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Kommunales
Kindergarten  ist echtes Großprojekt

EISENACH (ma) Haben nun Siedler aus dem moselfränkischen Raum den Eifeler Ortsnamen „Eisenach“ mit  in die Wartburgstadt gebracht, als sie sich einst dort niederließen? So wie es Ortsbürgermeister Martin Rau nach seiner Erinnerung noch in Heimatkunde gelernt hat?

Man weiß es nicht. Der Ortschef der über 380 Einwohner zählenden Gemeinde in der Verbandsgemeinde Südeifel sagt, dass es hin und wieder Kontakte zur großen Namensvetterin in Thüringen gebe. Aber der 65-Jährige hat ein ganz anderes Thema, das ihn mehr beschäftigt. Und das ist die Erweiterung und Modernisierung des Kindergartens seiner Gemeinde, in den auch Kinder aus Gilzem gehen. Dort ist allerhand zu tun: die Toilettenanlage wird erneuert, ein Ruheraum für Einjährige geschaffen. Und natürlich kommt auch der Brandschutz noch umfänglich dazu sowie neue Fenster und ein neuer Notausgang. „Fast eine halbe Million Euro wird die Modernisierung nach den neuesten Richtlinen am Ende kosten“, sagt Rau. „Und viel Arbeit.“ Wenn alles fertig ist, etwa im kommenden Jahr, können auch Einjährige im Kindergarten betreut werden. Wenn dann auch noch die Erweiterung des  Neubaugebietes „Im Brühl“, das laut Rau sehr schnell ausverkauft war, gelingt, ist mehr Platz im Kindergarten sicher eine gute Sache.

Gut aufgestellt ist auch das Vereinsleben in der Gemeinde. Es gibt neben einer Gaststätte auch noch ein Dorfgemeinschaftshaus, das vor drei Jahren in Eigenleistung komplett renoviert wurde und für Vereinsproben zur Verfügung steht, einen Musikverein und einen Kirchenchor, bei dem der Ortschef selbst mitsingt. „Und eine sehr aktive Feuerwehr mit 20 aktiven Mitgliedern - so viel wie nie“, sagt Rau. Für das Hüttenbrennen ist die Jugend verantwortlich und da sind ja auch noch die „ Bemmesjähr“ - eine Fußballfreizeitmannschaft, die Rau 1979 mitgegründet hat. Und woher kommt der ulkige Name? „Bemmesjähr heißt Stubbi auf Platt“, so der 65-Jährige. Wieder was gelernt. Bemerkenswert ist auch, dass es im Ort eine Waffeleisen-Ausstellung gibt und ein privates Heimatmuseum.

Kritik übt Rau  am „miserablen Handempfang“. Er hofft, dass sich das noch verbessern lässt. Auch in Sachen ÖPNV erwartet er Fortschritte für Eisenach, das an der Hauptstrecke Bitburg - Irrel liege. Das mit dem Buspendelverkehr gehe im Dezember los. Dann hat Eisenach  längst einen neuen Ortsbürgermeister. Der Landwirt geht  in Rente und kandidiert  nach 15 Jahren Einsatz als Ortschef nicht mehr für das  Ehrenamt. „Da  sollen Jüngere ran.“