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Infrastruktur
Lieber renovieren statt neu bauen?

Aus der Traum: Auf diesem Gelände in Echternacherbrück hätte die VG Südeifel gerne zusammen mit Echternach ein Schwimmbad errichtet. Doch daraus wird vorerst nichts.
Aus der Traum: Auf diesem Gelände in Echternacherbrück hätte die VG Südeifel gerne zusammen mit Echternach ein Schwimmbad errichtet. Doch daraus wird vorerst nichts. FOTO: Uwe Hentschel
IRREL/ECHTERNACHERBRÜCK. Die Mängel am Hallenbad Irrel sollen erfasst werden. Der Neubau in Echternacherbrück ist vom Tisch.

Die Situation ist recht vertrackt. Und das sowohl, was die Zukunft als auch die bauliche Situation des Irreler Hallenbads betrifft. Das Bad ist nämlich im gleichen Gebäude wie die Turnhalle der Grund- und Realschule plus. Oben ist die Turnhalle und unten die Schwimmstätte.

Als der Kreis die Schule vor acht Jahren von der damaligen VG Irrel übernahm, wurde zwischen den beiden Stockwerken eine deutliche Grenze gezogen. Die Zuständigkeit für ein öffentliches Schwimmbad reißt keiner ohne Not an sich. Und schon gar nicht, wenn es sich wie im Fall des Irreler Hallenbads um eine in die Jahre gekommene Anlage mit erheblichem Sanierungsbedarf handelt.

Dass einiges im Argen liegt, ist bekannt. Was genau, soll nun mit Hilfe eines Schadenkatasters ermittelt werden. So haben der Eifelkreis und die VG Südeifel kürzlich die Erstellung eines solchen Katasters ausgeschrieben. Genau wie im Schwimmbad, herrscht auch in der darüber liegenden Turnhalle Handlungsbedarf. Und die Auftraggeber wollen nun herausfinden, ob die derzeitigen Schäden bereits Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben. Zudem werden in der Ausschreibung ein Sanierungskonzept und die „Darstellung der wirtschaftlichen Restnutzungsdauer“ gefordert. Kurzum:

Der Kreis und die VG wollen wissen, woran sie mit ihren Einrichtungen sind, bevor sie sich Gedanken über die Zukunft der beiden Sportstätten machen. Aus diesem Grund ist ein anderes Vorhaben vorerst komplett zurückgestellt, nämlich der Neubau eines Hallenbads an anderer Stelle. So gab es Überlegungen, mit der luxemburgischen Nachbarkommune Echternach ein gemeinsames Schwimmbad zu errichten. Hintergrund ist der, dass nicht nur die Irreler Badeanstalt, sondern auch die in Echternach sanierungsbedürftig ist. Statt also beide Bäder, die keine fünf Kilometer Luftlinie voneinander entfernt liegen, aufwendig zu sanieren, wollten die VG Südeifel und  Echternach Synergien schaffen und auf einem Grundstück in Echternacherbrück ein gemeinsames Bad bauen.

Im Gespräch war eine schlichte Sportstätte ohne viel Schnickschnack. Doch auch die wäre nicht ganz billig. Mehr als 14 Millionen Euro wurden dafür in einer ersten Kostenschätzung veranschlagt. Da in Echternach aber fast drei Mal so viele Schüler unterrichtet werden wie in Irrel und allein deshalb schon dort der Bedarf an einem Schulschwimm-Angebot deutlich größer ist als in Irrel, waren sich die Partner einig, dass sich Luxemburg stärker an den Kosten beteiligt. Die VG Südeifel müsste also weniger als die Hälfte der Kosten tragen, wäre aber angesichts ihrer schlechten Haushaltslage auf Zuschüsse angewiesen. Die aber gibt es nicht ohne weiteres, weshalb die Vorgehensweise zwischenzeitlich geändert wurde.

„Die Pläne für das gemeinsame Schwimmbad in Echternacherbrück liegen auf Eis, weil wir derzeit keine Finanzierbarkeit sehen“, sagt VG-Bürgermeister Moritz Petry. Stattdessen habe man sich in den Gremien dazu entschieden, zunächst dann doch den Zustand des Irreler Schwimmbads genauer unter die Lupe zu nehmen, fügt Petry hinzu. Entscheidend für die weitere Vorgehensweise sei aber nicht nur das Ergebnis der Schwimmbad-Bestandsaufnahme, sondern auch die Frage, wie der Kreis mit der Turnhalle weiter vorgeht. „Bevor wir überhaupt irgendwas machen“, so Petry, „muss das alles geklärt sein.“