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Bitburger Folklore-Festival
Debatte ums Fest, das allen am Herzen liegt

Der neue Festplatz vor der Stadthalle kam bei manchen gut, bei anderen weniger gut an.
Der neue Festplatz vor der Stadthalle kam bei manchen gut, bei anderen weniger gut an. FOTO: Rudolf Höser
Bitburg. Das neue Konzept von Bitburgs Folklore-Festival wird kontrovers diskutiert. Die Organisatoren wollen für 2019 an Programm und Aufbau feilen. Von Dagmar Schommer
Dagmar Schommer

Allen wird man es nie recht machen können. Schon gar nicht, wenn ein und die selbe Sache bei den einen gut, bei den anderen schlecht ankommt. Genau so ist das mit dem Folklore-Festival, das dieses Jahr mit einem neuen Konzept an den Start gegangen ist: kein Festplatz, kein Festzelt, kein Umzug. Stattdessen gab es Tanz und Musik auf verschiedenen Bühnen in der Innenstadt und einen neuen Festplatz vor der Stadthalle, in der erstmals auch Rocknacht und Einzug der Nationen gefeiert wurden.

Während es einigen Festgästen gut gefällt, dass jetzt alles kompakt zusammen ist und der lange Weg zum ehemaligen Festplatz entfällt, finden andere, dass das Geschehen nun irgendwie auseinandergerissen sei (siehe Kommentare). Die Organisatoren sind hingegen alle von der Rückkehr in die Innenstadt überzeugt. In anderen Fragen – etwa der nach dem Festumzug – gibt es auch im Orga-Team unterschiedliche Positionen. Klar ist: So, wie den Bitburgern ihr Fest am Herzen liegt, ist es den Machern wichtig, das Konzept immer weiter zu verbessern.

Elfriede Grewe, Geschäftsführerin der Städtischen Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft, sagt: „Das Fest sollte genau so wieder gemacht werden, an genau diesen Stellen.“ Besser geht für sie immer: „Wir müssen an den Verbindungen zwischen den einzelnen Spielstätten arbeiten, mit Beleuchtung und einer noch besseren Beschilderung für Auswärtige ließe sich da einiges machen.“ Zudem schlägt sie vor, die Stände vor der Stadthalle komprimierter aufzustellen und eine Verbindung mit dem Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu schaffen.

Das Problem: Stände und Buden dürfen nicht auf der Straße platziert werden, die den neuen Festplatz in zwei Hälften teilt. Otmar Kaufmann von der Polizei Bitburg erklärt, warum: „Es ist eine Bundesstraße und diese wäre Teil der Umleitungsstrecke, falls ein Unfall auf der B51 passiert.“ Heißt: Auf die Straße kann nur, was blitzschnell im Ernstfall wieder abgebaut wäre – vielleicht ein paar Stehtische, Bänke oder Stühle. Zusammen mit quer über den gesamten Platz gespannten Lichterketten wäre das aber schon ein Ansatz, um eine Verbindung zu schaffen. „Unser Ziel ist es, den Platz heimeliger zu gestalten“, sagt Elfriede Grewe.

Auch am Bühnenprogramm am neuen Festplatz sollte aus Sicht der Organisatoren gefeilt werden. Manuel Krebs von Schneider Promotion, Pächter der Stadthalle und des Platzes, findet: „Vor allem das Tagesprogramm sollte ausgebaut werden.“ Bürgermeister Joachim Kandels denkt auch über einen neuen Impuls für den Sonntagabend nach: „Wir haben da ja schon viel versucht, zuletzt mit der Salsa-Nacht, aber noch hat nichts gezündet.“ Sein Eindruck: „Sonntagsabends tanken die Bitburger noch mal Kraft vor dem Montag.“ Was Kandels sich vorstellen könnte für den Sonntagabend: eine zugkräftige Band – „gute Musik zieht immer“.

Musik ist auf dem neuen Festplatz auch deshalb wichtig, weil, wie Krebs erklärt, „die Halle akustisch nicht mehr so durchlässig ist wie vorher das Zelt“. Wer auf dem Festplatz an einem der Stände in der Nähe des Zelts stand, hat natürlich mitbekommen, welche Musik drinnen gespielt wird. Das ist nun anders. „Das sollten wir im Blick haben“, sagt Krebs. Musik wird wahrscheinlich ein Thema werden. Was dem Bürgermeister gefallen hat: „In der ganzen Stadt war eine tolle Atmosphäre und das Ambiente mit Römermauer, Rathaus und Liebfrauenkirche hat was.“

Das sieht auch Maria Arvanitis, Leiterin der Tourist-Info, so: „Für uns ist der neue Festplatz ideal, direkt vor der Haustür. Das passt auch für Gäste von auswärts.“ Was die neben der Platz-Frage mindestens ebenso heiß diskutierte Umzugs-Frage angeht, sagt die Tourismus-Fachfrau: „Uns fehlt in der Vermarktung des Festivals am Sonntagnachmittag ein Höhepunkt wie der Festumzug, und wenn es einer in komprimierter Form wäre.“ Einen Umzug vermisst Elfriede Grewe wiederum gar nicht: „Die Leute kommen doch wegen der Folklore-Gruppen und dem Flair in der Stadt, nicht wegen des Umzugs.“ Für Kandels steht fest, dass es den nächsten Umzug – so hat es der Stadtrat beschlossen – erst wieder 2020 geben wird. „Und dann sehen wir ja, ob das wirklich einen so großen Unterschied macht.“ Falls ja, müsse man noch mal neu darüber beraten.

Nach Angaben der Polizei waren über die vier Festtage rund 45.000 Besucher in Bitburg – 10.000 weniger, als im Vorjahr. Ein Problem? „Was ich wichtiger finde, ist, dass die Menschen, die da waren, sich viel länger in der Stadt aufgehalten haben“, sagt Grewe. Vorher seien viele Auswärtige nach dem Umzug auch schnell wieder abgereist. Nun hätte sie den Eindruck, dass die Gäste von einer Bühne zur nächsten schlendern, was essen und die Atmosphäre in der Stadt genießen.

Folklore-Festival 2019: Mailen Sie uns Ihre Ideen und Vorschläge für ein noch besseres Fest an eifel@volksfreund.de (Name und Wohnort bitte nicht vergessen).