| 15:48 Uhr

Advent
Der Vier-Zentner-Markt: Historisches Flair in Oberkail

Die Organisatoren des Weihnachtsmarkts in Oberkail freuen sich auf die Besucher, die heute und am morgigen Sonntag durch die Burgstraße schlendern werden.
Die Organisatoren des Weihnachtsmarkts in Oberkail freuen sich auf die Besucher, die heute und am morgigen Sonntag durch die Burgstraße schlendern werden. FOTO: Uwe Hentschel
Oberkail. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für den historischen Weihnachtsmarkt in Oberkail. Am heutigen Samstag startet er. Von Uwe Hentschel

(uhe) Während die Männer damit beschäftigt sind, das große Holzschild am Eingang der Burgstraße zu befestigen, wurschteln die Frauen ein paar Meter weiter in einem leer stehenden Haus. Ein altes, denkmalgeschütztes Gebäude, für das sich bislang noch kein Käufer gefunden hat und das deshalb zunehmend für die Veranstaltung vereinnahmt wird.

Der leicht morbide Charme der renovierungsbedürftigen Hofanlage eignet sich ideal für die Stände eines historischen Weihnachtsmarkts. Und genau das ist es, was die Männer mit dem schweren Schild und die Frauen in dem alten Haus vorbereiten.

Am heutigen Samstag, 8. Dezember, (14 bis 20 Uhr) und morgigen Sonntag, 9. Dezember, (10.30 bis 19 Uhr) veranstalten die Oberkailer ihren Weihnachtsmarkt „Adventliche Burgstraße“.

Die Burgstraße ist ein Straßenzug, der auf der ehemaligen Wasserburg und dem Schloss Oberkail begründet ist. Noch heute stehen dort viele historische Gebäude, die alle zwei Jahre als Kulisse für den Weihnachtsmarkt dienen.

Wie Hildegard Wallscheid, die selbst in der Burgstraße wohnt und maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung beteiligt ist, erklärt, würden auf dem Markt ausschließlich Handwerksprodukte verkauft. Und das an rund 50 Ständen. „Fast alle Ställe, die in der Straße vorhanden sind, werden für den Weihnachtsmarkt geöffnet“, sagt Wallscheid. Weil der Markt aber nur alle zwei Jahre veranstaltet werde und sich in der Straße zwischenzeitlich immer etwas ändere, wisse man im Vorfeld nie genau, was auf einen zukomme. Doch gerade das mache die Sache so spannend. „Bei diesem Haus hatten wir schon ein wenig gezittert, weil es zwischenzeitlich hieß, es werde verkauft“, erklärt die Frau aus der Burgstraße. Erfreulicherweise sei daraus aber dann doch nichts geworden.

Verkauft wird dafür aber was anderes. Das Angebot reicht von Näharbeiten über Filzobjekte, Papierarbeiten und Nützlichem aus Holz bis hin zu eifeltypischen Spezialitäten aus der Kartoffelküche. Für das Kochen zuständig sind die älteren Frauen aus dem Dorf. Und die haben von Fest zu Fest immer mehr zu tun, um die Weihnachtsmarktbesucher mit Reibekuchen zu versorgen.

„Wie sich der Weihnachtsmarkt seit der Premiere in 2012 entwickelt hat, erkennt man ganz gut an den Kartoffeln, die verbraucht wurden“, erklärt Wallscheid. „Im ersten Jahr war es ein Zentner, beim zweiten Weihnachtsmarkt bereits zwei, 2016 wurden schon drei Zentner benötigt und dieses Jahr werden es vier“, sagt die Organisatorin. Es kämen immer mehr Besucher, so Wallscheid.

Im Gegensatz zu manch anderen Märkten gehe es in Oberkail aber dennoch sehr entspannt zu, ergänzt sie. Die Organisatoren sagen: „Wir haben hier in der Burgstraße so viel Platz, da muss sich keiner durchs Gedränge kämpfen.“