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KULTUR
Die Landschaft, das Licht und der Fotograf

Ist auch bei der Ausstellung zu sehen: ein Foto der Landschaft auf der Insel Lewis, Äußere Hebriden.
Ist auch bei der Ausstellung zu sehen: ein Foto der Landschaft auf der Insel Lewis, Äußere Hebriden. FOTO: Charly Schleder
Irrel/Echternach. Seit 35 Jahren ist Karl Heinz „Charly“ Schleder in seiner Freizeit am liebsten mit der Kamera unterwegs. Mit Erfolg.

(utz) Wer ein guter Fotograf werden will, sollte nicht zu früh aufgeben. Diesen Tipp kann Charly Schleder nur allen geben, die es einmal mit diesem Hobby versuchen möchten. Denn auch der Irreler selbst hat am Anfang, wie er sagt, „keine guten Bilder gemacht“.

1983 kaufte er seine erste  Spiegelreflex-Kamera. „Ich musste mir ein neues Hobby suchen, weil ich aus gesundheitlichen Gründen mit dem intensiven Fußballspielen  aufhören musste“, sagt der 67-Jährige. Ausgerechnet ein Fußballfreund brachte ihn auf die Idee, mal das Fotografieren auszuprobieren. Doch aller Anfang war schwer. „Die ersten drei Jahre kamen alle Bilder zurück, die ich zu Wettbewerben geschickt habe“, erzählt er.

Doch Schleder ließ sich nicht entmutigen. Studierte Bücher, Zeitschriften, nahm weiterhin an Wettbewerben teil und nahm sich die Kritik an seinen Fotos zu Herzen.  1987 dann der erste Erfolg: der erste Platz  beim ADAC-Fotopreis, datiert mit  5000 Mark. Eine Inititialzündung. Denn fortan holte er Preise am laufenden Band: Rund 70 sind es inzwischen. Der größte Coup war der mit 10 000 Mark dotierte Gewinn des Licher Fotopreises im Jahr 1997.  Beim über Jahre hinweg weltgrößten Fotosalon in Linz, Österreich, mit zurzeit über 100 000 Einsendungen weltweit, holte er zwischen 2006 und 2012 fünfmal die Medaille „Best of Show“ für die beste Gesamtleistung in der Sparte Landschaft.

Überhaupt: die Landschaft. Sie hat es ihm angetan. Und das Licht. Je nachdem, wie das Licht falle, wirke die Landschaft immer anders. „Ohne Licht geht gar nichts“, sagt er, „und es verändert sich mit einer Sekunde auf die andere.“

Daher muss er oft lange  am Motiv warten, vielleicht noch einmal dorthin fahren, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen. Denn Fotografie bedeutet für Schleder auch Perfektionismus. Selbst er, der mit Preisen überhäufte Fotograf, könne noch viel lernen. „Es gibt immer etwas zu verbessern“, sagt der Autodidakt. So schaffe es nur etwa zehn Prozent seiner Fotos in die erste Auswahl, und nur einen Bruchteil davon schickt er nach der Nachbearbeitung am PC bei Wettbewerben ein.

So bringt er aus Schottland jedes Jahr 2000 Bilder mit nach Hause, von denen nur etwa 200 in die Bearbeitung kommen. Überhaupt: Schottland. Das sei sein Lieblings-Reiseland, erklärt Schleder, der früher bei einer Bank gearbeitet hat. Seit 2005 fährt er jedes Jahr dorthin – und schwärmt immer noch: „Die Landschaft ist einmalig. Ich mag besonders die Highlands und die Ruhe. Stellenweise ist man ganz für sich alleine.“

Das passiere in der Efel nicht ganz so oft, dennoch ist er auch hier gerne mit der Kamera unterwegs, besonders im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet. Aber auch das Hohe Venn hat es ihm angetan. „Diese Landschaft ist einmalig.“

Aber zurück zu Schottland. Da will er nächstes Jahr hin. Und das Beste, was er von seinen bisherigen Reisen dorthin mitgebracht hat, zeigt er ab Dienstag, 6. November, im Echternacher Trifolion. Er stelle dort zum ersten Mal aus, sagt er, und freue sich besonders, wenn „die Leute sich über meine Bilder freuen“.

Die Ausstellung „Schottland – Licht und Landschaft“ mit rund 40 Bildern des Fotografen Charly Schleder wird am Dienstag, 6. November, um 19 Uhr im Trifolion Echternach eröffnet. Sie ist bis 21. Januar zu sehen, und zwar während der Veranstaltungen und eine Stunde davor sowie dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr.

Charly Schleder
Charly Schleder FOTO: Charly Schleder