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Die Familienbildungsstätte ist in die "Alte Kaserne" umgezogen

Heike Longen (links) und Anja Klares von der Familienbildungsstätte haben die vergangenen Tage mit Packen verbracht.
Heike Longen (links) und Anja Klares von der Familienbildungsstätte haben die vergangenen Tage mit Packen verbracht. FOTO: Stefanie Glandien
Bitburg. Der Block mit der Nummer 2011 in der Maria-Kundenreich-Straße 4 entwickelt sich langsam zum Zentrum für Bildungs- und Beratungseinrichtungen. Stefanie Glandien

Vor dem Block mit der Nummer 2011 stehen drei Fahrzeuge von Handwerksfirmen. Außen steht ein Gerüst an der Wand. Innen wird noch fleißig gearbeitet. In der Maria-Kundenreich-Straße 4 tut sich was.

Es ist ein Straßenname, an den sich die Bitburger erst noch gewöhnen müssen. Sie liegt nämlich im Konversionsgebiet "Alte Kaserne", in der zurzeit wieder Leben in die seit Jahren leer stehenden Gebäude zieht. Ende des vergangenen Jahres waren bereits die Ämter für Soziales und Kreisentwicklung, die Agentur für Arbeit, das Amt für Kreisentwicklung und das Jobcenter auf das Kasernengelände gezogen. Nun scheint sich der Block 2011 auch mit Leben zu füllen.
Bereits vor zwei Monaten ist dort das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZSL), Regionalstelle Bitburg-Prüm eingezogen. Zuvor war diese in der Thilmanystraße beheimatet. Die Regionalstellenleiterin Edith Bartelmes ist von den neuen Räumlichkeiten begeistert: "Ein großer Vorteil ist, dass wir nun barrierefrei zu erreichen sind. Es gibt eine langgezogene Rampe vor dem Eingang und pro Etage zwei Aufzüge. Das wurde ganze hervorragend gelöst."

Viele Parkplätze vor Ort

Weiterer Pluspunkt: Es gibt ausreichend Parkplätze in der Nähe. Es sollen auch Parkplätze für Behinderte ausgewiesen werden. "Das hatten wir in der Thilmanystraße leider nicht", sagt sie.

Einziges Manko bislang: eine fehlende Busverbindung. "Nicht jeder hat ein Auto oder kann gefahren werden - und dann ist der Weg von der Stadt lang, vor allem für Eltern mit Kinderwagen oder Gehbehinderte", gibt sie zu Bedenken.
Die ZSL berät Menschen mit Behinderung. Zum Beispiel darüber, wie sie ihr Leben eigenständig und selbstbestimmt führen können oder wie sie am Arbeitsleben teilnehmen können. Außerdem helfen die Mitarbeiter bei behördlichen Anliegen. Sie beraten Angehörige, Arbeitgeber und Institutionen.

Die ZSL hat fünf Mitarbeiter und arbeitet mit Honorarkräften. Zu den Schulungen und Beratungen kommen im Monat durchschnittlich 400 bis 450 Menschen, sagt Edith Bartelmes. "Es kommen auch zunehmend Menschen aus dem Raum Trier und Trier-Saarburg zu uns."

Die neue Geschäftsstelle hat sechs Räume, darunter ein großer Schulungsraum und ein Computerraum. Auf die gleiche Etage zieht heute die Familienbildungsstätte (FBS) ein. "Bestimmte Dinge wollen wir mit der Familienbildungsstätte gemeinsam nutzen - so könnten wir zum Beispiel unseren großen Schulungsraum beidseitig für Veranstaltungen nutzen", sagt die Leiterin, die sich auf eine gute Zusammenarbeit freut.

Kurze Wege
Positiv sei, dass man in nur 200 Metern Fußweg beim Jobcenter, der Agentur für Arbeit und dem Sozialamt (Block 2007) sei. "So haben wir ganz kurze Wege." Schön sei auch, dass die Grünanlagen erhalten geblieben sind. Edith Bartelmes sieht ihre neue Umgebung mit ganz neuen Augen: "Es ist hier ein bisschen wie eine kleine soziale Stadt in der Stadt."

"Wir freuen uns auf jeden Fall auf den Umzug", sagt Heike Longen, die bei der Familienbildungsstätte im Sekretariat arbeitet. Die Vorteile hat sie schnell aufgezählt: "Wir bekommen größere Räume, sind dann auch barrierefrei zu erreichen, haben einen großen Parkplatz in Fußnähe und bekommen eine eigene Lehrküche."

Die FBS hat sieben Mitarbeiter. Getreu dem Slogan: "Vom Säugling bis zum Senior" bietet die Einrichtung für jede Altersklasse Programm. "Wir verstehen uns als Ort der Begegnung. Unsere Angebote stehen dabei allen Menschen ohne Unterschied offen. Umso wichtiger ist die mit dem Umzug einhergehende Barrierefreiheit der Katholischen Familienbildungsstätte, die pro Jahr um die 14?000 Besucher verzeichnet", sagt Ute Kickert-Mosbach, Leiterin der FBS.
Angeboten werden Einzelveranstaltungen in diversen Rubriken wie zum Beispiel Familie und Erziehung, Lebensgestaltung/Lebenshilfe, Veranstaltungen für Schulen und Kindergärten, Elternschule für werdende und junge Eltern in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus, Aktivitäten für Eltern und Kinder, Musikgarten und Kochkurse.

Weitere wollen folgen

Auch weitere Bildungsinstitutionen liebäugeln mit einem Umzug in die Alte Kaserne. So ermittelt das Beda-Institut gerade seinen Bedarf. Die Volkshochschule Bitburg ist in abschließenden Verhandlungen zur Anmietung einer Fläche von etwa 600 Quadratmetern, sagt Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt Bitburg. Die Geschäftsstelle werde aber auf jeden Fall im Rathaus bleiben.
KommentarSozial- und Bildungseinrichtungen in einem Block anzusiedeln macht Sinn. Dadurch können Synergieeffekte auf allen Seiten entstehen. So können die einzelnen Einrichtungen voneinander profitieren, indem sie zum Beispiel Räume gemeinsam nutzen. Andererseits werden die Besucher auch auf die Angebote der anderen aufmerksam, auf die sie sonst vielleicht gar nicht gestoßen wären. Und zukünftig gibt es mit 400 Plätzen auch genug Parkraum für die vielen Menschen, die dort zu Schulungen, Beratungen oder Kursen fahren. Was die Konversion der Alten Kaserne angeht, ist Bitburg auf einem guten Weg. Stefanie Glandien s.glandien@volksfreund.deALTE KASERNE

Extra

(sn) Das Areal "Alte Kaserne" an der Mötscher Straße wurde in den Jahren 1936 bis 1938 für die Wehrmacht gebaut. Auf dem Gelände gibt es 21 Gebäude, 14 davon (die mit Steinfassade) stehen unter Denkmalschutz. Eines davon ist der Block 2011, ein ehemaliges Verwaltungsgebäude. Dieser und weitere vier Blocks gehören der Dignum Castra Verwaltungs GmbH mit Firmensitz in Bitburg.