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Infrastruktur
Hochwasser stoppt Brückensanierung

Durch das Hochwasser ist das Gerüst für die Prümbrücke in Menningen abgesackt.
Durch das Hochwasser ist das Gerüst für die Prümbrücke in Menningen abgesackt. FOTO: Oliver Thömmes / Tv
Menningen. Das Gerüst für die neue Prümbrücke ist abgesackt. Nun prüft der Landesbetrieb Mobilität, wie es weitergehen soll.
Stefanie Glandien

Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, gesperrte Straßen – das Hochwasser der vergangenen Tage hat in der Region viel Schaden angerichtet. Besonders schwer getroffen hat es die Prümbrücke in Menningen (Verbandsgemeinde Südeifel). Dort sollte in der kommenden Woche die neue Betonschicht auf die fast fertig sanierte Prümbrücke aufgebracht werden – doch nun hat sich durch die Wasserfluten eine Stütze um 80 Zentimeter abgesenkt. Was das für die ganze Konstruktion bedeutet, wird Ende der Woche ein Prüfingenieur feststellen.

Die Sanierung der Brücke hatte im Sommer 2017 begonnen. „Es gab enorme Tragfähigkeitsdefizite“, sagt Oliver Arimond, Fachgruppenleiter konstruktiver Ingenieurbau beim Landesbetrieb (LBM) Gerolstein. Zusammen mit der Straßensanierung am Knotenpunkt der L 4 soll alles zusammen zwei Millionen Euro kosten. Der Rückbau der Brücke und der neue Überbau seien auch planmäßig verlaufen, sagt Arimond. Vor Weihnachten sollte betoniert werden.

Doch es kam anders: „Zum Jahresende hatten wir schlechtes Wetter, teilweise fiel auch noch Schnee, sodass wir das Betonieren verschieben mussten. Und dann kam  das Hochwasser und hat eine Stütze des  tragenden Gerüstes unterspült“, sagt Guido Fleischmann, Geschäftsführer der UVB Universal-Bau GmbH aus Bitburg. Besonders tragisch an der Sache sei, dass nur wenige Tage zur Vollendung der Bauarbeiten gefehlt haben und nun ein riesiger Schaden entstanden sei, der wohl an der Firma hängenbleibe, sagt Fleischmann. „Wir werden gemeinsam mit dem LBM an einer Lösung arbeiten.“

Der LBM wird nun einen Prüfingenieur zu Rate ziehen. „Ende der Woche weiß ich mehr“, sagt Arimond, der bis dahin auch nichts zur Bauverzögerung sagen kann. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Überführung zunächst gesperrt. Da die Fußgängerbrücke bereits zurückgebaut wurde, kommen die Menninger derzeit nicht mehr zu Fuß über die Prüm.

Für Oliver Thömmes, der  auf der anderen Prümseite wohnt, ist das schon ein bisschen ärgerlich. „Wir sind komplett  abgeschnitten vom Dorf. Meine Kinder müssen dort zum Bus. Nun muss meine Frau sie nach Minden fahren. Wenn wir mit dem Auto ins Dorf wollen, bedeutet das für uns einen Umweg von zwölf Kilometern - das ist schon lästig.“

Menningen Brücke
Menningen Brücke FOTO: Oliver Thömmes / Tv
Menningen Brücke
Menningen Brücke FOTO: Oliver Thömmes / Tv