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Die Ära Graef geht zu Ende

Landrat Roger Graef an seinem angestammten Platz im Kreishaus. Im Dezember wird er diesen Posten räumen. TV-Foto: Manfred Reuter
Landrat Roger Graef an seinem angestammten Platz im Kreishaus. Im Dezember wird er diesen Posten räumen. TV-Foto: Manfred Reuter
Er geht nach 21 Jahren: Am heutigen Samstag wird Landrat Roger Graef im Haus Beda feierlich verabschiedet. Zeit, zurückzublicken - auch, wenn die Amtszeit offiziell erst im Dezember endet. Von unserer Redakteurin Katharina Hammermann

Bitburg. In den vergangenen 21 Jahren hat der Eifelkreis Bitburg-Prüm sein Gesicht verändert. Heruntergekommene Bauernhäuser wurden Schmuckstücke, Bauern Angestellte, Rumpelpisten ordentliche Kreisstraßen, und die Arbeitslosigkeit sank auf einen Wert, bei dem man fast von Vollbeschäftigung sprechen muss. In diesen 21 Jahren hat ein einziger Mann an der Spitze des Eifelkreises Bitburg-Prüm gestanden: Roger Graef. Heute nun wird der Landrat im Haus Beda feierlich verabschiedet.

Auf einiges, was er in seiner langen Amtszeit geleistet hat, ist Graef stolz: auf die gelungene Konversion der ehemaligen Airbase Bitburg zu einem florierenden Gewerbegebiet, die Finanzsituation des Eifelkreises, der heute nicht mehr Schulden hat als vor 21 Jahren, auf die gut instand gesetzten Kreisstraßen oder den Erfolg der Regionalmarke Eifel - ein Erfolg, der wahrscheinlich noch in Jahrzehnten mit Graefs Namen verknüpft sein wird.

Natürlich gebe es in seiner Amtszeit auch Kapitel, die er lieber streichen würde, sagt Graef. Allen voran die Schließung der Zweckbetriebe des Naturparks Südeifel. Damals musste der Landrat rund 60 behinderten Menschen kündigen - eine schmerzhafte Erfahrung für alle Beteiligten. Ein anderes Kapitel, das Graef lieber getilgt sähe, ist die gescheiterte Sparkassenfusion mit Trier. Doch will er das, was ihn damals so wütend gemacht hat, heute lieber ruhen lassen. Das Kapitel sei abgeschlossen.

Für Graef beginnt bald ein neues. Ein Kapitel, in dem er sich aus dem öffentlichen Leben des Eifelkreises zurückziehen wird, während andere die Entscheidungen treffen. "Meine Zeit hier im Eifelkreis ist vorbei", sagt der Landrat im TV-Interview. Mehr auf Seite 10.

Meinung

Er hat die Eifel verändert

Er ist ein Kämpfer, der weiß, was er will und dadurch zuweilen unbequem. Doch auch diejenigen, die sich in den vergangenen Jahren an Landrat Roger Graef gerieben haben, wissen seine Leistungen zu schätzen. In die Geschichte eingehen wird sein Name gemeinsam mit dem Erfolg der Regionalmarke Eifel. Roger Graef ist es gemeinsam mit anderen gelungen, eine als arm und hinterwäldlerisch geltende Gegend erfolgreich zu vermarkten. Doch nicht nur die Touristen denken heute anders über die Eifel. Auch die Eifeler selbst. Die Ära Graef hat ihnen ein neues Selbstbewusstsein geschenkt. Ein solcher Erfolg war im Lauf der Geschichte längst nicht jedem scheidenden Regenten vergönnt. Gratulation! k.hammermann@volksfreund.de