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Erhöhte Einsatzbereitschaft in Spangdahlem: USA schicken A 10 zurück in die Eifel

Spangdahlem. Auf den andauernden Ukrainekonflikt reagieren die USA nun mit einer verstärkten Militärpräsenz in Europa. Noch diese Woche sollen zwölf Kampfjets vom Typ A 10 Thunderbolt II sowie rund 300 Militärangehörige aus Arizona nach Spangdahlem kommen. Sie sollen dort ein halbes Jahr bleiben, ehe sie nach Osteuropa verlegt werden. Katharina Hammermann

Die Warzenschweine, wie die A 10 auch genannt werden - sind die Vorboten eines für Europa neuen US-Rotations-Programms namens "Theater security package" (wörtlich übersetzt: Schauplatzsicherheitspaket, TSP). "Das TSP ist eine weitere Methode, mit der die Air Force ihre Präsenz in Europa verstärkt, um unseren Alliierten und Partnern zu zeigen, dass unser Einsatz für die europäische Sicherheit an höchster Stelle steht", sagt General Tom Jones, Vizekommodore der Air Force in Europa.

Geplant seien Trainingsflüge und gemeinsame Übungen mit Nato-Partnern, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Ziel des Ganzen sei eine Erhöhung der "regionalen Sicherheit". Nach Auskunft der übergeordneten Airbase in Ramstein soll das gemeinsame Training auf "diverse mögliche humanitäre sowie Sicherheitsnotlagen vorbereiten, die in der Zukunft auf uns zukommen könnten".

Für die Flugzeuge bedeutet der Einsatz eine Rückkehr: Es handelt sich um die gleichen Maschinen, die die Eifel 2013 vermeintlich für immer verlassen hatten . 20 Jahre lang waren 21 A 10 zuvor in Spangdahlem stationiert. Wichtigster Einsatzzweck der vergleichsweise langsam und tief fliegenden A 10 ist die Unterstützung von Bodentruppen. Da sie für die Air Force als Waffe gegen Panzerfahrzeuge immer noch sehr wichtig sind und es bisher keinen Ersatz gibt, sind die "Warzenschweine" trotz ihres hohen Alters (die meisten Flugzeuge wurden in den 70ern und 80er Jahren gebaut) weiter im Dienst. In den 1980er-Jahren sahen die Einsatztaktiken laut Internetlexikon Wikipedia vor, dass die A-10 im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westdeutschland feindliche Panzerdivisionen stören.

Seit die A10-Staffel die Eifel verlassen hat, ist viel passiert. 2013 war trotz der Hunderten Millionen Euro die dort investiert worden waren noch unsicher, wie die Zukunft des Luftwaffenstützpunktes aussieht. Inzwischen steht fest, dass Spangdahlem für die USA eine strategisch wichtige Rolle spielen wird. Während 15 andere US-Stützpunkte in Europa aus Kostengründen von der Landkarte verschwinden, wird die Airbase Spangdahlem weiter wachsen. Sie soll um 1300 Soldaten verstärkt werden.

Zudem werden aus Mildenhall in England 20 Flugzeuge nach Spangdahlem verlegt, darunter zehn Maschinen vom Typ Bell-Boeing CV-22 (Fischadler), die wie Hubschrauber vertikal starten und landen können. Und zudem zehn Lockheed-Transportflugzeuge. Ab Oktober 2015 wollen die USA umgerechnet knapp 35 Millionen Euro in den Standort investieren, der mit Joseph McFall seit wenigen Tagen einen neuen Kommodore hat.

Die ersten Reaktionen, die es bei Facebook und auf den Seiten der Air Force auf die Neuigkeiten gibt, sind gemischt. Während sich viele US-Militärangehörige über die Rückkehr der Warzenschweine freuen, verstehen andere nicht, warum man sie überhaupt weggeschickt hat. Auch kritische Stimmen werden laut. So schreibt Holger Marzen von der saarländischen Bürgerinitiative gegen Fluglärm: "Wir waren froh, sie endlich los zu sein. Wir wollen weder ihren Lärm noch ihre Emissionen".