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POLITIK
Damit das Knacken aufhört

Bitburg. (utz) Stell dir vor, es ist Ratssitzung und keiner versteht was. Und zwar nicht inhaltlich, was sicher auch manchmal vorkommt, aber durch Nachfrage leicht zu beheben ist, sondern akustisch, was eben nicht durch Nachfrage zu beheben ist, wenn’s in der Konferenzanlage immer noch knackt, pfeift oder rauscht.

So geschehen bei einigen externen Ratssitzungen des Verbandsgemeinderates Bitburger Land. Der Rat, der zurzeit in den größeren Gemeindehäusern im Gebiet (zum Beispiel Biersdorf, Badem und  Bettingen) tagt, in denen es fast ausschließlich fest installierte Beschallungsanlagen mit mobilen Mikros gibt, klagt über hin und wieder auftretende „Rückkopplungen oder ähnliche Störungen, die für den Ablauf der Sitzungen als störend empfunden werden“. So jedenfalls steht es in der Beschlussvorlage für den Hauptausschuss. Auf Anregung des VG-Rates hat die Verwaltung sich gekümmert und mit Experten gesprochen. Ergebnis: Sie empfehlen eine drahtlose mobile Konferenzanlage, „womit eine optimale Sprachverständigung und geordnete Dialoge gewährleistet seien“. Bei der Verwaltung des Eifelkreises und in Daun seien solche Anlagen bereits im Einsatz.

Schön und gut. Nun gibt es aber einen Haken. Die Kosten. Zwei Angebote hat die Verwaltung eingeholt. Und beide sind aus Sicht der Ausschussmitglieder nicht gerade günstig. Denn Alternative eins, eine Anlage mit neun Sprachstellen, so genannten Schwanenstellen, kostet 18 000 Euro, Alternative zwei dagegen mit 19 Sprachstellen, kostet 30 000 Euro.

Zwar müsste sich ein Mandatsträger beim teureren Modell  nur mit einem Kollegen das Miko teilen, beim günstigeren dagegen mit drei. Dennoch stößt gerade die teurere Variante auf wenig Gegenliebe.

„Viel zu teuer“ lautet der allgemeine Tenor. Aber auch die vermeintlich billige Anlage ruft Skepsis hervor. „18 000 Euro sind schon grenzwertig“, merkt Bernd Spindler (SPD) an. Das sei für die paar Sitzungen im Jahr zu viel.  Auch bei der CDU ist man nicht gerade angetan vom hohen Preis. Leo Hülpes schlägt daher vor, die Gemeinden stattdessen bei der Verbesserung ihrer Anlagen zu unterstützen. Da käme man sicher günstiger bei weg. Zudem müsse man das ganze nochmal in der Fraktion besprechen.

Ergebnis: Der Hauptausschuss vertagt das Problem und stellt nicht, wie vorgeschlagen, 18 000 Euro für die Anschaffung der Alternative eins in der Haushalt 2019 ein. Über das Thema wir noch zu reden sein. Ob mit oder ohne einwandfreie Anlage.