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"Das muss man taktisch sehen"

Elke Leonhard. TV-Foto: Klaus Kimmling
Elke Leonhard. TV-Foto: Klaus Kimmling
Bei der Vorbereitung einer erneuten Bundestags-Kandidatur Elke Leonhards hat Wolfgang Meier, ehemaliger SPD-Kreisvorsitzender Vulkaneifel, die Fäden gezogen. Von unserem Redakteur Marcus Hormes

Bitburg/Manderscheid. "Elke Leonhard will wieder nach Berlin": Nach dieser TV-Nachricht klingelten am Donnerstag die Telefone der Redaktion Sturm. Nur Leonhard selbst hält den Ball weiter flach. Immerhin: Sie stehe für eine Kandidatur zur Verfügung, denn "Wettbewerb ist immer gut". Die Lebendigkeit in der Partei sei ihr wichtig.

Andere werden deutlicher. Stephan Garçon, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Bitburg, gibt seine "persönliche Meinung" wieder: "Ich begrüße das außerordentlich, denn man muss das taktisch sehen." Leonhard drohe zwar ein schlechter Platz auf der Landesliste der Partei. Durch ihren hohen Bekanntheitsgrad im ganzen Wahlkreis und ihre große Erfahrung habe die 59-jährige Manderscheiderin jedoch "die einmalige Chance, gegen einen angeschlagenen Patrick Schnieder das Direktmandat zu gewinnen". Der designierte CDU-Kandidat Schnieder sei durch die gescheiterten Fusionen der Sparkassen geschwächt.

FDP-Nominierung am 30. August



Garçon ergänzt, er sei zwar für junge Leute. Die weiteren SPD-Bewerber Nico Steinbach (24) aus Oberweiler und Jens Jenssen (28) aus Daun seien jedoch noch zu unbekannt und sollten in diesem Fall hinter der Parteidisziplin zurückstehen. Die Chance auf das Direktmandat im Fall eines schlechten Listenplatzes liegt auch dem Vorgehen Wolfgang Meiers zu Grunde. Er war zehn Jahre SPD-Kreisvorsitzender in Daun, ist Vorstandsmitglied, Kreistagsmitglied und Vorsitzender des Ortsvereins Hinterbüsch, der Leonhard nominiert hat. "Elke Leonhard hat oft gezeigt, was sie kann, und ist seit vielen Jahren bekannt. Über ihre mögliche Kandidatur habe ich lange vor der Nominierung mit allen drei Kreisvorsitzenden gesprochen, auch mit Monika Fink aus Bitburg-Prüm."

Stefan Schmitz, Juso-Vorsitzender Vulkaneifel, bewertet positiv, "dass die Partei erwacht und jeder mit jedem diskutiert". Er befürworte jegliche Kandidatur junger Menschen.

Patrick Schnieder möchte die jüngste Entwicklung nicht kommentieren: "Ich werde mich um meine eigene Kandidatur bemühen."

FDP-Bundestagsabgeordneter Edmund Geisen äußert sich "überrascht, dass Frau Leonhard wieder kandidiert und zwei so junge Bewerber antreten". Er freue sich darauf, sich mit demjenigen zu messen, der sich innerhalb der SPD durchsetze. Die Wahlkreisversammlung der FDP nominiert ihren Kandidaten am 30. August in Bitburg.