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Prozess
Drogen und ein Verkehrsunfall: Gericht verurteilt Eifeler

FOTO: TV / Denise Juchem
Bitburg. Betäubungsmittel und eine Spritztour ohne Führerschein: Ein junger Mann aus der Eifel musste sich vor dem Amtsgericht in Bitburg verantworten. Bei dem Prozess gestand er, Cannabis besessen zu haben und einem Bekannten, der 150 Gramm Marihuana kaufen wollte, den Kontakt zu einem Dealer vermittelt zu haben. Von Nathalie Hartl
Nathalie Hartl

Außerdem hat er einem Minderjährigen dazu verholfen, an ein Auto zu kommen.

Richter Udo May verwarnte den Mann, der nun 700 Euro an den Weißen Ring, einen gemeinnützigen Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten, zahlen muss. Außerdem soll er in Zukunft beweisen, dass er ein drogenfreies Leben führt. Dazu muss er in regelmäßigen Abständen Urinproben auf eigene Kosten abliefern, die dann auf Rückstände von illegalen Substanzen getestet werden. „Das war der Anfang und hoffentlich auch das Ende einer Drogenkarriere“, kommentierte May das Urteil, bei dem das Jugendstrafrecht zur Anwendung kam.  Der Täter zeigte sich einsichtig: „Ich würde alles dafür geben, die Zeit zurückzudrehen.“

Der Mann aus dem Kreis Bitburg-Prüm ist während seiner Jugend unauffällig gewesen, machte einen Schulabschluss und bildete sich anschließend weiter. Doch dann brach er ab, wurde arbeitslos und geriet an „unselige Kontakte“, wie sie May bezeichnete. Cannabis konsumierte er laut eigenen Aussagen „nur unregelmäßig in der Kifferrunde“ mit Freunden. Der Staat wurde auf ihn aufmerksam, weil das Handy einer seiner Bekannten ausgewertet wurde und hier verdächtige Nachrichten auftauchten. 150 Gramm Gras wollte der Verurteilte weitervermitteln – wobei es zu dem Geschäft letztendlich nicht gekommen sei. Im Zuge der Ermittlungen fanden die Polizeibeamten bei einer Hausdurchsuchung im März neun Joints.

Ansonsten fiel der Mann auf, weil er das Auto eines Familienmitglieds einem Minderjährigen zur Verfügung gestellt hat. Bei einer nächtlichen Tour durch die Eifel war er Beifahrer. „Wir hatten Langeweile, weil wir damals beide nicht gearbeitet haben.“

Später ließ er den 16-Jährigen alleine fahren, wobei dieser einen Unfall baute, bei dem ein Sachschaden von rund 4000 Euro entstand. Staatsanwalt, Richter und Verteidiger waren sich einig, dass „Reifeverzögerungen“ beim Angeklagten vorliegen, weshalb er nach Jugendstrafrecht verurteilt wurde. Inzwischen hat der Mann einen festen Vollzeitjob und den Schaden an dem Auto wiedergutgemacht.