfahren. Das soll nun mit in die Studie einfließen.

So sei es auch gedacht, versicherte Henn, denn die Meinung aller Beteiligten sei gefragt.Der Sport befinde sich im Wandel, die beiden größten Gruppen seien Wettkampf- und der Trendsport, daneben gebe es noch diejenigen, die einfach mal so joggen oder andere Sportarten alleine ausübten, erläuterte der Experte. Auch spiele die demografische Entwicklung eine entscheidende Rolle bei den Überlegungen des Instituts, erläuterte Henn.

Die Zahl der Menschen über 60 werde zunehmen und die der jungen Menschen im Alter von sieben bis 14 Jahren wird rückläufig sein, behauptete der Referent.  Das aber widerlegte Thomas Elgass vom TV Bitburg prompt: „Wir haben 1600 Mitglieder, davon sind 650 Erwachsene und 650 Kinder und Jugendliche aktiv, der demografische Wandel findet bei uns nicht statt“. Es sei viel zu wenig Hallenkapazität vorhanden, „Wir haben keine Möglichkeit uns auszubreiten.“ Er sehe daher mit Spannung dem Konzept des Instituts entgegen.Das sahen auch andere Teilnehmer der Gesprächsrunde ähnlich. „Ich finde es gut, dass es diese Möglichkeit gibt, ins Gespräch zu kommen“, sagte Johannes Roß-Klein und machte aber auch darauf aufmerksam, dass alles viel zu lange dauere, bis es umgesetzt werde, vor allem bei den Trendsportarten.

Kritisiert wurde an dem Abend auch, dass die Schulsporthallen in den Ferien geschlossen seien oder auch, dass die Fluchtwege in manchen Stätten für Kinder zum Beispiel nicht zu öffnen oder gar mit Sportgeräten zugestellt seien. Die neue Dreifeldhalle im Gymnasium habe zu wenig Umkleidekabinen, bemängelte André Rieder vom SC Stahl.

Kein Zweifel: In Bitburg gibt es ein großes  Angebot an Sportmöglichkeiten, aber die Ausübung wird oft an mangelhaften und zu wenigen Hallen oder Sportplätzen behindert. „Wir haben bei den Judokas schon Mitglieder verloren, weil es keine Hallen gibt“, sagte Johannes Pütz. Und in Matzen spiele man Tischtennis in der Alten Schule, die in sehr schlechtem Zustand sei, weil nichts anderes da sei, sagte ein Vertreter vom DJK Matzen. Dass man mehr miteinander reden müsse, stellte Peter Fabry fest, denn er konnte den Tischtennisspielern aus Matzen noch einen Platz in Bitburg anbieten. 

Auch werde der Raum in der Alten Schule im nächsten oder übernächsten Jahr renoviert, versprach Bürgermeister Kandels. Fabry merkte auch an, dass es kaum Wettkampfstätten in Bitburg gebe. Möglicherweise werde sich das alles ändern, wenn die Housing in die Planungen mit eingeschlossen werden könne, betonte Kandels.

Nun wartet das ISE noch auf die restlichen Fragebögen, die an die Vereine vor etwa einem Monat versandt wurden. Dann werde eine Auswertung gemacht, sagte Henn. Zusätzlich sind Bevölkerungsbefragungen zum Thema Sport und Bewegung an rund 1500 Bürger unterwegs, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Schließlich beginne man im Januar mit Experteninterviews. Ebenfalls im Januar, nach der Auswertung der Vereinsfragebögen, soll zu einem zweiten Bitburger Sportgespräch eingeladen werden, sagte Stefan Henn.