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Das Kreishaus bleibt, wo es ist

Das Kreishaus soll für fast sechs Millionen Euro saniert werden. TV-Foto: Katharina Hammermann
Das Kreishaus soll für fast sechs Millionen Euro saniert werden. TV-Foto: Katharina Hammermann
Bitburg/Prüm. Besserer Brandschutz, neue Kabel, neue WCs: Das in die Jahre gekommene Kreishaus Bitburg-Prüm soll saniert werden. Denn ein Umzug der gesamten Verwaltung kommt nicht in Frage. Allerdings könnten einzelne Abteilungen in der französichen Kaserne in Bitburg eine neue Heimat finden. Woher der Kreis die nötigen 5,767 Millionen Euro nehmen soll, ist noch offen. Katharina Hammermann

Bitburg/Prüm. 6 400 000 Euro! Fast ein Jahr ist es her, dass Mitglieder des Eifelkreises Bitburg-Prüm angesichts dieser Zahl die Köpfe schüttelten, kritische Fragen stellten und Alternativen forderten. Denn dass die (laut Verwaltung dringend nötige) Sanierung des Kreishauses so viel Geld verschlingen soll, wollten sie nicht einfach hinnehmen. Vor allem wollten sie wissen, ob es denn nicht günstiger wäre, die Verwaltung gleich ganz umzuziehen zu lassen. Und zwar in die leer stehenden Gebäude der früheren französichen Kaserne.
Finanzierung ungeklärt


Am gestrigen Montag haben (die inzwischen neu gewählten Politiker) eine Antwort bekommen. Sie lautet Nein: Die Verwaltung sieht in einem Umzug keine Alternative. Zum einen, weil dies als freiwillige Ausgabe angesehen werden müsse, für die die Aufsichtsbehörde in Trier keine Genehmigung erteilen werde. Zum anderen, weil die Stadt Bitburg befürchtet, dass das Kreishaus nach einem Umzug leerstehen würde, was "einen Missstand verursachen könnte, der zu Lasten der Innenstadt" geht.
Der Kreistag hat daher bei 13 Gegenstimmen (SPD, Grüne und Die Linke) entschieden, das Haus weiter zu nutzen und zu sanieren. Die Kosten werden nach Neuberechnung "nur noch" mit 5,8 Millionen Euro beziffert. Die Frage, woher der Kreis diese nehmen soll, blieb jedoch offen. Denn in dem (nach einer Vorbesprechung mit den Fraktionen) kurzfristig geänderten Beschlussvorschlag war von der ursprünglich vorgesehenen Erhöhung der Kreisumlage um 0,5 Prozent plötzlich keine Rede mehr. Insbesondere die SPD machte deutlich, dass sie davon nichts hält und stattdessen einen Finanzierungsmix wünscht. Über Geld wird also später diskutiert. Auch der Satz, dass die Baumaßnahmen schnellstmöglich beginnen sollen, flog aus dem Beschluss heraus. Stattdessen wird nun der "Arbeitskreis Bauen" aktiv. Er soll sich die Liste dessen, was laut Verwaltung dringend getan werden muss, vorknöpfen und dem Kreistag erneut einen Sanierungsvorschlag präsentieren. Es könnte also dauern, ehe Baustaub den Verwaltungsalltag prägt.
Die Liste ist lang: Der Serverraum, die 15 Jahre alte EDV-Verkabelung und die Datenverbindung entsprechen nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. Alleine die Verbesserung der IT-Sicherheit kostet 1,3 Millionen Euro.
Frage der Finanzierung


Die Notstromversorgung muss verbessert werden. Es fehlen Fluchtwege, die Brandschutztüren müssen ausgetauscht werden, Löschleitung sowie Rauchabzugsanlagen sind zu erneuern, und ein Brandmeldesystem ist zu installieren. Kosten: rund eine Million Euro. Mehr als 800 000 Euro sind fällig, um alte Leitungen für Wasser, Abwasser, Gas und Lüftung auszutauschen. Die Beseitigung von Feuchteschäden, Rissen und Setzungen schlägt mit 540 000 Euro zu Buche. Um die Zugänge besser kontrollieren zu können, sind elektronische Schließanlagen nötig. Neue Böden und Anstriche könnten 365 000 Euro kosten. Die aus den 1960er-Jahren stammenden Toiletten sollen erneuert werden, in der KFZ-Zulassungstelle müssen behindertengerechte Arbeitsplätze eingerichtet werden und der alte Aufzug soll ersetzt werden.
Trotz dieser langen Liste ist die französische Kaserne noch nicht aus dem Rennen. Vorstellbar wäre nämlich, dass einzelne Abteilungen wie das Kreisarchiv oder die Kreismusikschule in eines der Gebäude ziehen, das zu diesem Zweck gemietet oder gekauft werden soll. Die Frage, wie dies finanziert werden soll, hat der Kreistag gar nicht erst gestellt.