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PORTRÄT
Ein rasender Reporter für den Sport

Ein ganzer Stapel voller Zeitungen: Was Jungreporter Pascal Gillen bisher geschrieben hat, füllt viele Ausgaben.
  
Ein ganzer Stapel voller Zeitungen: Was Jungreporter Pascal Gillen bisher geschrieben hat, füllt viele Ausgaben.   FOTO: tv / Ulrike Löhnertz
Bitburg. TV-Serie „Junge Talente“: Pascal Gillen aus Bitburg weiß schon, seit er ein Kind ist, was er einmal werden will: „Irgendwas mit Sport“. Nun hat er seinen Traumjob gefunden: Journalist.
Ulrike Löhnertz

Wenn Olympische Spiele sind, läuft der Fernseher fast rund um die Uhr,  bei der Fußball-WM fiebert er mit, er war schon in jedem großen Stadion in Deutschland und in anderen Ländern, Sportmagazine gehören zu seinem täglichen Lesestoff: Ein Leben ohne Sport könnte sich Pascal Gillen nicht vorstellen. Und ohne Sportreporter schon gar nicht.  Denn er ist selber einer.

Schon als kleiner Junge war Sport seine Leidenschaft. Ob Fußball, Basketball, Curling, Tennis, Hockey, Skisport oder Leichtathletik: Er kam an keiner Sportart vorbei. Wohlgemerkt, nicht als Aktiver („Ich spiele Fußball, aber nicht sehr gut“), sondern als  Beobachter, Kommentator, Mitfiebernder und als einer, der Hintergründe erfahren will.

„Sportmoderation hat mich schon immer fasziniert. Der Kontakt zu den Sportlern, ganz nah dabeizusein“, sagt Gillen.

Ein Traum, der sich für den 22-Jährigen schon erfüllt hat. Denn nach dem Abitur am St.-Willibrord-Gymnasium fing er mit dem Sportjournalismus-Studium an der Hochschule in Mittweida (bei Dresden) an, das er inzwischen abgeschlossen hat.

Und auch mit dem Schreiben für Zeitungen und Magazine.  Zwar habe er schon mit elf oder zwölf  Jahren  Artikel für Online-Magazine geschrieben, sagt der Bitburger, aber so richtig sei das mit dem Schreiben erst an der Sporthochschule losgegangen. „Für ein Projekt mussten wir direkt in der ersten Semesterwoche etwas schreiben, das auch in der Studienzeitung veröffentlicht wurde“, erzählt der junge Mann.

Was das war, daran erinnert er sich noch gut. „Ein Interview mit Paul Linz, der mal Trainer bei der Eintracht Trier war und damals bei  Waldhof Mannheim spielte.“

Von da an ging es Schlag auf Schlag. Und mit 22 Jahren ist Pascal Gillen, der derzeit täglich auf die Zustellung seines bestandenen Diploms  wartet,  bereits ein erfahrener Reporter.

Denn nachdem er bei der gemeinsamen Moderation mit Tom Jarosz bei Basketballspielen der Gladiators in Trier erste Erfahrungen am Mikro sammelte, durfte er   während eines Praktikums beim Luxemburger Tageblatt Dinge machen, die über das weit verbreitete Klischee des Kaffeekochens  und des Kopierens hinausgehen. So durfte Gillen während der Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang den Luxemburger Skifahrer Matthieu Osch begleiten - wenn auch „nur“ telefonisch. „Ich musste nachts aufbleiben, um die Rennen life im Fernsehen zu sehen“, erzählt er.

„Dann habe ich was  für online geschrieben, geschlafen, und nachmittags den Artikel für Print fertig gemacht.“ Jeden zweiten Tag telefonierte er zudem mit Osch. „Die Telefonrechnung war ganz schön hoch“, sagt er. Aber die gehörten ohnehin zu den Spesen, die das Tageblatt dem  besonderen Praktikanten ersetzte.

Mehr noch: Nach den Olympischen Spielen kam der Ritterschlag für den Bitburger: Er durfte zur Tour de France 2018 – als der jüngste Journalist, der diese komplett mitgemacht hat bei über 2000 Journalisten aus der ganzen Welt. Zugute kamen ihm dabei seine französischen Sprachkenntnisse; schließlich ist seine Mutter Französin. „Das waren dreieinhalb harte Wochen“, sagt Gillen. Aber auch dreieinhalb Wochen, die er nicht missen möchte.

„Da kommt man ganz nah an die Fahrer ran. Besonders an den Luxemburger Bob Jungels, den wir ganz nah begleiten sollten. Es war sehr aufregend, aber auch anstrengend“, erzählt er. Von morgens halb acht bis nachts dauerten die Tage von Gillen und dem Team des Tageblatts. Sie waren angefüllt mit nächtlichen Autofahrten zu den Tourorten, Ein- und Auschecken im Hotel, Interviews mit den Fahrern und Teamchefs, Schreiben, Telefonieren,  Koordinieren.  „Da gibt es keinen Tag Ruhe. Nach drei Wochen ist man schon ganz schon platt“, sagt der Jungjournalist, der trotzdem immer wieder gerne bei der Tour dabei sein würde.  Ob man ihn im nächsten Jahr wieder fragt?  „Keine Ahnung, aber ich würde mich freuen“, sagt Gillen

Und wo soll es überhaupt hingehen - beruflich? „Ich weiß es noch nicht genau“, sagt er. Aber auf jeden Fall wolle er weiter zur schreibenden Zunft gehören - ob für Print oder online. „Ich mag es einfach, wenn man morgens eine gedruckte Seite mit  eigenen Texten und Bildern in der Hand hält“, erklärt er. Zudem plant er mit zwei Ex-Kommilitonen ein Projekt, über das er noch nicht sprechen will.

Über einen anderen großen Traum spricht er jedoch gerne:  mal life bei den Olympischen Spielen dabei sein. Als Reporter.

 Bleibt nur noch eine Frage: Wer sind seine Vorbilder?  „Alexander Bommes. Und Micky Beisenherz. Der macht coole Sachen, zum Beispiel Podcasts“, sagt er.  Und ist eben Reporter durch und durch - wie Pascal Gillen.

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Ein Interview am Rande der Tour: Jungjournalist Pascal Gillen im Gespräch mit Anthony Pauwels, dem Physiotherapeuten und Freund von Bob Jungels.
 
Ein Interview am Rande der Tour: Jungjournalist Pascal Gillen im Gespräch mit Anthony Pauwels, dem Physiotherapeuten und Freund von Bob Jungels.   FOTO: tv / Luis Mangorrinha Photographe