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Stadtentwicklung
Bitburger Stadthalle: Sitzen als Dienstleistung

FOTO: klaus kimmling
BITBURG. Dass selbst städtische Nutzer der Bitburger Stadthalle Miete für das hauseigene Mobiliar zahlen müssen, stößt auf Unverständnis. Stimmt aber gar nicht, stellt dazu die Chefin der Betriebsgesellschaft klar. Von Uwe Hentschel

Gewinne lassen sich mit öffentlichen Einrichtungen nur schwer erwirtschaften. Das bestätigen auch die Jahresabschlüsse der Bitburger Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft (BVB), die für Cascade, Eissporthalle und Stadthalle zuständig ist.

631 629 Euro Miese wurden im Cascade im vergangenen Jahr erwirtschaftet, in der Eissporthalle lag das Defizit bei 153 729 Euro (Vorjahr: 152 335 Euro). Bei weitem nicht so schlecht ist hingegen das Ergebnis der Stadthalle. Dort haben am Ende lediglich 11 551 Euro gefehlt, womit sich das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr immerhin um mehr als 3500 Euro verbessert hat.

Wie sich das laufende und die zukünftigen Geschäftsjahre der Halle entwickeln, bleibt abzuwarten. Seit knapp einem Jahr gibt es einen neuen Pächter. Und der hat die Preise für Veranstaltungen angezogen. Und zwar so sehr, dass sich einige Vereine und auch Schulen die Nutzung des städtischen Gebäudes noch weniger leisten können als vorher (der TV berichtete).

Das wiederum scheint auch Auswirkungen auf die Auslastung der Halle zu haben. Wie Elfriede Grewe, Geschäftsführerin der BVB im Hauptausschuss auf Anfrage erklärt, habe es in diesem Jahr in der Tat weniger Veranstaltungen gegeben als zuvor.

Worüber sich einige Nutzer ärgern, sind unter anderem die Kosten für die Bestuhlung. So kostet jeder Stuhl, der benötigt wird, einen Euro. Und ein weiterer Euro wird fällig, wenn der Stuhl auch noch aufgestellt wird. In diesem Zusammenhang weist Grewe darauf hin, dass es sich bei Kosten für die Bereitstellung der im Eigentum der Stadt stehenden Stühle aber nicht (wie fälschlicherweise berichtet) um eine Miete handle, sondern vielmehr um eine Dienstleistung, die in Rechnung gestellt werde.

Als Gegenleistung sorge der Pächter für die Bereitstellung des Mobiliars im Saal und den ordnungsgemäßen Zustand der Stühle. Außerdem, so Grewe, seien die Stühle andernorts noch teurer. Sie nennt als Beispiel das Eventum in Wittlich. Dort koste ein Stuhl 3,50 Euro. Dieser Vergleich hinkt allerdings. Denn das deutlich größere Eventum selbst hat gar keine eigenen Stühle – dafür aber eine Tribüne mit 666 Plätzen, deren Nutzung im Preis der Halle inbegriffen ist.

Im Gegensatz zur Bitburger Stadthalle, wo die Stühle nur aus dem benachbarten Lager in den Saal gefahren werden, müssen im Eventum Stühle über einen externen Anbieter angeliefert und abgeholt werden. Wie der fürs Gebäudemanagement zuständige Mitarbeiter der Wittlicher Verwaltung erklärt, lägen dabei die Kosten pro Stuhl in der Regel bei knapp drei Euro. Es könne aber durchaus auch weniger sein, was zum einen vom Anbieter abhänge und zum anderen davon, was dieser mit dem Veranstalter aushandle.