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Erinnerungen an einen Sohn Bitburgs

Hat an der Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) mitgewirkt: Balthasar Fischer (1912-2001). Foto: privat
Hat an der Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) mitgewirkt: Balthasar Fischer (1912-2001). Foto: privat
Bitburg. Er hat sich als katholischer Priester und bedeutender Liturgiker (Gottesdienstwissenschaftler) große Verdienste in der katholischen Kirche erworben: Professor Balthasar Fischer. Die Kulturgemeinschaft würdigt den Sohn der Stadt Bitburg am Montag, 3. September, 19.30 Uhr, mit einem Vortrag im Festsaal des Hauses Beda.

Bitburg. 100 Jahre alt wäre er am Montag, 3. September, geworden: der in Bitburg geborene, weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus bekannt gewordene katholische Professor, Konzilstheologe und Liturgiewissenschaftler Balthasar Fischer.
Muttersprache in der Liturgie


Die Liturgiewissenschaft befasst sich als theologische Disziplin mit den Riten und Formen sowie der Bedeutung des Gottesdienstes. Das Zweite Vatikanische Konzil (die letzte große Versammlung der Bischöfe aus aller Welt in Rom 1962 bis 1965) hat herausgestellt, dass es sich dabei nicht um ein "Nebenfach" handelt.
Im Gegenteil: Wenn das Volk Gottes im Gottesdienst betet und feiert, dann vollzieht sich in diesem Geschehen die Kirche selbst. Das hat Balthasar Fischer, der an der Vorbereitung des großen Konzils mitwirkte und seine Reformen später mit umsetzte, immer wieder verdeutlicht.
Der emeritierte Trierer Weihbischof Leo Schwarz, der bei Fischer studiert hat, drückte es einmal so aus: Fischer habe es verstanden, Theologie nicht nur für Fachleute, sondern für alle Gläubigen verständlich zu vermitteln. Besonders bei der Einführung der Muttersprache in der Liturgie (zuvor galt dort als Amtssprache Latein) hat sich Fischer bleibende Verdienste erworben.
1912 in Bitburg geboren, war er 1936 zum Priester geweiht worden. 1947 übernahm er am Priesterseminar in Trier die bundesweit erste Professur für Liturgiewissenschaft. Diesen Lehrstuhl hatte er 33 Jahre bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1980 inne. An der Gründung des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier vor über 60 Jahren war er maßgeblich beteiligt. Seine lebendigen Predigten sind vielen Gottesdienstbesuchern unvergessen.

Baumeister der Reform


Im Zusammenhang mit seiner Arbeit für das Konzil ernannte ihn der Papst zum Prälaten. Fischer gilt als ein Baumeister der Liturgiereform im deutschsprachigen Raum. Das Gebetbuch der katholischen Kirche in Deutschland, das "Gotteslob", trägt seine Handschrift. Prof. Fischer starb 2001 im Alter von 88 Jahren. red
Den Vortrag über Balthasar Fischer am Montag, 3. September, 19.30 Uhr, im Festsaal des Hauses Beda hält sein einstiger Nachfolger auf dem liturgiewissenschaftlichen Lehrstuhl an der Theologischen Fakultät Trier, Professor Andreas Heinz aus Auw an der Kyll.