| 16:59 Uhr

Verkehr
Eine Brücke nach der anderen

Endlich fertig: Die Menninger Brücke ist seit Mitte Oktober wieder befahrbar. Nach dem Hochwasser im Januar sah das Bauwerk noch ganz anders aus (links).
Endlich fertig: Die Menninger Brücke ist seit Mitte Oktober wieder befahrbar. Nach dem Hochwasser im Januar sah das Bauwerk noch ganz anders aus (links). FOTO: TV / Christian Altmayer
Minden/Menningen. Die Prümbrücke bei Menningen ist nach monatelangen Bauarbeiten gerade wieder befahrbar. Da plant der Landesbetrieb Mobilität schon den Abriss und Neubau eines anderen Bauwerkes: der B 418-Brücke bei Minden. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Am Ortseingang von Menningen liegt ein Schild im Gebüsch. „Anlieger bis Baustelle frei“, ist darauf zu lesen. Das Verkehrszeichen hat ausgedient, weil die Baustelle keine mehr ist. Unweit der Prümbrücke stehen zwar noch einige Container und ein Dixieklo, wie vergessen, in der Landschaft. Bis auf wenige Restarbeiten ist das Bauwerk aber fertig

Seit Kurzem ist die Brücke, die sich bei Menningen über die Prüm spannt, wieder befahrbar. Begonnen hatte die Sanierung im Sommer 2017. Doch kurz vor Schluss der Bauarbeiten kam Anfang des Jahres das Hochwasser. Ein Pfeiler des tragenden Gerüstes wurde dabei unterspült. Die Schäden waren so groß, dass es die beauftragte Firma um Monate zurückwarf.

„Wir sind froh, dass wir wieder eine befahrbare Brücke haben“, sagt Peter Hinkes, Ortsbürgermeister von Menningen. Monatelang konnten die Einwohner den Nachbarort Minden nur über eine Umleitung erreichen. Auf der anderen Seite der Prüm aber waren die verzögerten Bauarbeiten ein noch größeres Problem. Denn für die Mindener liegt die Brücke auf dem Weg nach Irrel. „Wir sind alle dorthin orientiert“, sagt Bürgermeister Leo Zehren: „Der Umweg über Echternach war sehr unbequem.“

Jetzt sieht die Brücke aus wie neu beziehungsweise „genauso wie vorher“, wie Zehren es ausdrückt. Sie soll aber tragfähiger sein, verspricht Oliver Arimond, Brückenexperte des Landesbetriebs Mobillität (LBM) in Gerolstein: „Als die Brücke gebaut wurde, war das Verkehrsaufkommen anders als heute.“ Darum habe man sich entschieden, das Bauwerk für rund zwei Millionen Euro zu sanieren.

Und viel teurer werde der Ausbau für den LBM auch nicht, meint Arimond: „Wir rechnen mit Mehrkosten von etwa 100 000 Euro.“ Die hätten aber nichts mit dem Hochwasser zu tun. Den Wiederaufbau nach der Überschwemmung musste die beauftragte Firma Universal Bau selbst stemmen. „Wir werden mit dem Unternehmen aber sicher noch diskutieren müssen“, meint Arimond.

In einem Zug mit der Brücke hat eine eigene Kolonne des LBM auch ein Stück der Landesstraße 4 saniert, die über das Bauwerk führt. Der Menninger Bürgermeister Peter Hinkes sieht diese Arbeiten „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie er sagt: „Die Reparaturen haben die Straße zwar verbessert. Sie sind aber eben kein Vollausbau.“ Den hätte die Ruckelpiste zwischen den beiden Südeifel-Orten aber nötig, meint Hinkes. Und der ist vom Fach, arbeitet selbst beim LBM Trier. Im aktuellen Landesstraßenbauprogramm ist die L 4 jedenfalls nicht aufgeführt. Worüber auch Hinkes’ Kollege Leo Zehren enttäuscht ist: „Wir haben natürlich gehofft, dass sie die zwei Kilometer Straße gleich mitmachen.“ Aber einen Einfluss auf die Planungen des LBM habe er als Dorfchef ja nicht.

Genauso wenig, sagt er, werde er verhindern können, dass die Straßenplaner eine weitere Brücke in der Nähe abreißen und neu bauen. Die Rede ist von dem Bauwerk, das sich am Ortsausgang von Minden über die Prüm spannt. Sie gehört zur B 418, die Trier mit Echternach verbindet und ist daher nicht nur für die Mindener wichtig. „Da ist die eine gerade fertig, da wollen sie schon die nächste erneuern“, meint Zehren. Dabei sehe die Überführung für ihn stabil aus. Laut Arimond muss die Mindener Brücke aber aus denselben Gründen erneuert werden wie jene in Menningen: Sie sei für ein geringeres Verkehrsaufkommen konzipiert worden. Wann es genau damit losgehen soll, kann er nicht sagen – vielleicht werde es 2020, vielleicht 2021. Die Planung sei gerade noch in den Anfängen. Und auch zu den Kosten kann er nur „eine ganz grobe Schätzung aus dem Bauch heraus geben“: zwei Millionen, genau wie in Menningen.

Gearbeitet werden soll aber anders. In Minden kommt alles weg, auch die Pfeiler, nicht nur der Überbau. Das sei letztlich wirtschaftlicher als eine Sanierung, meint Arimond. Außerdem könne der LBM die Brücke nicht voll für den Verkehr sperren. Die B 418 sei stärker befahren als die L 4. Der Verkehr soll während der Bauarbeiten also über eine Behelfsbrücke fließen, eine Lösung, die Südeifeler Autofahrer von der Alsdorfer Brücke kennen.

Diese Brücke bei Minden ist als Nächstes dran.
Diese Brücke bei Minden ist als Nächstes dran. FOTO: TV / Christian Altmayer
Menningen Brücke
Menningen Brücke FOTO: Tv / Oliver Thömmes