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Wettbewerb
Der Schlamm ist weg, jetzt strahlt der Stern

Im Schloss Niederweis fand am Donnerstagabend die Siegerehrung des Vereins-Wettbewerbs Sterne des Sports statt. Als Eifelsieger wurde der SV Lasel-Feuerscheid ausgezeichnet. Das Foto zeigt Vertreter der geehrten Vereine sowie Jurymitglieder, Ehrengäste und Vorständer der Eifeler Genossenschaftsbanken.
Im Schloss Niederweis fand am Donnerstagabend die Siegerehrung des Vereins-Wettbewerbs Sterne des Sports statt. Als Eifelsieger wurde der SV Lasel-Feuerscheid ausgezeichnet. Das Foto zeigt Vertreter der geehrten Vereine sowie Jurymitglieder, Ehrengäste und Vorständer der Eifeler Genossenschaftsbanken. FOTO: TV / Björn Pazen
Niederweis/Lasel. Für seine langjährige Unterstützung von krebskranken Kindern wurde der SV Lasel-Feuerscheid als Eifel-Sieger des Wettbewerbs Sterne des Sports ausgezeichnet - und träumt nun sogar vom Landestitel. Von Björn Pazen

Am 1. Juni wurden viele Teile der Eifel von einem Unwetter und heftigen Überschwemmungen heimgesucht. Auch Lasel in der Verbandsgemeinde Prüm blieb nicht verschont. Großes Entsetzen gab es unter anderem beim Sportverein Lasel-Feuerscheid, denn der ganze Fußballplatz lag unter einer dicken Schlammschicht - und das vier Wochen vor dem Jubiläums-Sportfest inklusive eines Freundschaftsspiels gegen die Traditionsmannschaft von Fortuna Düsseldorf. Aber alle packten mit an, über 60 Tonnen Schlamm wurden beiseite geschafft, bis zum Sportfest war alles wieder hergerichtet.

Dank des Engagements der Vereinsmitglieder durften sich auch krebskranke Kinder freuen, denn der Verein spendet schon traditionell die Einnahmen an den Förderverein krebskranker Kinder Trier, in diesem Jahr alleine 5000 Euro. Seit dem Jahr 1989 sind es bereits über 50.000 Euro, dadurch wurden unter anderem Segeltörns im niederländischen Ijsselmeer organisiert. „Wenn man das Lachen dieser Kinder sieht, weiß man, dass sich der Einsatz gelohnt hat“, sagt Werner Thielen, der erste Vorsitzende des SV Lasel-Feuerscheid.

Und der hatte am Donnerstagabend im schicken Ambiente des Schlosses Niederweis selber Grund zum Strahlen. Speziell für das langjährige soziale Engagement für krebskranke Kinder, aber auch die Gemeinschaftsaktion nach dem Unwetter wurde der Verein als Eifelsieger des Wettbewerbs Sterne des Sports ausgezeichnet. Neben einem bronzenen Stern als Regionalsieger gab es auch 1500 Euro Preisgeld von den Eifeler Volksbanken und Raiffeisenbanken und die frohe Kunde, dass Lasel es als einziger Verein des ehemaligen Regierungsbezirks Trier zur Landessiegerehrung am 21. November nach Mainz geschafft hatte. Dort werden die sechs besten Vereinsprojekte aus Rheinland-Pfalz prämiert. „Jetzt wollen wir auch zur Bundessiegerehrung nach Berlin“, hofft Werner Thielen, dass der Weg der Laseler in der Mainzer Staatskanzlei noch nicht zu Ende ist.

Aber warum unterstützt der Verein ausgerechnet den Förderverein krebskranker Kinder? „1989 spielte die Sterntaler-Auswahl, die unter anderem von unserem ehemaligen Trainer Werner Ludgen gegründet wurde, bei unserem Sportfest. Diese Mannschaft spielte immer für diesen Förderverein. Und da haben wir gesagt: Wir machen mit. Daher sind wir als Klub sogar offizielles Fördermitglied des Vereins und zahlen neben den Spenden auch unseren Jahresbeitrag“, sagt Thielen: „Der Stern des Sports bestärkt uns darin, uns auch weiter zu engagieren.“

Den zweiten Platz belegte der SV Birresborn aus dem Kreis Vulkaneifel, der mit innovativen Ideen und dem Projekt „Anders aktiv“ erfolgreich den Mitgliederschwund stoppte, den Verein zukunftsfähig machte und zudem den Vorstand verjüngte. Auch hier wurde das ganze Dorf mitgenommen. Dafür erhielt der Verein ein Preisgeld von 1000 Euro, 500 Euro gingen an den Dritten, den SV Schleid, der unter der Überschrift „Alle packen an“ seine Sportanlage mit viel Eigenleistung sanierte. Unter anderem fuhren viele Vereinsmitglieder zu einer Kaserne in Mönchengladbach, wo man eine Flutlichtanlage und eine Zaunanlage erhielt, diese aber auch selbst abbauen und abtransportieren musste.

Insgesamt nahmen in diesem Jahr zehn Vereine aus den Sportkreisen Bitbug-Prüm und Vulkaneifel am Regionalwettbewerb teil. Förderpreise in Höhe von je 250 Euro vergab die Jury an den SV Lünebach und den FC Preist. Ein Anerkennungspreis in Höhe von 100 Euro ging an: Amazonen RSG Bitburg, Segelfluggruppe Wershofen, Spvgg Stadtkyll, SV Wolsfeld, Wado-Ryu Karate Verein Gerolstein/Hillesheim.

Zur Siegerehrung im Schloss Niederweis waren neben Monika Sauer (Präsidentin des Sportbunds Rheinland) auch die beiden Landräte Joachim Streit und Hans Peter Thiel erschienen. Alle Ehrengäste sowie Andreas Theis als Vorstand der Volksbank Eifel betonten die besondere Bedeutung der Vereine und des Ehrenamts gerade für ländliche Regionen. „Ohne Vereinsleben sterben auch die Dörfer“, lautete das Credo.