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INTERNET
Breitbandausbau in der Eifel: Beschleunigung auf Hochgeschwindigkeit

Diese Kabel bedeuten für viele Menschen im Kreis den ersehnten Fortschritt. Zukünftig sollen alle Haushalte des Kreisgebiets mit mindestens 50 Mbit/s ausgestattet werden.
Diese Kabel bedeuten für viele Menschen im Kreis den ersehnten Fortschritt. Zukünftig sollen alle Haushalte des Kreisgebiets mit mindestens 50 Mbit/s ausgestattet werden. FOTO: dpa / Peter Kneffel
BITBURG/PRÜM . Der Breitbandausbau in der Eifel schreitet voran: Im Herbst geht es mit den nächsten Ausbaugebieten weiter.

„Wir als Kreis sind nicht die Auftraggeber, sondern wir gleichen am Ende nur die Wirtschaftlichkeitslücke aus“, erklärt Hellmut Berscheid, Leiter der Abteilung Kreisentwicklung. Der Bauherr, so Berscheid, sei die Telekom. „Die muss zwar alles beachten, was wir vertraglich festgelegt haben“, erklärt er, „aber die technische Umsetzung liegt letztlich in ihrer Verantwortung.“ Der Mitarbeiter der Kreisverwaltung betont dies nicht etwa, weil es bei dieser Umsetzung derzeit Probleme gibt. Sondern es geht ihm lediglich darum, das noch einmal klarzustellen. Das nämlich, so Berscheid, sei vielen gar nicht so bewusst. Wobei es für die meisten Menschen im Kreis am Ende wohl auch keine Rolle spielt, bei wem welche Verantwortung liegt. Entscheidend ist, dass die Internetversorgung besser wird. Und daran arbeitet der Kreis. Und die Telekom. So gesehen also doch beide.

Mehr als 14 Millionen Euro wurden bereits im Rahmen der Breitband-Initiative des Eifelkreises investiert. Finanziert wurde der Ausbau durch EU, Bund und Land und nicht zuletzt durch den Kreis selbst, der davon rund ein Drittel der Kosten übernommen hat. Mit dieser Investition wurde in zwei Stufen die Grundversorgung gesichert. Profitiert haben davon vor allem die Gemeinden, in denen das Internetangebot besonders schlecht war. In diesen Orten sind jetzt Übertragungsgeschwindigkeiten von 30 bis zu 50 Megabit pro Sekunde (50 Mbit/s) möglich.

Zukünftig sollen alle Haushalte des Kreisgebiets mit mindestens 50 Mbit/s ausgestattet werden. Um das zu gewährleisten, fließen derzeit weitere 26 Millionen Euro in den Breitbandausbau des Kreises. Etwa 600 Kilometer Kabel sollen bis zum ersten Quartal 2020 verlegt werden. Das gesamte Kreisgebiet ist dabei eingeteilt in zwei sogenannte Cluster. Der Nordcluster umfasst die Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld und der Südcluster den Rest des Eifelkreises. Die beiden Cluster wiederum sind jeweils in sechs Ausbaugebiete eingeteilt. Insgesamt gibt es also zwölf Ausbaugebiete.

„Die Einteilung richtet sich nach den Vorwahlen der Gemeinden“, erklärt Günter Gansen, zuständiger Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Laut Gansen laufen derzeit in beiden Clustern die Arbeiten in den jeweils ersten beiden Ausbaugebieten. Im nördlichen Bereich sind das die Gebiete mit den Vorwahlen 06551, 06553 und 06558 und im südlichen Eifelkreis die Gebiete mit den Vorwahlen 06522, 06524, 06527 und 06566. Bis Sommer 2019 sollen sämtliche Gemeinden mit diesen Vorwahlen mit 50 Mbit/s versorgt sein.

„Nach den Sommerferien geht es jetzt in beiden Clustern mit den Ausbaugebieten drei und vier weiter“, sagt Gansen. Dazu werde es für die Gemeinden zunächst gemeinsame Infoveranstaltungen geben, bevor dann im Herbst die Arbeiten starteten, fügt er hinzu. Zu diesen Ausbaugruppen gehören im Norden die Vorwahlen 06555, 06556 und 06559 sowie im Süden die Vorwahlen 06563, 06564, 06567 und 06569.  Laut Zeitplan sollen die Gemeinden in diesen Gebieten ab Herbst 2019 einen schnelleren Internetzugang haben. Die übrigen Gemeinden sollen dann spätestens bis März 2020 versorgt sein.

Nicht in diesem gewaltigen Gesamtauftrag enthalten sind jedoch Teile von Burbach, die Gemeinden Biersdorf, Neidenbach, Neuheilenbach, Oberweiler und Wiersdorf sowie der Wißmannsdorfer Ortsteil Koosbüsch. weil sie nach Angaben eines dort aktiven Internetanbieters als ausreichend versorgt gelten. Diese Angaben decken sich jedoch nicht mit den Erkenntnissen der Kreisverwaltung. Weshalb der Kreis bereits im vergangenen Jahr einen Förderantrag für diese sieben Gemeinden gestellt hat. Und dieser wurde inzwischen auch bewilligt.  „Das Vergabeverfahren läuft, und wir gehen davon aus, dass wir damit bis Ende des Jahres durch sind“, sagt Berscheid. Wer am Ende den Zuschlag erhalten wird, stehe derzeit noch nicht fest, sagt er. Doch wenn alles nach Plan laufe, sei auch in diesen sieben Gemeinden bis Ende 2019 mit einem Ausbau zu rechnen, so Berscheid.

Diese Gemeinden wurden bei den beiden Stufen der bisherigen Breitbandinitiative des Kreises nicht berücksichtigt, weil die Internetversorgung zwar nicht gut, aber eben auch nicht schlecht genug war, um die Kriterien für einen Ausbau zu erfüllen. Nun sollen diese Dörfer die ersten Gemeinden sein, in denen die Glasfaserleitungen bis zum Hausanschluss verlegt werden.

Gleiches gilt auch für nahezu alle Grund- und weiterführenden Schulen des Kreisgebiets. Einzige Ausnahmen sind die Bitburger Grundschulen Nord und Süd sowie die dortige Sankt-Martin-Schule, die bereits durch einen anderen Anbieter mit bis zu 400 Mbit/s versorgt wurden.