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Ein ganzer Schwung von Eifelbildern

Unterm Hammer: eine Ansicht der Burg Reifferscheidt von Fritz von Wille. Foto: Auktionshaus
Unterm Hammer: eine Ansicht der Burg Reifferscheidt von Fritz von Wille. Foto: Auktionshaus FOTO: (e_bit )
Bonn. Ein Fritz von Wille zum Schnäppchenpreis? Garantiert ist das nicht, aber die Chance besteht für Anhänger des bekanntesten aller Eifelmaler: Am Wochenende kommen im Bonner Auktionshaus Plückbaum 22 seiner Bilder unter den Hammer - plus 170 weitere von anderen Malern, die sich in Eifel und Rheinland umtaten. Fritz-Peter Linden

Bonn. Das hat man auch nicht so oft: Gleich 22 Bilder von Eifelmaler Fritz von Wille, dazu mehr als 170 weitere Werke anderer Künstler mit Motiven aus Eifel und Rheinland - am kommenden Samstag, 5. September, kommen sie beim Bonner Auktionshaus Plückbaum unter den Hammer.
Darunter ist beispielsweise ein "Blick auf das Weinfelder Maar", 61 mal 80 Zentimeter groß - aufgerufen sind dafür 2000 Euro. "Die Wildenburg in der Eifel", 60 mal 80 Zentimeter, ist bereits für 1600 Euro zu haben, sofern niemand mehr bietet.
Und schon bei 800 Euro beginnt die Versteigerung eines weiteren Wille-Gemäldes, das den Mosenberg in der Vulkaneifel zeigt - dafür aber auch etwas kleiner ist als die anderen genannten Arbeiten.
Teils deutlich günstiger sind etliche Bilder der anderen Maler - für alle, die sich jenseits vom altbekannten Fritz ein schönes Stück Eifel an die Wand hängen wollen, könnte da eine Chance bestehen, für einen guten Preis bei einem sehr ansehnlichen Gemälde zuzuschlagen.
Neben Bildern von Fritz von Wille sind darunter Arbeiten von Carl Nonn, Wilhelm Degode, Maximilian Klein von Diepold, Paul Pützhofen Hambüchen und Peter Paul Müller Werlau. Allen gemeinsam ist der liebevolle Blick auf Eifel und rheinische Landschaften, mit dem sie nahezu unberührt von allem, was sich damals in der Kunstwelt entwickelte (siehe Extra), ihre naturalistischen Ansichten auf die Leinwand brachten.
Die Bilder stammen sämtlich aus dem Nachlass eines Bonner Ehepaars, das die Sammlung in drei Jahrzehnten privat zusammengetragen habe, sagt Brigitte Plückbaum-Burgardt, die Chefin des Bonner Auktionshauses: "Sie waren gerne in der Eifel unterwegs und hatten einfach Spaß an diesen Motiven."
Dazu zählen auch die Arbeiten von Müller Werlau (1866 bis 1949) - "seine Bilder wurden besonders geschätzt, weil er eine vergleichsweise impressionistische Malweise bevorzugte und seine Landschaften häufiger mit Personen bereicherte".
Die Preise, auch bei Fritz von Wille, habe man eher "moderat" angesetzt, zumal der Markt für Wille-Bilder aktuell nicht mehr so lebendig sei, wie er das früher einmal war. "Aber ich denke schon, dass er noch viele Liebhaber hat."
Und wie viel werden die am Ende bezahlen müssen für ein Bild, das mit beispielsweise 1000 Euro angesetzt ist? "Das ist eine der schwierigsten Fragen überhaupt", sagt Brigitte Plückbaum-Burgardt. Ein bisschen Bieterglück gehört eben auch dazu.
Die Auktion, bei der zunächst auch andere Objekte zur Versteigerung kommen, ist am Samstag, 5. September, und beginnt um 11 Uhr. Die Bilder kommen gegen Mittag unter den Hammer.
Alle Motive sind im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.plueckbaum.de" class="more" text="www.plueckbaum.de"%> zu finden. Die Bilder können außerdem im Auktionshaus in der Bonner Hohe Straße 75 heute und am Mittwoch, 2. September, jeweils von 10 bis 18 Uhr, sowie am Donnerstag, 3. September, von 10 bis 14 Uhr begutachtet werden.
Extra

Fritz von Wille wurde 1860 in Weimar geboren und studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie. 1911 zog er von Düsseldorf auf die Burg Kerpen um, wo er auch nach seinem Tod 1941 in der Familiengruft beigesetzt wurde. Sein Werk scheint wie aus der Zeit gefallen: Während rundherum die Moderne tobte, vom Impressionismus zum Expressionismus und Kubismus oder Surrealismus, blieb von Wille bei der naturalistischen Darstellung. Viele seiner Bilder jedoch sind handwerklich beeindruckend gemalt, manche zeigen einen zumindest zart impressionistischen Duktus. Die größte Wille-Sammlung beherbergt das Haus Beda in Bitburg. Bilder von Willes und seiner Düsseldorfer Kollegen findet man aber auch bei der Dr. Axe-Stiftung in Kronenburg. Er mag der bekannteste Eifelmaler sein, der erste war von Wille nicht: Dieser Titel gebührt Carl Friedrich Lessing, dem Urenkel des Dichters Gotthold Ephraim Lessing. Im Jahr 1832 machte er sich 24-jährig auf seine erste Reise durch die Vulkaneifel, mit Stationen in Gerolstein, Daun und bei den Maaren. Der hochtalentierte Zeichner fertigte detaillierte Bilder unter anderem von der Gerolsteiner Burgruine, den Dolomiten, dem Mosenberg und dem Windsborn-Krater. fpl