| 16:49 Uhr

EHRUNG
Eine ausgezeichnete Lebensaufgabe

Eine hoch engagierte Frau: Marie-Luise Niewodniczanska hat die Eifel-Ardennen Plakette bekommen. Darüber freut sich auch  Landrat Joachim Streit.
Eine hoch engagierte Frau: Marie-Luise Niewodniczanska hat die Eifel-Ardennen Plakette bekommen. Darüber freut sich auch  Landrat Joachim Streit.
BOLLENDORF. Die Baukultur in der Eifel ist eng mit dem Namen Marie-Luise Niewodniczanska verbunden. Für ihr Engagement auf diesem Gebiet wurde sie nun mit der Eifel-Ardennen-Plakette geehrt.

Auszeichnungen hat Marie-Luise Niewodniczanska schon desöfteren erhalten. Nun kommt eine weitere hinzu. Im Rahmen einer kleinen Feier auf Schloss Weilerbach wurde ihr am Donnerstagabend die Eifel-Ardennen-Plakette überreicht. Der Eifelkreis ehrt damit Persönlichkeiten, die sich durch langjährige Tätigkeiten um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und um die praktische Förderung und Vertiefung des Gedankens der europäischen Einigung im Eifel-Ardennen-Raum besonders verdient gemacht haben. Und genau das trifft nach Auffassung von Landrat Joachim Streit auf die 80-jährige Bitburgerin zu.

Niewodniczanska habe sich „die Ziele der Denkmalpflege und den Erhalt der alten Bauernhäuser zu Lebensaufgabe gemacht und dafür erfolgreich und nachhaltig in der breiten Öffentlichkeit geworben“, so Streit. Dabei habe die Architekturprofessorin „ganz selbstverständlich ein Bewusstsein geschaffen für einen gemeinsamen Kulturraum in Eifel und Ardennen, der sich beiderseits unserer heutigen Staatsgrenzen erstreckt.“

Seit Jahrzehnten engagiert sich Niewodniczanska für die Zusammenarbeit mit Lothringen, Luxemburg und Belgien in der internationalen Vereinigung „Ländlicher Raum-Umwelt-Entwicklung“. Diese Gruppe von Architekten, Planern und Denkmalpflegern aus vier Grenzregionen bemüht sich darum, die Landbevölkerung für ihre eigenen kulturellen Werte und Wurzeln in der Aufwertung des ländlichen Raums und der Dorfkerne zu sensibilisieren. Niewodniczanska gilt auf diesem Gebiet als Pionierin.  Sie engagierte sich bereits zu einer Zeit für die Erhaltung der alten Bausubstanz, als darüber kaum nachgedacht wurde. Mit einer zweijährigen Schnellbestandsaufnahme begann ihr bis heute anhaltender Einsatz zugunsten der Denkmalpflege und Dorferneuerung.

In mühevoller Kleinarbeit begann sie Anfang der 1980er Jahre, Dorf für Dorf im Eifelkreis zu bereisen und eine Liste erhaltenswerter Altbausubstanz zu erstellen.

Ihr Vorgehen erwies sich als wegweisend und gilt auch als eine Grundlage für die im Jahr 2011 ins Leben gerufene „Initiative Baukultur“.

Seit 1985 ist Niewodniczanska Jurorin im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Seit 2002 engagiert sie sich in der luxemburgischen Kommission und seit 2004 in der belgischen Kommission der deutschsprachigen Gemeinschaft. Darüber hinaus ist die Architektin seit 2011 Präsidentin der „Europäische Vereinigung bildender Künstler Eifel, Ardennen“.