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Eifeler SPD erhält 118 Bewerbungen für den Sitz im Bundestag

Bitburg. 118 Bewerbungen sind bis zum Stichtag am 15. September eingegangen, nachdem sich die Bitburg-Prümer SPD im Juli mit einer Stellenanzeige auf die Suche nach einem Kandidaten für die Bundestagswahl gemacht hat. Damit sorgte die Partei für bundesweites Aufsehen. Nicole Scharfetter

Vier Tage hat das Team um den 32 Jahre alten Landtagsabgeordneten Nico Steinbach gebraucht, um die Unterlagen zu sichten, "zehn Bewerber sind in der engeren Auswahl", sagt der Sozialdemokrat.

Viel mehr Details über die einzelnen Kandidaten will Steinbach nicht preisgeben, nur so viel: Unter ihnen ist Radiomoderator Andreas Kunze vom Sender RPR1. Wie ernst Kunzes Absichten sind, das wird er in den Gesprächen zeigen müssen, die am 7. Oktober starten. Insgesamt sollen aber "keine fünf Quatsch-Bewerbungen" unter den 118 gewesen sein, betont Alois Tautges, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Prüm.
Nach den Bewerbungsgesprächen sollen Kreisausschuss und Ortsvereine die Bewerber kennenlernen, die Entscheidung wird am 25. November gefällt, bei der Wahlkreiskonferenz.

Den allermeisten der 118 Bewerber könne Nico Steinbach sogar einen gewissen politischen Hintergrund attestieren, mal mehr, mal weniger erfahren. "Beworben hat sich der 20-jährige Stundet und der 70-jährige Rentner und alles, was dazwischen liegt", sagt der Landtagsabgeordnete. Drei Viertel der Bewerber sei männlich gewesen, aus dem Wahlkreis, dem Speckgürtel zwischen Aachen und Mainz, vereinzelt sogar aus dem Bundesgebiet. Tautges und Steinbach sind selbst ein bisschen überrascht ob der großen Resonanz, die es auf die ungewöhnliche Bundestagsbewerber-Suche gegeben hat. Im Juli rechnete er nicht mit allzu vielen Bewerbungen, er sagte damals: "Wenn nichts Gescheites dabei ist, schlagen wir auch keinen vor." Inzwischen ist die Eifeler SPD mehr als überzeugt von dem Verfahren, "demokratischer geht es nicht", meint der 32-jährige Parteifunktionär.

Besonders ausschlaggebend bei der Wahl eines Kandidaten war und ist der regionale Bezug. "Wer die Eifel im Bundestag vertritt", sagt Steinbach, der müsse hier zumindest einmal gelebt oder gearbeitet haben. "Wir hoffen auf eine Zusammenarbeit, die länger als nur ein Wahlkampf andauert", sagt Steinbach. Soziales und ehrenamtliches Engagement würden die Entscheidung begünstigen, und der Kandidat müsse sich bewusst sein, dass das Leben eines Abgeordneten Konsequenzen habe. "Ein Sitz im Bundestag ist mehr als nur ein Schreibtisch-Job", mahnt Steinbach, der noch eine Bedingung stellt: "Er oder sie muss der SPD beitreten.