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Der See soll auch bei Regen attraktiv sein

Afunti-Chef Heinz Bausch (links) will mit einem beheizten Pavillon auch bei schlechtem Wetter Besucher an den See locken. TV-Foto: Uwe Hentschel
Afunti-Chef Heinz Bausch (links) will mit einem beheizten Pavillon auch bei schlechtem Wetter Besucher an den See locken. TV-Foto: Uwe Hentschel
Biersdorf. Der Stausee Bitburg zieht nicht nur Touristen an, sondern ist auch für viele Menschen aus der Umgebung ein beliebtes Naherholungsziel. Bislang war die Einkehr am Kiosk samt Stauseeterrasse aufgrund der fehlenden Überdachung stark von der Wetterlage abhängig. Mit Hilfe eines beheizten Zeltpavillons, der derzeit errichtet wird, soll sich das ändern. Uwe Hentschel

Biersdorf. Er bekomme oft zu hören, dass ihm durch die neue, nur wenige Meter entfernte Pizzeria mit Sicherheit viel Kundschaft verloren gehe, sagt Heinz Bausch. Doch das sei Quatsch. "Ich finde das toll", sagt er. Schließlich kämen dadurch automatisch mehr Menschen zum Stausee.
Jede zusätzliche Form von Gastronomie sei eine Bereicherung, sagt Bausch. Er ist Chef der Freizeitagentur Afunti und betreibt zudem mit Ehefrau Daniela Bausch auch den Stauseekiosk samt Tretbootverleih. Beide sind mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. Der Sommer hat früh angefangen und sich bislang fast immer von seiner besten Seite gezeigt. Bei strahlendem Sonnenschein ist die Terrasse am Kiosk gut besucht. Vor allem an den Wochenenden.
70 Quadratmeter großer Pavillon


Bei schlechtem Wetter jedoch verirrt sich kaum einer an das Ostufer des Stausees. Denn wer sitzt bei einer Tasse Kaffee oder einem Bier schon gerne im Regen. Was dem Kiosk bislang nämlich fehlt, ist eine überdachte Sitzmöglichkeit. Weshalb auch die Öffnungszeiten des Kiosks stark vom Wetter abhängig sind. Das allerdings nicht mehr lange. So ist der Afunti-Chef derzeit dabei, neben dem Kiosk einen rund 70 Quadratmeter großen Pavillon zu errichten.
Die gedämmte Bodenplatte samt Holzaufbau ist soweit fertig. "Und wir hoffen, dass in zwei Wochen auch der Aufbau steht", erklärt Bausch. Geplant ist ein Zeltpavillon, der zum See hin Glasschiebetüren haben wird. Und der darüber hinaus auch mit einem Kaminofen beheizt werden soll. Denn Bausch will mit dem neuen Pavillon nicht nur die schlechten Tage des Sommers überbrücken, sondern ein Ganzjahresangebot schaffen. "Wir wollen zukünftig in der Saison durchgehend und darüber hinaus auch an allen Wochenenden und in den Ferienzeiten den Kiosk öffnen", sagt er und schwärmt dann vom Blick auf den gefrorenen Stausee im Winter: "Das ist einfach eine tolle Atmosphäre." Noch aber ist Sommer. Und wer jetzt auf den Stausee blickt, stellt schnell fest, dass etwas fehlt. Und zwar die Fontaine in der Seemitte.
Nachdem die Pumpe im vergangenen Jahr ihren Geist aufgegeben hat und sich der zuständige Zweckverband Stausee Bitburg aufgrund der Kosten (siehe Extra) bislang nicht dazu durchringen konnte, die Fontäne zu reaktivieren, hat es sich vorerst ausgespritzt.
Es besteht allerdings Hoffnung, dass sich auch daran etwas ändern könnte. Denn ähnlich wie bei der Sanierung der Brunnenanlage am Bitburger Konrad-Adenauer-Platz scheint es auch für die Stauseefontäne einen Sponsor zu geben, der sich an den Kosten beteiligen würde.
Wer es ist und um wie viel Geld es dabei geht, dazu will Reinhold Kotz vom Stausee Zweckverband momentan nichts sagen. Und offen sei derzeit auch, ob man gegebenenfalls die derzeitige Fontäne repariere oder aber komplett durch eine neue und sparsamere Anlage ersetze. Man sei aber bemüht, eine Lösung zu finden, so Kotz.Extra

Nach Aussage der VG-Verwaltung Bitburg-Land würde eine neue Pumpe für die Fontäne rund 7000 Euro kosten. Darüber hinaus ist auch der Betrieb der Fontäne nicht günstig. Laut VG lagen die Stromkosten zuletzt bei 2500 bis 3000 Euro pro Jahr. Vor diesem Hintergrund hat der Zweckverband Stausee Bitburg in seiner Sitzung Anfang des Jahres den Austausch der Pumpe zunächst auf Eis gelegt. Zumal die Fontäne für die Größe des Stausees ohnehin auch viel zu klein dimensioniert sei, so die Auffassung einiger Zweckverbandsmitglieder. Eine neue und leistungsstärkere Fontäne wäre deutlich teurer. Dafür aber gibt es inzwischen Pumpen, die bis zu 50 Prozent weniger Strom verbrauchen und deshalb im Unterhalt auch entsprechend günstiger wären. uheExtra

In unmittelbarer in Nähe des Kiosks fließt auch der Biersdorfer Bach in den Stausee. Dieser liegt auf seinen letzten rund 150 Metern komplett unter der Erde (unter dem Stauseeparkplatz). Seit der See und der Parkplatz vor 40 Jahren angelegt wurden, wird der Bach, der bis dahin in die Prüm mündete, bis zum Stauseeufer komplett durch Rohre geführt. Nun aber gibt es Überlegungen, das Bachstück wieder freizulegen - zumindest im Bereich zwischen Parkplatz und Ufer. Wie der Biersdorfer Ortsbürgermeister Arnold Kootz erklärt, hat es dazu seitens des Stausee Zweckverbands bereits erste Gespräche gegeben. Geplant sei, das Vorhaben mit Hilfe des landesweiten Förderprogramms zur Gewässerentwicklung (Aktion Blau plus) umzusetzen. uhe