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DORFENTWICKLUNG
Dorfgemeinschaft trifft sich an der Mini-Sauer

Mit einem Sommerfest erfüllen die Echternacherbrücker ihren neuen Dorplatz mit Leben.
Mit einem Sommerfest erfüllen die Echternacherbrücker ihren neuen Dorplatz mit Leben. FOTO: Martin Recktenwald
Echternacherbrück. Die Echternacherbrücker haben ihren neuen Dorfplatz eröffnet — mit einer großen Feier.

Ihren neuen Dorfplatz haben die Bürger von Echternacherbrück sogleich für ein Sommerfest genutzt. Neben dem ehemaligen Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung ist ein Areal entstanden, das  Dorfgemeinschaft und Gäste gleichermaßen ansprechen soll. Anlässlich der Einweihung hat Ortsbürgermeister Ralf Schrauf die Nutzungsmöglichkeiten vorgestellt.

Zentrales Gestaltungselement des Dorfplatzes sind eine künstliche Felsenformation aus Natursteinen und ein kleiner Wasserlauf. Beides steht für Landschaftsmerkmale von Echternacherbrück. Die Steine symbolisieren die nahegelegenen Felshänge, die vom Dorf aus leicht erwandert werden können. Und die Wasserrinne ist eine Art Mini-Sauer.

Der Ortsbürgermeister erläuterte: „Der quer hinüberführende Stein steht für die alte Sauerbrücke, die uns stets mit Echternach verbunden hat.“ Aufgegriffen wird diese Verbindung mit den luxemburgischen Nachbarn zusätzlich über die Gedenktafel „Europa – Grundstein für den Frieden“, die am 29.  August 1964 in Echternacherbrück aufgestellt worden war. Auch in weiteren deutschen Grenzorten war seinerzeit ein solches Friedenssymbol errichtet worden. In der Sauer-Gemeinde stand es lange Zeit neben der Kreissparkasse.

„Es fehlen eigentlich nur noch Sitzbänke“, kommentierte ein Besucher aus Luxemburg das Ensemble. Doch dafür sei bereits gesorgt, versicherte Bürgermeister Schrauf. Fünf Bänke und eine Sitzgruppe mit Tisch seien bereits bestellt – sie wurden nur nicht rechtzeitig zur Einweihung fertig. Und auch das von einigen vermisste Grün soll der Dorfplatz künftig erhalten. „Die umlaufende Baumreihe konnten wir wegen der langen Trockenphase noch nicht einpflanzen“, erläuterte Schrauf.

Gegenüber der früheren Situation sei der Platz schon jetzt ein deutlicher Gewinn in Sachen Optik und Nützlichkeit. „Alte Amtswiese“ wurde die Fläche in der Vergangenheit genannt, in Anlehnung an das Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde. Doch mit einer Wiese habe es schon in seiner Kindheit wenig gemein gehabt, erinnerte der Ortsbürgermeister. Die hohen Bäume eigneten sich zwar zu Versteckspielen, ließen aber keinen Platz, um dort beispielsweise Feste zu feiern. Eben das wünschten sich jedoch viele Bürger von Echternacherbrück und brachten 2014 im Laufe der Dorferneuerungsplanung ihren Wunsch nach einem Ort für Gemeinschaftsleben zum Ausdruck. Fördergelder des Programms zur Dorferneuerung trugen ihren Teil zur Verwirklichung eines neuen Dorfplatzes bei: Jeweils 130 000 Euro investierten Land und Ortsgemeinde in das Vorhaben.

Das zur Eröffnung erstmals begangene Sommerfest soll sich künftig alljährlich wiederholen. Organisiert wird es vom jüngst gegründeten Verein für Dorfgemeinschaft Echternacherbrück.

Auch für die Feier zum 1. Mai soll das Areal genutzt werden. Wenn es gerade keinen solchen Anlass gibt, steht die unbebaute Hälfte des Platzes als Stellfläche für Kurzzeitparker zur Verfügung.

Und auswärtige Besucher von Echternacherbrück erwartet ein breites Serviceangebot. Wanderkarte und Schautafeln informieren über Lohnenswertes in der Gegend. Fahrradfahrer können am Zapfhahn des Wasserlaufs ihre Trinkflaschen auffüllen. Außerdem steht für E-Bikes eine elektrische Ladestation bereit.