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Der Kapitän verlässt die Brücke

Lauschen der Laudatio: Hannepaul Blankenheim (Dritter von rechts) und Stadtbürgermeister Joachim Streit (rechts). TV-Foto: Elmar Kanz
Lauschen der Laudatio: Hannepaul Blankenheim (Dritter von rechts) und Stadtbürgermeister Joachim Streit (rechts). TV-Foto: Elmar Kanz
BITBURG. Nach 38 Dienstjahren, davon mehr als 21 an der Maximin-Schule Bitburg, geht Förderschulrektor Hannepaul Blankenheim in den Ruhestand, genauer gesagt, gesundheitsbedingt in die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit. ARRAY(0x21bb8a90)

Beeindruckend war der Festakt, mit dem Schüler, Kollegen, Eltern, Vertreter nahezu aller öffentlichen Bereiche und Weggefährten aus vier Jahrzehnten den scheidenden Pädagogen verabschiedeten. Jede der zahlreichen Ansprachen geriet zu einer Laudatio der besonderen Art. Meistgehörte Belobigungen waren Dirigent, Motivator, Ideenspender, Initiator und Organisator. Mit einem Kapitän, der nach langer Fahrt sein Schiff, die "MS Maximin-Schule", verlässt, verglich Simone Kinzig, stellvertretende Schulleiterin, Hannepaul Blankenheim. "Ein kleines Boot hast du damals übernommen. Was du heute hinterlässt, ist ein Luxusdampfer", konstatierte sie. Durch seine vielschichtigen Interessen - Politik, Literatur, Sozialwissenschaften, diverse Studien, seine Mitarbeit in schulischen Kommissionen sowie seine gewerkschafts- und kommunalpolitischen Tätigkeiten - sei Blankenheim die "Hohe See", sprich die pädagogische Landschaft, bestens vertraut. Und wenn es sein musste, habe er auch hart am Wind und gegen den Strom gesteuert. Getreu seinem oft zitierten Leitsatz: "Mit mir nicht - ich habe nur Angst vor Gott und Frau Blankenheim (Ehefrau Mathilde)". Die zahlreichen Stationen des beruflichen Werdegangs Blankenheims bis zum akademischen Grad des Diplom-Pädagogen ließ Hubert Weis, leitender ADD-Regierungsschuldirektor, Revue passieren. Sein Dienst als Lehrer begann 1969 an der Volksschule in Nattenheim. Doch dem Sonderschulwesen fühlte er sich stärker verbunden. Seine Tätigkeit im Sprachheilambulatorium Bitburg führte zur Verwendung in der Maximin-Schule. Am 1. Dezember 1985 erfolgte die Ernennung zum Sonderschulrektor. Als weitere sonderpädagogische Fakultas erwarb er die Lernbehindertenpädagogik. "Lieber Hannepaul, die aktive Dienstzeit ist zu Ende. Du hast den Zeitpunkt selbst festgelegt", schloss Hubert Weis.Blankenheims Dank an sein Schul-Team

"Wir verabschieden heute einen Mann in den Ruhestand, der optimistisch in die Zukunft und zufrieden, aber nicht wehmütig, zurückblickt", befand Landrat Roger Graef. Blankenheim, dessen Interesse nahezu von Anfang an der Sonderschule galt, habe mit der ganzen Autorität seines Wissens und seiner Persönlichkeit die jungen Menschen geduldig und mit Nachsicht das gelehrt, was er in deren eigenem Interesse für wichtig hielt. "Ein jeder wuchere mit seinen Talenten", sagte der Landrat, "und eines ihrer Talente, Herr Blankenheim, besteht zweifellos darin, die Talente anderer zum Wuchern zu bringen." Weitere Grußworte sprachen Bitburgs Stadtbürgermeister Joachim Streit, Agnes Hackenberger, Vertreterin der Bitburger Schulleiter, Brigitte Hutton, stellvertretende Schulelternsprecherin, und Dirk Boehmer, Vertreter des Personalrates. Das Schlusswort hatte Hannepaul Blankenheim. Dezidiert bekannte er sich noch einmal zu seinen Vorstellungen von modernem Unterrichtsverständnis und plädierte für eine neue Werte-Erziehung. Sein Dank galt den Festteilnehmern, insbesondere seinem "motivierten und überaus engagierten Schul-Team". "Sicher habe ich den einen oder anderen bisweilen überfordert, neigte zur Ungeduld und war autokratisch", bedauerte Blankenheim, "mit der menschlichen Fehlbarkeit halte ich es im Sinne Martin Luthers: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Entsprechend würde ich wieder vieles genauso machen."