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Regionalentwicklung
Erster Preis: 150 000 Euro

Dass die Verbandsgemeinde den Kultursommer im Speicherer Plein-Wagner-Haus weiter unterstützt, ist beschlossene Sache. Und auch mit der Töpfererlebniswelt soll es voran gehen.
Dass die Verbandsgemeinde den Kultursommer im Speicherer Plein-Wagner-Haus weiter unterstützt, ist beschlossene Sache. Und auch mit der Töpfererlebniswelt soll es voran gehen. FOTO: TV / Maria Adrian
Speicher. Speicher braucht Geld für seine „Töpfererlebnisroute“. Deswegen nimmt die Kommune mit ihrem Projekt an einem Wettbewerb teil. Wenn sie den gewinnt, kann sie einiges sparen. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

„Innovativ“ sollen die Projekte sein, „authentisch“ und mit „unverwechselbaren lokalen Besonderheiten“. Nur dann können sie punkten. So steht es im Konzeptpapier des neuen Profilierungswettbewerbs „Kultur – Regionalität – Tourismus“. Den lobt das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium zum ersten Mal aus. Und dabei gibt es für zwei Städte und acht Gemeinden einiges zu holen. Für die Umsetzung eines Tourismuskonzeptes lässt das Land bis zu 150 000 Euro springen.

Würde die  Verbandsgemeinde Speicher diese Finanzspritze bekommen, müsste sie nur noch rund 10 Prozent der Gesamtkosten von rund 167 000 Euro für die Erschaffung ihrer „Töpfererlebniswelt“ tragen. 90 Prozent übernähme das Land. Bislang stand der Kommune aus Leadermitteln eine Förderung von 70 Prozent in Aussicht.

Für Bürgermeister Manfred Rodens (CDU) ist das ein Anreiz für eine Bewerbung: „Der Profilierungswettbewerb passt perfekt zu unserem Projekt.“ Schaut man auf die Kriterien aus der Ausschreibung, muss man ihm Recht geben: Die jahrzehntealte Töpfertradition ist in jedem Fall eine „lokale Besonderheit“. „Innovativ“ ist die Idee auch allemal. Vergleichbares gibt es in Rheinland-Pfalz zumindest nicht. Der VG-Rat folgt daher dem Vorschlag des Verwaltungschefs und beschließt einstimmig die Bewerbung beim Wettbewerb.

Doch das ist nur der erste Schritt. Denn noch gibt es zwar jede Menge Ideen, wie die Töpferkultur rund um Speicher zu beleben sei, aber kein fertiges Konzept. Immerhin hat sich die Verwaltung eine Richtung überlegt: Eine „Erlebnisroute“, die durch alle Ortschaften in der VG führt. Dass dieses Vorhaben  finanzierbar ist, hat Ende März eine Machbarkeitsstudie ergeben (der TV berichtete). Doch was soll es alles am Wegesrand zu entdecken geben? Und wie lassen sich die Vorschläge mit Mitteln von 167 000 Euro bezahlen?

Mit diesen Fragen soll sich künftig ein Arbeitskreis befassen. Die Gründung des Gremiums, in dem Vertreter der Ratsfraktionen, der Tourist-Information und der Vereine im Speicherer Land mitwirken sollen, hat der VG-Rat ebenfalls einstimmig beschlossen. Bis Mitte 2019 muss der Arbeitskreis nun einen Förderantrag fertig bekommen. Ende 2021 soll das Projekt spätestens umgesetzt sein. Ein Vorhaben, das im Zusammenhang mit der Töpferkultur steht, hat der Rat bereits auf den Weg gebracht: den „Kultursommer“. An dem will sich die Verbandsgemeinde auch 2019 und 2020 finanziell mit 7000 Euro beteiligen.