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Ein Paradies für Frösche und Menschen

Im Bedhardwald wachsen Eichen, die 170 Jahre für ihre optimale Entfaltung benötigen (Foto oben rechts). Die Mardelle (Waldteich, Foto oben) ist Lebensraum für viele Frösche. Die Bilder unten zeigen, wie im Zuge der Konversion aus einer Militäranlage eine große Grasfläche wurde. TV-Fotos (4): Oliver Drautzburg (3), Otmar Koch
Im Bedhardwald wachsen Eichen, die 170 Jahre für ihre optimale Entfaltung benötigen (Foto oben rechts). Die Mardelle (Waldteich, Foto oben) ist Lebensraum für viele Frösche. Die Bilder unten zeigen, wie im Zuge der Konversion aus einer Militäranlage eine große Grasfläche wurde. TV-Fotos (4): Oliver Drautzburg (3), Otmar Koch FOTO: (e_eifel )
Bitburg. Die Stadt Bitburg hat die Tradition einer öffentlichen Waldbegehung fortgesetzt. Beim Rundgang drehte sich dieses Mal alles um den Stadtwald Bedhard und die Themen Konversion, Naturschutz und Holzerzeugung.

Bitburg. Der Bedhard liegt westlich des Bitburger Stadtgebiets und gilt neben dem Königswäldchen als einziger "Stadtwald". Im vergangenen Jahr hat sich dort einiges verändert, wie die Stadt Bitburg bei der jüngsten öffentlichen Waldbegehung zeigte. Dabei stellte Otmar Koch aus der Försterei Bitburg einem breiten Publikum die Arbeiten des vergangenen Jahres vor.
Mehr Freiräume für alte Eichen


Als Beispiel für die Konversion, also den Rückbau ehemaliger Militäranlagen zu natürlichem Waldgebiet, zeigte Koch die sogenannte "Patriot Site", ein ehemaliges Lager der Franzosen und Amerikaner. Das dafür genutzte Land gehört allerdings im Gegensatz zum restlichen Waldgebiet dem Bund, die Stadt besitzt dabei die Planungshoheit. Von den großen Hallen und asphaltierten Plätzen ist nahezu nichts mehr übrig geblieben. Die Anlage wurde komplett abgebaut und Gras eingesät. Einzig die große freiliegende Fläche erinnert noch an das vorige Bauwerk, wo aber auch in Zukunft ein Laubwald entstehen soll.
Der ganze Stolz der Stadt besteht in den großen Eichen, einem Verkaufsschlager der Eifel. Für besonders vielversprechende Bäume schaffen die Forstarbeiter Freiräume, die das Wachstum der Eichen fördern und die bestmögliche Qualität garantieren sollen. Zusätzlich werden kleinere Bäume als Beschattungshilfe eingesetzt. Ein durchaus langwieriger Prozess. Es kann, so informierte die Stadt, 170 Jahre dauern, bis eine Eiche ihren perfekten Umfang erreicht hat. Das Holz ist vor allem für die Herstellung von Weinfässern sehr beliebt, weshalb auch großes Kaufinteresse aus dem Ausland besteht.
Ein weiteres zentrales Thema ist für die Forstleute im Bedhard der Naturschutz. In den vergangenen Monaten lag der größte Teil der Arbeit bei den Mardellen. Die charakteristisch kreisrunden und flachen Teichgewässer bieten vor allem im Frühjahr einen Zufluchtsort für eine Vielzahl an Grasfröschen. "Im Frühjahr ist es hier immer sehr belebt", bestätigt Koch. Mithilfe von Fördergeldern wurden hier die Wasserflächen vergrößert und Bäume in Ufernähe entfernt, um das Laichen der Frösche zu vereinfachen. "Es ist wichtig, dass man auch mal vor Ort die Arbeiten sieht, und nicht immer nur auf dem Papier", sagte Bürgermeister Joachim Kandels über die Waldbegehung. Die Entscheidungen, die die Stadt treffe, reichten weit in die Zukunft. "Der Bedhard", erklärt Kandels weiter, "ist als Wirtschaftswald, aber auch als Naherholungsgebiet sehr wichtig für Bitburg." od

FOTO: (e_eifel )
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