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Dieses Jahr keine Beschichtung: 2018 geht’s rund im Stadion in Neuerburg

Günter Scheiding, Vorsitzender des Sportvereins, (links) und Jens Kemper, Schulleiter des Eifel-Gymnasiums Neuerburg, freuen sich auf den neuen Sportplatz. Bis zur Eröffnung gibt es aber noch einiges zu tun. Im Hintergrund zu sehen ist das neue Sportlerhäuschen, das die Vereinsmitglieder zurzeit bauen. TV-Foto: Stefanie Glandien
Günter Scheiding, Vorsitzender des Sportvereins, (links) und Jens Kemper, Schulleiter des Eifel-Gymnasiums Neuerburg, freuen sich auf den neuen Sportplatz. Bis zur Eröffnung gibt es aber noch einiges zu tun. Im Hintergrund zu sehen ist das neue Sportlerhäuschen, das die Vereinsmitglieder zurzeit bauen. TV-Foto: Stefanie Glandien FOTO: (e_eifel )
Neuerburg. Die schlechte Witterung stoppt die Sanierungsarbeiten der Neuerburger Sportanlage. In diesem Jahr wird die Tartanlaufbahn nicht mehr beschichtet. Stefanie Glandien

Knatschgrün leuchtet der Rasen der neuen Sportanlage in Neuerburg. Selbst bei dem trüben Novemberwetter fällt einem der Platz an der Enz schon beim Vorbeifahren mit dem Auto sofort ins Auge.

Vor fast genau einem Jahr haben freiwillige Helfer des Sportvereins die Bäume rund ums Gelände gerodet und den maroden Zaun abgerissen (der TV berichtete). Nun steht dort ein neuer Zaun. Das Fußballfeld ist bereits markiert. Am Rand steht der Rohbau des zukünftigen Sportlerheims.

Dann kann der Ball ja bald rollen und die Schüler können ihre Runden ums Stadion drehen?

"Nein, leider noch nicht", sagt Jens Kemper, Schulleiter des staatlichen Eifel-Gymnasiums Neuerburg. Zwar sollte der Sportplatz im Spätherbst 2017 fertig werden, doch dann machte das Wetter den Planern einen Strich durch die Rechnung. "Wegen der Witterung kann die Laufbahn nicht final beschichtet werden. Dafür brauchen wir mehrere trockene Tage hintereinander und es darf nicht kälter als zehn Grad sein", sagt Kemper.

Der Sportplatz stammt noch aus den 70er Jahren und war - so Kemper - mittlerweile "unbrauchbar". "Die Drainage war dicht. Nach jedem Regenguss stand der Platz tagelang unter Wasser."

Noch von Kempers Vorvorgänger, Günter Scheiding, wurde der Antrag auf Erneuerung der Sportanlage im Mai 2011 in die Wege geleitet. Im Februar 2017 war es dann soweit. Die Arbeiten begannen.

Neben einem Kunstrasenfußballfeld wird es zukünftig eine Tartanlaufbahn geben, eine Kugelstoß-, Weit- und Hochsprunganlage sowie ein Volleyballfeld. Insgesamt werden 1,65 Millionen Euro investiert (siehe Info).
Man habe sich bewusst und aus Kostengründen für einen Kunstrasenplatz entschieden, sagt Kemper. Zwar sei ein Rasenfeld in der Anschaffung deutlich günstiger, doch dafür weniger belastbar und in der Pflege deutlich teurer als das Pendant aus Kunststoff.

Auch die Laufbahn ist nur für die Hundert-Meter-Strecke sechsspurig. Die restlichen 300 Meter sind dreispurig, "da bei den weiteren Laufdistanzen sowieso nur die Innenbahnen genutzt werden", weiß Kemper, selbst aktiver Läufer.
Er rechnet damit, dass die Anlage Ende Mai/Anfang Juni 2018 offiziell übergeben wird. Der Platz sei theoretisch früher bespielbar, doch einige Dinge sprächen gegen eine vorzeitige Übergabe.

"Die Schule müsste dann schon eine höhere Miete zahlen und auch die Gewährleistung würde ab diesem Tag schon laufen." Deshalb möchte der Schulleiter darüber noch in Ruhe nachdenken und mit den anderen Nutzern sprechen. Und das sind zunächst mal die Schulgemeinschaft und der Sportverein.

Dessen Mitglieder bauen zurzeit - quasi im Auftrag der Stadt - ein Sportlerheim auf dem Gelände. Zehn mal sechs Meter Grundfläche bieten Platz für einen Aufenthaltsraum, zwei Toiletten, einen Lagerraum und eine Verkaufstheke. Umkleiden und Duschen befinden sich in der benachbarten Kreissporthalle.

"Am Samstag haben wir noch Beton gemacht. Noch vor Weihnachten wollen wir das Haus dicht bekommen. Sprich: Das Dach soll drauf und die Fenster rein", sagt Günter Scheiding, erster Vorsitzender des Sportvereins. Investiert werden rund 70 000 Euro. 35 Prozent trägt der Sportbund Rheinland-Pfalz, ein Drittel steuern Sponsoren bei und der Rest, sagt Scheiding, sei "Muskelhypothek" - also Eigenleistung.
Die hat er auch schon beim Rasenmähen eingesetzt. Natürlich nicht beim Kunstrasen, dafür aber bei den Flächen drum herum. Insgesamt sechs Stunden habe er dafür gebraucht - "da muss ich keine Runden mehr um den Platz laufen", sagt er und lacht.
Jens Kemper wird im kommenden Jahr bestimmt mal eine Runde über die neue Tartanbahn drehen. Schließlich war in seiner Jugend die 1500-Meter-Distanz seine Stärke - mit einer Bestzeit von 4:00,84 Minuten.
"Der neue Sportplatz ist auf jeden Fall ein absoluter Zugewinn für die Qualität des Sportunterrichts und für die Attraktivität Neuerburgs", sagt der Schulleiter. Bisher habe man mit den Schülern der Sportleistungskurse teilweise die Anlagen in Bitburg nutzen müssen. Das sei nun vorbei. Mit der neuen Laufbahn sei es außerdem dank des federnden Untergrunds nun noch gesünder, Sport zu treiben.

Scheiding ergänzt: "Der neue Platz bietet andere Möglichkeiten und hat einen anderen Aufforderungscharakter als vorher."

Noch wartet der Platz, sattgrün und frisch, auf seine Premiere. Spätestens im Mai oder Juni 2018 wird der erste Ball rollen.Extra: FINANZIERUNG DER SPORTANLAGE NEUERBURG

Das Eifel-Gymnasium ist in Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz. Deshalb beteiligt sich der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) in Mainz mit 550 000 Euro und das Ministerium für Bildung mit 400 000 Euro an den Investitions-Kosten von 1,65 Millionen Euro. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm zahlt 400 000 Euro und die Stadt Neuerburg 300 000 Euro. Quelle: LBB Mainz