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Die Alte Kyllbrücke wird neu gemacht

Die Alten Kyllbrücke wird bald saniert: Das hat der Stadtrat entschieden.TV-Foto: Rudolf Höser
Die Alten Kyllbrücke wird bald saniert: Das hat der Stadtrat entschieden.TV-Foto: Rudolf Höser
KYLLBURG. Sanierung, Neubau oder doch Abriss? Über die Zukunft der Alten Kyllbrücke haben die Mitglieder des Kyllburger Stadtrats in den vergangenen Jahren etliche Stunden diskutiert. Am Dienstagabend wurde eine wichtige Grundsatzentscheidung getroffen: Die Fußgängerbrücke wird saniert. ARRAY(0x89487ad0)

"Ich vermute, dass das heute meine letzte Sitzung in Kyllburg sein wird." Mit diesen Worten eröffnete Klaus Zimmermann vom Planungsbüro Isu seine Präsentation der Alten Kyllbrücke im Stadtrat. Wie oft er schon in Kyllburg war und über dieses Thema gesprochen hat? Daran kann er sich nicht mehr erinnern. Doch Zimmermann hat nicht nur Pläne im Gepäck, wie die Fußgängerbrücke aussehen könnte. Er hat auch eine eindeutige Botschaft von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier dabei: "Die ADD hat grünes Licht für die Brücke gegeben." Weniger die Kosten, mehr die Funktion der Brücke stehe für die ADD im Vordergrund. Die reine Fußgängerüberquerung sei eher nebensächlich. "Die können auch über eine andere Brücke gehen. Diese Brücke soll etwas Besonderes sein, auf ihr sollen Feste gefeiert werden, und sie kann Impulse setzen, beispielsweise für den Fremdenverkehr", sagte Zimmermann. Die kalkulierten Kosten für die Alte Kyllbrücke liegen bei rund 300 000 Euro. 50 000 Euro hatte die Stadt Anfang der 90er-Jahre vom Kreis für den Abriss der Brücke erhalten. Dieses Geld wird für die Sanierung verwendet. 80 Prozent der verbleibenden Kosten von rund 250 000 Euro wird das Land fördern, die restlichen 20 Prozent, etwa 50 000 Euro, muss Kyllburg übernehmen. Auf 10 000 Euro mehr oder weniger komme es der ADD nicht an, sagte Zimermann. Die Behörde habe aber noch etwas ganz klar gemacht: Der Kyllburger Stadtrat muss die Entscheidung für oder gegen die Brücke schnell treffen. Zimmermann stellte im Stadtrat zwar ein grobes Konzept der Brücke vor (nüchterne Stahlkonstruktion kombiniert mit warmem Holzbodenbelag), über Details wurde aber nicht gesprochen. Erst musste eine grundsätzliche Entscheidung her. "Wir versuchen, das heute auf die Reihe zu bekommen, damit wir das nächstes Jahr umsetzen können", gab sich Stadtbürgermeister Winfried Müller (parteilos) optimistisch. Auch Bernd Spindler (SPD), Bürgermeister der VG Kyllburg, warb für eine schnelle Entscheidung: "Die Zeit ist reif. Jetzt oder nie." Und auch alle Fraktionen waren sich einig. Das machte Thomas Etteldorf, Sprecher der CDU-Fraktion, deutlich: "Sie sprechen dem Stadtrat aus der Seele. Auch wir wollen eine schnelle Entscheidung." Otto Böcker, früherer Stadtbürgermeister von Kyllburg, kann sich nur zu gut an die endlose Diskussion um die Alte Kyllbrücke erinnern: "Wir haben so lange auf ein Signal aus Trier gewartet. Jetzt ist es da, und jetzt sollte der Stadtrat auch so mutig sein, eine Entscheidung zu fällen." Zustimmung kam auch von Alois Keppers von der Liste "Bürger für Kyllburg": "Wir sollten das jetzt zügig und zeitnah in Angriff nehmen. Diese Brücke hat eine wichtige touristische Bedeutung für Kyllburg." Nachdem sich alle für die Sanierung ausgesprochen hatten, gab Sylvia Mathey (SPD) den entscheidenden Anstoß: "Dann machen wir das jetzt! Dann treffen wir heute Abend die Entscheidung, dann haben wir nächstes Jahr auch etwas zu tun." Bis auf eine Enthaltung von Georg Zahnen (CDU), der sich nicht ausreichend von der Verwaltung informiert fühlte, stimmten alle Ratsmitglieder für die Sanierung der Brücke. Sobald die endgültige Finanzierungszusage aus Mainz kommt, geht es an die Detailplanung und die Ausschreibung. Läuft alles nach Plan, können schon 2008 die ersten Feste auf der Alten Kyllbrücke gefeiert werden.